Süden und Norden gemeinsam im Chor: Projekt „SingBach“ bringt Kinder durch Musik zusammen

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Die ehemalige Engelbertkirche an der Fischerstraße bildet die Kulisse für die Aufführungen des Chorprojektes unter der Leitung von Friedhilde Trüün (s. Foto).

„Singen tut der Seele gut und es tut dem Spüren gut. Und Kinder lernen unendlich viel über sich selbst und die Musik“, weiß Friedhilde Trüün als Dozentin für Kinderchorleitung und Stimmbildung. Derzeit übt die Tübingerin mit Kindern aus 3. und 4. Grundschulklassen des Essener Nordens und Südens und der Chorschule des Chorforums Essen.

Bereits im zweiten Jahr steht nun schon Bach auf dem Programm. Und die Kinder sind begeistert. „Und das, obwohl viele Eltern in der heutigen Zeit doch eher wenig Klassik hören“, fügt Nora Meyer-Galow vom ChorForum hinzu.
„SingBach“ will Kinder aus dem Essener Süden und dem Essener Norden gemeinsam im Chor zusammenbringen und ihnen einen altersgerechten und aktiven Zugang zur klassischen Musik ermöglichen. Zudem soll die Gemeinschaft im Chor spürbar werden. Insgesamt 300 Kinder sind am Projekt, das von der Sparkasse Essen gefördert wird, beteiligt: Schülerinnen und Schüler der Andreasschule, der Grundschule an der Heinickestraße, der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Sternschule und der Grundschule an der Rahmstraße.
Sie alle sitzen zunächst bunt gemischt im Saal des ChorForums und lassen sich auf Friedhilde Trüün ein, die bereits für ihre fantasievolle Stimmbildungsarbeit ausgezeichnet wurde.

Konzerte am 4. und 5. September

Mit kindgerecht arrangierten Bach‘schen Werken hat sie schon viele deutsche Grundschulen und auch Schulen in der Schweiz bereist. Sie arbeitet an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen und leitet dort auch Kinderchöre.
Auch die Person Bachs bleibt bei Friedhilde Trüün für die Kinder kein Unbekannter. Neben seiner Musik lernen die Grundschüler seine Vita kennen. Und die ist für die heutige Zeit keineswegs unspektakulär. So setzte Bach insgesamt 20 Kinder in die Welt und war sogar schon einmal im Gefängnis. Er wurde am 31. März 1685 in Eisenach geboren und starb am 28. Juli 1750 in Leipzig. Heute schätzt man ihn als einen der bedeutendsten Musiker überhaupt. Berufsmusiker sehen in ihm sogar einen der größten Komponisten der Musikgeschichte.
„Noch Monate nach dem Projekt, das 2014 zum ersten Mal hier im ChorForum stattgefunden hat, haben uns Kinder im vergangenen Jahr gefragt, wann sie endlich wieder Bach singen können“, erinnert sich Nora Meyer-Galow. Bei den aktuellen Proben merkt man den Kindern die Begeisterung an.
Auch die Lehrer erhalten übrigens durch „SingBach“ einen Eindruck über den Umgang mit der Kinderstimme und erhalten viele Tipps für das Singen im Schulalltag.

Paß beim Konzert am Start

Aufgeführt werden die einzelnen Stücke des Mitsingprojektes am 4. September um 17 Uhr und am 5. September um 12 Uhr im Hendrik-Witte-Saal des ChorForums an der Fischerstraße 2 bis 4. Oberbürgermeister Reinhard Paß unterstützt das Chor-Projekt und ist selbst beim Konzert am Start. Er zitiert im Vorfeld den Dirigenten Mauricio Kagel: „Es mag sein, dass nicht alle Musiker an Gott glauben; an Bach jedoch alle.“ Beim Konzert mit dabei ist das Frank-Schlichter-Jazzensenmble, das bereits die Proben musikalisch begleitet.

ChorForum

Die ehemalige katholische St. Engelbert Kirche im Essener Sternviertel in unmittelbarer Nähe des Aalto Theaters wird seit Anfang 2007 vom Bistum Essen nicht mehr als Kirchenraum genutzt. 2011 zog Alexander Eberle - Chordirektor des Essener Aalto-Theaters - mit dem von ihm gegründeten ChorForum Essen e.V. in die Räumlichkeiten ein. Der gemeinnützige Verein ChorForum Essen setzt sich für die Förderung der Chor- und Musikarbeit in der Stadt Essen ein.

Text: Petra de Lanck, Foto: Hanna Olbrück
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