"Schon früh gut ausgebildet": Die KiTa "Bunte Noten" setzt auf Bilingualität

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Neben einer rein deutschsprachigen wird auch eine türkisch–deutsch bilinguale Gruppe angeboten, in der eine Fachkraft mit den Zwei- bis Sechsjährigen ausschließlich türkisch spricht. (Foto: Debus-Gohl)
 
In den neu eingerichteten Bädern kommt beim Waschen Freude auf. (Foto: Debus-Gohl)

Als die KiTa "Bunte Noten" im September 2015 zum ersten Mal ihre Türen öffnete, dachte sich die zukünftige Leitung bereits, dass aller Anfang schwer werden würde. Von Null starten und dabei 40 Kinder aus 16 Nationen, die nicht dieselbe Sprache sprechen, zu integrieren würde Zeit brauchen.

"Und doch ist es sagenhaft wie schnell sich die Kinder angepasst und sich an das Leben in einer Kindertagesstätte gewöhnt haben", erklärt KiTa-Leitung Katrin Flüchter. Nach einer kurzen Eingewöhungsphase von nur zwei Wochen konnten die Kids schon gemeinsam am Tisch essen. Das Ritual, zusammen zu sitzen, zu essen und nicht aufzustehen, war da bereits verinnerlicht.

Die Muttersprache stabilisieren

Ein Grund für die gute Verständigung untereinander könnte in der besonderen Sprachförderung liegen, die einen wesentlichen Teil des pädagogischen Konzepts ausmacht. Als eine der wenigen Einrichtungen in Essen bietet die KiTa Bunte Noten in der Natorpstraße 30 neben einer rein deutschsprachigen auch eine türkisch–deutsch bilinguale Gruppe an. Nach dem Immersionsprinzip nehmen beide Sprachen - Mutter- und Fremdsprache - gleichwertig eine zentrale Rolle bei den Zwei- bis Sechsjährigen ein. Die Kinder werden spielerisch und musikalisch an die deutsche Sprache (Zweitsprache) herangeführt; zeitgleich werden die Kenntnisse der Muttersprache durch beispielsweise Lieder, Reime, Gedichte sowie Gesellschafts- und Fingerspiele stabilisiert und ausgebaut. Um dies zu gewährleisten, wird eigens eine türkischsprachige Fachkraft engagiert. Probleme bei den meist türkisch oder arabisch sprechenden Kindern, die Sprachen negativ zu vermischen, gebe es nur sehr selten.
"Vielmehr sind die Kinder schon früh gut ausgebildet und haben es später leichter weitere Sprachen - Englisch oder Französisch - zu erlernen," so Katrin Flüchter. "Wenn es die Familien klar trennen: 'zu Hause sprechen wir türkisch und draußen wird deutsch gesprochen', dann verstehen die Kinder es auch und tun sich leichter mit der Bilingualität."
Ein weiterer Baustein der Sprachförderung wird durch das Rucksack-Projekt der Stadt Essen gelegt, wenn einmal wöchentlich Stadtteilmütter die KiTa besuchen, um unter anderem die Mehrsprachigkeit der Kinder und die Erziehungskompetenz der Mütter zu stärken. Darüber hinaus kommt zweimal die Woche eine Musikpädagogin vorbei und bringt zu verschiedenen Themen auch Instrumente mit ins Haus.

Zuhause türkisch, draußen deutsch

"Musik ist einfach die Sprache, die alle verstehen und miteinander verbindet. Es ist einfach, Kinder über die Musik zu begeistern", weiß Katrin Flüchter, die selbst bei jeder sich bietender Gelegenheit zur Gitarre greift. Bei der nächsten Gemeinschaftsaktion im April können neben dem gemeinsamen Erleben auch Kontakte geknüpft werden: Dass noch recht kahle Außenareal soll mithilfe tatkräftiger Unterstützung und passend zum Frühling in neuem Glanz erstrahlen. Zum Säen und der eventuellen Gestaltung eines Hochbeetes, bei dem der Nachwuchs im Sommer seine eigenen Kräuter ernten kann, hofft die Kita auch auf die Unterstützung vieler starker Väter. Neben einer rein deutschsprachigen wird auch eine türkisch–deutsch bilinguale Gruppe angeboten, in der eine Fachkraft mit den Zwei- bis Sechsjährigen ausschließlich türkisch spricht.
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