Kunst als Mittler zwischen den Kulturen: Schüler erlernen traditionelle EBRU-Technik

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  Traditionelle Kunst als Mittler zwischen den Kulturen: Der Verein "Erziehung und Bildung ohne Grenzen Ruhr"(EGB) schult ehrenamtliche Mitarbeiter, die Schülern eine traditionelle Marmorierungs-Technik näher bringen.

Der Verein "Erziehung und Bildung ohne Grenzen Ruhr" (EGB Ruhr) schult ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die Schülerinnen und Schülern die traditionelle Marmorierungs-Technik, genannt Ebru, näher bringen. Am Dienstag, 7. Februar, werden an der Grundschule Rahmstraße im Rahmen einer Ausstellung erste Ergebnisse präsentiert und erhalten Teilnehmerinnen ihre Urkunden.

Die Ebru-Kunst, die bereits seit dem 11. Jahrhundert in Persien und im mittleren Asien bekannt ist, bietet den Schülerinnen und Schülern neben dem Erlernen der besonderen Marmorierungstechnik auch die Möglichkeit, während des künstlerischen Schaffens andere Bildkulturen kennenzulernen. Hediye Özbakir vom gemeinnützigen Verein "EGB Ruhr" berichtet als Projekt-Initiatorin: "Die Kinder bekommen etwas Neues mit auf den Weg. Im Hinblick auf die kulturelle Bildung ist die Beschäftigung mit Ebru-Kunst sowohl für das Verstehen des Fremdseins als auch für die allgemeine ästhetische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen sehr gewinnbringend."

Stichwort "interkulturellen Kunstpädagogik": "Hier haben sich durch die gesellschaftliche Vielfalt auch die Bildungsprozesse in der künstlerischen Bildung verändert" weiß Hediye Özbakir. Neben einem interdisziplinären Aspekt, hat die Beschäftigung mit der Technik vielfältige Auswirkungen auf das persönliche Befinden während des künstlerischen Prozesses. Özbakir: "Zum einen erlernen die Schülerinnen und Schüler die allgemeine Technik des Marmorierens und kommen dabei mit neuen künstlerischen Materialien in Berührung."

Der Begriff "ebru" stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie: die Wasseroberfläche". Denn die Ebru-Technik wird mit speziellen Erd-Pigmentfarben durchgeführt, die bei Bedarf auch selbst hergestellt werden können. Auch die angewendete Wassermischung wird selber hergestellt und erfordert eine präzise Arbeitsweise und viel Geduld.

Bevor die Schülerinnen und Schüler mit der Färbung der Papiere anfangen, werden sie mit einer ausführlichen Vorbereitungs- und Herstellungsphase konfrontiert. Sie lernen dabei sowohl den Umgang mit Pigmentfarben als auch die Wirkung von chemischen Prozessen. Dementsprechend ist die Beschäftigung mit Ebru-Kunst auch fächerübergreifend zu betrachten. Das auf diese Weise marmorierte "türkische Papier" zieren oftmals florale Motive. "Um dieses Ebru Kunst Projekt an die Schule bringen zu können, haben wir zunächst Kursleiterinnen geschult", erzählt Hediye Özbakir. Diese Schulung dauerte circa acht Monate. Özbakir: "Die Teilnehmerinnen dieser Schulung waren unsere künftigen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund, die bisher bei unterschwelligen Tätigkeiten ehrenamtlichen Einsatz bei unserem Vereinsarbeiten fanden." Die Schulung als Ebru Kunst Kursleiterinnen stärkte das Selbstbewusstsein der Frauen. "Außerdem hat sie zur Identitätsfindung der Teilnehmerinnen beigetragen, wodurch sie etwas Heimisches kennenlernten und wiederfanden", berichtet Heydiye Özbakir und ergänzt: "Somit wurde das Fremdgefühl reduziert und das Wohlsein gestärkt, das auch die Teilhabe der Frauen an der Gesellschaft unterstützt." Weitere Schulen zeigten sich bereits interessiert am Projekt, wie etwa die Gesamtschule Nord.

Info:

Das Ebru-Kunstprojekt wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gefördert. Es fand zwischen September 2016 bis Dezember 2016 an der Grundschule an der Rahmstraße und zwei weiteren Schulen in Essen als Nachmittagsprogramm statt.
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