"Parallelwelten" auf Zollverein: Konzerte und Installation laden jetzt aufs Welterbe

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Auf der Suche nach Klängen: Christina Kubisch sucht "Unter Grund" akustische Reize. Foto: Veranstalter

Mit dem Schwerpunkt „Parallelwelten“ lädt die Zeche Zollverein ab Samstag zu zwei Konzerten und einer audiovisuellen Installation ein. Das diesjährige Festivalthema wird dabei sehr verschieden interpretiert.

Jonathan Beplers Uraufführung „Divided Chamber Music“ überträgt die parallelen Welten am Samstag, 1. November 2014, auf die historische Zeche Zollverein und ihre Gegensätze. Für die audio-visuelle Installation „Unter Grund“ hat Christina Kubisch das Welterbe und dessen Umgebung unter als auch über Tage akustisch mit Hydrophonen erkundet und daraus eine Klanginstallation konzipiert, die am 2. November eröffnet wird und bis zum 30. November zu sehen ist. In der zeitgenössischen Oper „The Amputation of Charlie Sharp“ von Stefan Hakenberg und Philip Gourevitch, eine Auftragskomposition im Rahmen des Festivals „NOW!“, die am Sonntag, 2. November 2014 im Salzlager aufgeführt wird, flüchtet sich der durch eine Landmine stark versehrte Charlie Sharp in parallele Traumwelten.

Unter Tage und über Tage


Jonathan Beplers Werk „Divided Chamber Music – for strings, choirs, bodies and wall” feiert am Samstag, 1. November, seine Uraufführung auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein. Mit einem 16-köpfigen Musikensemble und zwei Chören überträgt Bepler das Festivalthema „Parallelwelten“ auf die historische Zeche Zollverein. Gegensätzliches traf hier aufeinander: Die bewusst gewählte, optisch ansprechende Architektur über Tage prägte die Geschichte der Zeche genauso wie die Welt der harten Arbeit unter Tage.
Der US-amerikanische Komponist, Gitarrist, Sänger und Installationskünstler Jonathan Bepler machte sich als Komponist der Kunst-Filmserie „Cremaster“ sowie der Filmoper „River of Fundament“ einen Namen. In Deutschland war er unter anderem an der Berliner Schaubühne für Produktionen von Sasha Waltz und dem Ensemble Modern tätig.

Akustik des Wassers

„Unter Grund“ geht es vom 2. bis zum 30. November 2014 jeweils dienstags bis sonntags mit der audiovisuellen Installation von Christina Kubischs in Halle 8 von Schacht XII. Hier können sich Besucher Eindruck von der Klangvielfalt des UNESCO-Welterbes Zollverein erhalten. Wie jede andere Region lebt auch das Ruhrgebiet von und mit dem Wasser. Eine Besonderheit ist das Grubenwasser, das wegen des Steinkohle-Tiefbaus im Rahmen der Wasserhaltung abgeleitet werden muss, unter anderem auch auf der ehemaligen Zeche Zollverein. Für die Klanginstallation „Unter Grund“ erkundet Christina Kubisch das heutige UNESCO-Welterbe Zollverein unter wie über Tage sowie dessen Umgebung. Mit so genannten Hydrophonen fängt sie unter Tage die Wasser- und Pumpgeräusche ein und gestaltet diese Klänge zu einer Komposition im Raum. Den Besucher erwartet ein Parcours von fremdartigen, gewaltigen, aber auch schönen und geheimnisvollen Klangwelten. Zusätzlich berichtet die Künstlerin im Rahmen eines Symposiums zum Festivalmotto „Parallelwelten“ am 16. November 2014, um 16 Uhr, in der Philharmonie Essen über ihre Arbeit auf Zollverein.

Traumwelt im Hospital

Unter der musikalischen Leitung von Christian de Witt führen das JugendZupfOrchester NRW, Schauspieler und Gesangssolisten am 2. November 2014 um 15 Uhr die Oper „The Amputation of Charlie Sharp“ im Salzlager auf. Das moderne Stück von Stefan Hakenberg und Philip Gourevitch beschreibt in skurrilen Bildern die Auswirkung barbarischer Gesellschaftszustände auf das Individuum. Ort der Handlung ist ein Krankenhaus in einem Kriegsgebiet. Charlie Sharp fährt bei einem Versorgungseinsatz über eine Landmine, die Explosion reißt ihm beide Beine weg. Als er im Krankenhaus erwacht und realisiert, dass er körperlich stark versehrt ist, flüchtet er sich in Traumwelten. Die Figur des Charlie Sharp und dessen Gefühlswelt wird nicht nur durch den Sänger verkörpert, auch die instrumentale Tonsprache des Zupforchesters verrät viel über das Innenleben des Protagonisten.

Infos zu allen Veranstaltungen gibt es telefonisch unter 81 22 200 oder auf der Internetseite der Stiftung Zollverein.
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