Drei Kirchengemeinden sind mit dem Bollerwagen unterwegs

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Mit einer ungewöhnlichen Aktion machen die drei christlichen Gemeinden im Stadtteil Schonnebeck auf sich aufmerksam. Die evangelische Kirchengemeinde, die katholische Pfarrgemeinde und die Freie evangelische Gemeinde sind mit dem Bollerwagen unterwegs. Motto: Kirche kommt!

Die drei arbeiten seit Jahren eng zusammen: Mit einem ökumenischen Neujahrsempfang wird das Jahr eröffnet, es hat mehrere gemeinsame Stände bei Veranstaltungen gegeben und auch schon einen Gottesdienst auf dem Sportplatz, während der Fußballweltmeisterschaft. Jetzt haben sich die drei Gemeinden zu einer neuen, unkonventionellen Aktion verabredet: Mit einem Bollerwagen wollen sie sich auf den Weg zu den Menschen machen.

Zusammenarbeit in Schonnebeck


Erstmals zum Einsatz kam die "Kirche im Kleinformat" auf dem Schonnebecker Wochenmarkt (Karl-Meyer-Platz). "Die neue ökumenische Initiative im Stadtteil ist natürlich auch eine Reaktion auf den Rückgang an Gemeindegliedern", erklärt Karin Pahlke, Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Schonnebeck: "Ganz offensichtlich reicht es nicht mehr aus, unsere Türen zu öffnen und einladende Gemeinde zu sein. Wir müssen uns selbst in Bewegung setzen: Kirche kommt!"
Auf die Idee kam Karin Pahlke während einer Fortbildung; derzeit dürfte die Umsetzung noch ziemlich einzigartig sein. "Ein Bollerwagen ist flexibel, er kostet weniger als ein Bauwagen oder die Miete für ein Ladenlokal, das wir auch schon einmal ins Auge gefasst hatten", sagt die Pfarrerin.

Erster Einsatz auf dem Wochenmarkt


Möglicherweise hat der Bollerwagen ja das Zeug zu einem echten Markenzeichen? Das wäre den drei Gemeinden natürlich ganz recht. Erst einmal aber gilt es, das ungewöhnliche Gefährt zu gestalten und auszustatten. Für den Auftakt wurde der Bollerwagen mit einem Stehtisch, Papphockern wie auf dem Kirchentag und einem Banner beladen; außerdem hat das ökumenische Team Kaffee, Kekse und liebevolle Give-aways an die Marktbesucher verteilt. Die wiederum können ihre Herzenswünsche auf kleine Herzzettel schreiben und an eine rote Wäscheleine hängen, frei nach dem Motto "Kirche geht online".

Zu Gast auf weiteren Veranstaltungen?


Alles andere, auch eine ansprechende Bemalung, kommt dann später. Ohnehin diene der Bollerwagen ja in erster Linie als Blickfang und pfiffiges Transportvehikel, sagt Karin Pahlke: "Das Wichtigste bleiben natürlich die geführten Gespräche und Begegnungen mit den Menschen." Wenn das Konzept erfolgreich sei und sich in den drei beteiligten Gemeinden genügend engagierte Ehrenamtliche fänden, werde man den Bollerwagen zukünftig sicher auf weiteren Veranstaltungen sehen; als mögliche Gelegenheiten böten sich etwa ein bedeutendes Fußballspiel, eine Straßenparty in der Neubausiedlung oder auch ein Spielplatzfest an.
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