Heßlerstraße: Hier werden Fahrgäste nass

Hier geht es nicht weiter! Dann könnte der Bus doch testweise einen Schlenker fahren, lautet ein Anwohnervorschlag. Fotos: Gohl
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Nicht nur Anwohnern mit eigenem Auto machen die Kanalarbeiten in der Heßlerstraße zu schaffen. Auch diejenigen, die auf den Bus angewiesen sind, müssen sich warm- bzw. wetterfest anziehen. Dabei kann die eineinhalbjährige Sperrung auch eine Chance für Neues im Öffentlichen Nahverkehr sein, findet Rainer Doliv.

Der Pensionär ist flott mit seinem Drahtesel unterwegs. Für kleine Besorgungen ins Altenessener Zentrum? Kein Problem. Rainer Doliv kennt jedoch genügend Nachbarn, die auf den Bus angewiesen sind. Die stehen momentan vor allem an der Haltestelle Kirche Heßlerstraße im Regen.

Ältere Menschen hetzen dem Bus hinterher

Dort wurde der Haltepunkt um zirka 150 Meter verlagert, jedoch ohne ein Dach, das vor dem derzeit ‚usseligen‘ Wetter schützt. „Erst letztens habe ich gesehen, wie ein älterer Mann mit Rollator die 150 Meter vom Wartehäuschen der gesperrten Haltestelle zum Bus gehetzt ist. Bei einer Baumaßnahme, die sich über 18 Monate zieht, sollte doch so ein mobiles Wetterhaus drin sein“, findet der aufmerksame Anwohner.

Doch damit nicht genug: Wo seine Nachbarn und er einsteigen, ist eine Sache - wo sie aussteigen eine andere. „Bis heute ist der Gewerbepark an der ehemaligen Zeche Fritz nicht an den Busverkehr angeschlossen. Vor allem für ältere Menschen wäre es hilfreich, wenn eine der Linien, die während Stoßzeiten die Karlstraße verstopfen (aktuell sind das die Linien 162, 172 und 183, Anm. der Redaktion), ausweichen könnte. Schließlich gibt es dort viele Einkaufsmöglichkeiten.“
Konkret schlägt Rainer Doliv vor: Anstatt von der Bischoffstraße nach links auf die Karlstraße abzubiegen, könnte einer der Busse den Schlenker über die Heßler- und Altenessener Straße zum Karlsplatz fahren.

Auch wenn man bei der Essener Verkehrs AG gerne die Ideen aus der direkten Anwohnerschaft aufnimmt - am Fahrplan entlang der Baumaßnahme wird sich kurzfristig nichts ändern.

„Erstens ist der Gewerbepark an der Zeche Fritz über die U-Bahnstation Heßlerstraße angebunden“, erinnert Daniel Therhaag . „Und zweitens gibt der Nahverkehrsplan der Stadt Essen vor, welche Abstände bei der Einrichtung von Haltestellen einzuhalten sind. Würden wir entlang der Heßlerstraße einen weiteren Haltepunkt einplanen, müssten wir parallel die Haltestelle Hauerstraße (auf der Karlstraße) aufgeben.“

Was aus Sicht der EVAG jedoch nicht zu vertreten ist: „Auf der einen Seite haben wir eine dichte Wohnsiedlung, auf der andere Seite Gewerbe, das nur zu bestimmten Öffnungszeiten erreichbar sein muss“, führt der Linienplaner weiter aus. Kurz gesagt: „Wir versuchen, es den meisten Menschen Recht zu machen.“

„Alle mobilen Häuser sind derzeit im Einsatz“

Ganz leise Hoffnung besteht für diejenigen, die am anderen Ende der Heßlerstraße durchnässt auf den Bus warten. „Unsere mobilen Haltehäuschen sind alle im Einsatz. Wenn wir die von einer anderen Stelle abziehen, ohne dass die dortige Baumaßnahme abgeschlossen wäre, verlagern wir das Problem“, gibt Olaf Frei, stellvertretender Pressesprecher bei der EVAG zu bedenken. Ob der Halt an der Kirche Heßlerstraße berücksichtigt wird, wenn eines der Häuser frei wird? Eine feste Zussage gibt es nicht. Aber: „Wir haben den Hinweis aufgenommen.“

Autor:

Patrick Torma aus Essen-Nord

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