"Schmuddel-Tunnel" wird Wegpunkt: "Unten Durch", ein Projekt von Folkwang-Gestaltern, bindet Bewohner ein

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Unterführung Arendahls Wiese / Köln-Mindener-Straße Treffen von Anwohnern und Angehörigen der Folkwang Universität / FB Gestaltung Matthias Rochel (kon.takt)
 
Unterführung Arendahls Wiese / Köln-Mindener-Straße Treffen von Anwohnern und Angehörigen der Folkwang Universität / FB Gestaltung Carolin Schreiber
„Unten durch“ lautet der Titel eines Projekts, das die Unterführung an der Arendahls Wiese in den Fokus nimmt: Gestalter der Folkwang Universität der Künste haben sich auf die Fahne geschrieben, aus dem „Schmuddel-Tunnel“ einen attraktiven Knotenpunkt zu machen.

Der Durchgangstunnel zwischen der Arendahls Wiese und der Köln-Mindener-Straße wird zwar häufig von Fußgängern und Fahrradfahrer genutzt, aber der Durchgangsweg ist in höchstem Maße unansehnlich. Mit Letzterem soll bald Schluss sein! Gestalter der Folkwang Universität der Künste, die Mitte des Jahres in ihr neues Gebäude auf Zollverein, in unmittelbarer Nähe zum Tunnel, einziehen, werden den Tunnel neu gestalten - gemeinsam mit Anwohnern und Nutzern.
Kürzlich haben sie dort ein Tunnel-Atelier errichtet, indem sie fortan regelmäßig arbeiten werden. „Wir werden bis Ende März eine Konzeption für den Tunnel erarbeiten“, erzählt die Diplom-Designerin Nina Pillen, die für das Projektmanagement zuständig ist.

Interessierte sind eingeladen, vorbei zu kommen, sich zu informieren und sich mit Ideen einzubringen. Die Projektbeteiligten hatten bereits vor im vorigen Monat Anwohner und Stadtakteure zu einem „Tunnelsprechtag“ eingeladen, um erste Meinungen zum Tunnel zu sammeln. Unter anderem ging es um Fragen, wie: Wie häufig wird der Weg unter den Gleisen genutzt? Durchquert man ihn mit dem Rad der zu Fuß? Welche Erwartungen haben Folkwang- Mitarbeiter- und -Studierende sowie Bürger aneinander? Pillen. „An uns wurden Umgestaltungsideen und Wünsche herangetragen, die ein hervorragendes und inspirierendes Fundament für unser weiteres Vorgehen bieten.“ In kleinen Gruppen entstanden Visionen rund um die Unterführung, wie etwa die eines „Tunnelsoundtracks“, der vom Wind des Zuges angetrieben wird. Es wurden Briefe an den Tunnel geschrieben, die dieser auch "beantwortet" und so auch endlich mal zu Wort kam. „Wer hätte ahnen können, dass der Tunnel gerne mal mit uns grillen will?“ Weiterhin wurden Bilder entwickelt, die nur von einem bestimmten Punkt in der Unterführung zu erkennen sind und den Tunnelbesuchern beispielsweise zu dem sympathischen, nahe gelegenen Wald locken.

Der Tunnel als Tor zu Katernberg

Es gibt auch eine Einbindung der Studierenden: Durch Kurse, die sich mit der Gestaltung der Unterführung und seiner Umgebung beschäftigen: Etwa der Tunnel als "Tor zu Katernberg" und: Wie man es als Student schafft, in den Stadtteil vorzudringen. Florian, der an der Folkwang Universität der Künste Industriedesign studiert, berichtet: „Mit dem Einzug im Herbst in unser neues Universitätsgebäude auf Zollverein sind wir von da an auch Katernberger. Durch diesen Kurs lerne ich Katernberg viel besser kennen.“ Florian hofft, dass die Studenten Anschluss an das Leben in Katernberg finden, dass Spannende Projekte mit Bewohnern entstehen, man einander kennenlernt und: „ Dass wir uns als Studenten dort aufhalten und uns wohlfühlen.“ Nähe zum Bürger könnte ein Café entwickeln, so eine weitere Vision. Wie Katernberger ihren Stadtteil wahrnehmen, versuchte ein anderer Student zu ergründen, der sich in Katernberg die Haare schneiden ließ. Einem weiteren Tunnel-Eintrag kann man entnehmen: "Als Folkwängler ist der Katernberger Markt für mich ein interessantes Pausenziel. Aber ich habe mich total verfranst, als ich ihn gesucht habe. Ich stelle mir den Tunnel als Wegmarke und Leitpunkt vor. Von hier aus werden mir viele Wege gezeigt. Durch ein Leitsystem finde ich ganz einfach viele interessante Orte."
Man möchte auch dem Vorurteil entgegen wirken, der SANAA-Würfel sei nur etwas "für die Reiche", so Pillen. Sie fährt fort: "Das Erdgeschoss des SANAA-Würfels steht für Besucher, wenn keine Veranstaltung laufen immer offen."
Am Samstag, 3. März, lädt das „Unten durch“-Team ab 14 Uhr zu einem Tunnel-Walk ein. Pillen: „Wir möchten mit Interessierten Schönes, Scheußliches, Alltägliches und Besonderes auf den Wegen durch den Stadtbezirk VI neu entdecken und teilen. Denn die Unterführung ist nicht nur ein ungeliebter Tunnel, sondern auch Wegpunkt auf vielen Routen.“ Es gibt fünf Erkundungs-Routen, die von Kleingruppen erlaufen werden – kleine Aufgaben inklusive. Start ist am neuen Tunnel-Atelier. „Nach etwa einer Stunde kommen wir zu Kaffee und Austausch wieder zusammen“, verrät Pillen. Für eine bessere Planung wird um Anmeldung gebeten unter untendurch@folkwang-uni.de – aber auch Spontanbesucher sind willkommen.

Info:

Das Team „Unten durch“ ist Teil der Projektgruppe „Social Design“ des Fachbereichs Gestaltung der Folkwang Universität der Künste. Es besteht aus Kommunikations- und Industrial-Designern und Fotografen. Sprechzeiten im Container: Donnerstag, 23. März, von 14 bis 17 Uhr; Montag, 27. März, von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr; Dienstag, 28. März, von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr; Mittwoch 1. April, von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr; Donnerstag, 2. April, von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr sowie Freitag 3. April, 10 von 13 Uhr. Weitere Infos auf http://untendurch.folkwang-uni.de
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3 Kommentare
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 24.02.2017 | 17:33  
Marjana Križnik aus Essen-Nord | 27.02.2017 | 14:24  
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 27.02.2017 | 15:08  
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