Werkschau „Der Zweite Öffentliche Raum“ noch bis 28. Februar auf Zollverein

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Verlängert wurde die Foto-Ausstellung „Der Zweite Öffentliche Raum“ auf Zollverein. Foto: Stefan Funke

Für bunte Kontraste in der dunklen Jahreszeit sorgt die Werkschau „Der Zweite Öffentliche Raum“ des Berliner Künstlers Thomas Prochnow im Portal der Industriekultur auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Die Stiftung Zollverein hat entschieden, die Foto-Ausstellung wegen der großen Nachfrage bis zum 28. Februar zu verlängern. Die Schau ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und zeigt erstmals einen Großteil von Fotografien aus den Jahren 2005 bis 2015, mit denen Thomas Prochnow seine künstlerischen Eingriffe in verlassenen Gebäuden dokumentiert. Tickets kosten 2 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

Thomas Prochnow wurde 1978 in Gera geboren und studierte von 2004 bis 2009 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Nach seinem Diplom 2009 war er Meisterschüler in Dresden. Prochnows Arbeiten waren Bestandteile zahlreicher Gruppen- und Einzelausstellungen in den letzten Jahren. Thomas Prochnow lebt heute mit seiner Familie in Berlin.

Ästhetische Dimension

Als „Zweiten Öffentlichen Raum“ beschreibt Thomas Prochnow Orte, die dem gesellschaftlichen Blick entzogen oder funktionslos geworden sind. Prochnow interessiert sich für die Wirkung von geometrischen Formen auf solche Räume. Regelmäßig sucht er Abrisshäuser, stillgelegte Industrieanlagen oder Bunker auf und verändert sie, indem er einzelne Flächen farbig gestaltet oder Muster auf den Wänden hinterlässt. Im Anschluss fotografiert der Künstler seine Arbeiten und lässt sie zurück. Durch ihre Farbigkeit heben sich Prochnows Rauminterventionen deutlich von der Umgebung ab. Sie verleihen dem ausgewählten Ort eine neue ästhetische Dimension und dadurch eine zusätzliche Bedeutungsebene. Damit knüpft der Künstler an Positionen der Minimal Art an, einer internationalen Kunstrichtung, die in den 1960er Jahren entstand.
Das Welterbe Zollverein hat sich seit der Schließung der Zeche im Jahr 1986 in ein lebendiges Zentrum für Kunst, Kultur, Geschichte und Design gewandelt. Verlassene Gebäude findet man auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei nur noch sehr wenige. Thomas Prochnow machte sich dennoch auf die Suche und entdeckte im August unter anderem das ehemalige Stellwerk auf Schacht XII, von wo aus früher der Schienenverkehr auf dem Zechengelände geregelt wurde. Dort schuf der Künstler die Farbinstallation „VITAMIN“, die als Fotografie in der Ausstellung zu sehen ist. Gleichzeitig ist der Rundeindicker, in dem die Werkschau gezeigt wird, Ort für eine künstlerische Intervention: Mit farbigen Tapes löst Prochnow bestehende Raumstrukturen auf und stellt eine Verbindung zwischen dem Betrachter, dem Raum und den Fotografien her.

Führung durch Farbinstallation

Am Samstag, 30. Januar, um 14 Uhr, bietet der Künstler vor Ort Einblick in seine Arbeiten. Auf dem Programm stehen unter anderem der Besuch der Farbinstallation „VITAMIN“ im ehemaligen Stellwerk auf Schacht XII und eine Führung durch die Werkschau.Eine Anmeldung per E-Mail an bernward.schilke@zollverein.de ist erforderlich. Die Teilnahmegebühr für die Führung beträgt 2 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.
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