Stoppenberger Schmuckstücke: An Morde und 1 Mio. Mark-Scheine erinnert ein Historischer Kalender

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Ein Lohn-Scheck, der gute Laune macht: Über eine Millionen Mark freuten sich Lohnarbeiter der Zeche Königin Elisabeth 1923. Fotos: Geschichtskreis Stoppenberg
 
Schauspiel des berüchtigten Nünninghofmordes: Der Hof im Jahr 1923.

Zum inzwischen 24. Mal ist der Historische Kalender der Bürgermeisterei Stoppenberg erschienen. Gefeiert wird in diesem Jahr das 110. Jubiläum der Grundsteinlegung der Pfarrkirche St. Elisabeth in Schonnebeck, entdeckt wird Eisenzeitliches an der Essener Straße und gefunden wird der entscheidende Hinweis für einen festgefahrenen Mordfall 1795 von einem Karnaper Bauern.

„Unser Kalender gehört nicht in den Schrank, sondern in ein Bücherregal!“, unterstreicht Karl Friedrich vom Geschichtskreis Stoppenberg die unzähligen Stunden an Arbeit, die auch für die 2016er-Auflage des „Historischen Kalenders der Bürgermeisterei Stoppenberg“ von den rund 15 Mitglieder investiert wurden. Seit mittlerweile 1992 erscheint das historische Journal für Katernberg, Stoppenberg Schonnebeck und Frillendorf, die Mitglieder des Geschichtskreis‘ übernehmen von der Themenauswahl über die Recherche bis hin zum Layout fast alle der Arbeitsschritte vor dem Druck selbst.

Mord und Todschlag

Mord? Was denn für ein Mord!? Nun, beispielsweise der auf dem Nünninghof 1795. Als die Familie Nünning vom sonntäglichen Kirchgang zurückkehrt, findet sie zum Entsetzen aller die Schwiegermutter tot im Haus auf. Einzige Zeugen der Tat waren die beiden Kinder, deren Erinnerung an den vorbeieilenden Täter lediglich verschwommen ist. Die Ermittler sind ratlos, erst nach Wochen entdecken Kinder zufällig im benachbarten Bach das Tatwerkzeug: einen Hammer. Dieses spezielle Gerät beweist, dass nur einer der Saisonarbeiter der Täter gewesen kann. Von den beiden Augenzeugen identifiziert und mit der Tat konfrontiert bricht schließlich Henrich „Schockenhenrich“ Schocken sein Schweigen: Im Zorn habe er sich zu der Tat hinreißen lassen. Der Schockenhenrich wird zum letzten Verurteilten, der am Galgen am Schwanenbusch hingerichtet wurde.
Eine Millionen Mark sind echt eine Menge Asche, oder? Falsch gedacht! Gutscheine über solche Geldsummen gab die Zeche Königin Elisabeth als Lohn raus. Grund für die Hyperinflation sind sowohl Wirtschafts- und Finanzkrise der Nachkriegsjahre als auch rapide steigende Devisenpreise; eine der Folgen ist ein immenser Anstieg der Lebensmittelpreise. Kostete ein Kilogramm Rindfleisch vor dem Krieg noch 1,50 Mark, waren es zu Beginn des Jahres 1922 bereits 39,13 und Ende September schließlich satte 120 Millionen Mark. Die staatlichen Pressen kamen diesem rasant steigenden Geldumlauf nicht länger hinterher, mit einem Erlass vom 18. September 1922 durften Kommunen und Firmen schließlich Notgeld rausgeben. Solche eigenen Geldscheine hatte auch die Zeche Königin Elisabeth, höchster Wert der Papiere lag bei 6 Millionen Euro.
Weitere Themen des Historischen Kalenders der Bürgermeisterei Stoppenberg sind Bauer Höhmann, Filialstift Stoppenberg, Eisenzeitliches auf der Essener Straße, Klein-Phantasialand in Katernberg, Schonnebecker A-Jugend, 110 Jahre Grundsteinlegung Pfarrkirche St. Elisabeth, eine Orgel als Königin der Instrumente, Ordensschwestern, Johannes Alois Theodor Nienhausen sowie Erinnerungen an den Schimmelhof.

Geschichtskreis sucht noch Teilnehmer

Der Kalender ist in verschiedenen Stoppenberger Geschäften erhältlich. Wer selbst Lust hat, auf historische Spurensuche zu gehen, kann sich beim Geschichtskreis Stoppenberg melden. Gerade sucht der Kurs noch Teilnehmer, die Spaß daran haben, Kalendergeschichten zu schreiben, Lichtbildvorträge zu erarbeiten oder Film-Ton-Schauen zu erarbeiten. Der Geschichtskreis trifft sich Rathaus Stoppenberg, Stoppenberger Platz 6, jeweils von 18 bis 20.20 Uhr. Nächster Termin ist der kommende Dienstag, 17. November, danach stehen noch der 1. und 15. Dezember an.
Zusätzliche Informationen zum Historienklub gibt‘s auf der Internetpräsenz www.geschichtskreis-stoppenberg-essen.de.
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