Voll karacho auf's "Schweinchen": Im umgestalteten Nordpark rollen die Kugeln

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Möglichst nah dran an die Zielkugel, auch "Schweinchen" genannt: Im neu gestalteten Nordpark tragen auf der neu aufbereiteten Boule-Bahn Anhänger der Sportart spannende Matchs aus. Es haben sich bereits zwei Spiel-Gruppen (mittwochs und freitags) gebildet. Fotos: Debus-Gohl
 
Nordpark Boule-Gruppe V.l.: Andreas Schmid, Petra Demel, Lothar Fischer, Klaus Demel, Joachim Weiser, Inge Borowski, Klaus Borrmann.
Im Zuge der Neugestaltung des Nordparks wurde auch eine Boulebahn neu aufbereitet. Hier treffen sich jede Woche Anhänger dieses Spiels beim gemeinsamen Kugelrollen. Es haben sich bereits zwei Gruppen gebildet.

Auf der Boule-Bahn im Nordpark wird Inklusion gelebt. Menschen mit Handicap spielen gemeinsam mit Menschen ohne körperliche Beeinträchtigung. Mit Begeisterung dabei ist die 71-jährige Petra Demel. „Ich habe früher Tennis gespielt. Boule spielen ist ein sehr schönes Spiel, ich kann mich bewegen und außerdem kann ich als Spielernatur hier auch meinen Kampfgeist einbringen“, sagt die Bewohnerin der Wohnanlage des Anneliese-Brost-Zentrums augenzwinkernd. Nach „getaner Arbeit“ gönnt sich die Freitagstruppe immer ein leckeres Eis, wenn der Eismann rum kommt.

Dass im Nordpark Boule gespielt wird, ist keine Neuerung, die in Zusammenhang mit der Neugestaltung des Parks entstanden ist. Es war vor etwa fünf Jahren: Seinerzeit packte Petra Demel und ihren Gatten Klaus im Urlaub in südlichen Gefilden das Boule-Fieber. „Wieder zuhause, wollten wir unbedingt das neu entdeckte Hobby weiter führen und kauften uns ein Set bunter Kunststoff-Boulekugeln,“ erinnert sich Petra Demel, die kurz davor mit ihrem Gatten aus Freisenbruch ins Nordviertel gezogen ist.

Boule-Funke sprang über

Der Boule-Funke sprang schließlich auf weitere Interessierte, wie der Familie Opper, über und bald war die Idee geboren, im Nordpark eine Boule-Bahn zu etablieren. Petra Demel: „Wir fanden den Nordpark so schön und die Idee war auch, diesen aufzuwerten.“ Aber weil der Nordpark uneben war, sind die Akteure dort nicht fündig geworden.

Kurzerhand wandte sich einer der rührigen Nordviertel-Bewohner an den damaligen Bezirksbürgermeister Peter Valerius . „Heinz Knieps, einer unserer 'Kümmerer', wurde schließlich unser Verbindungsmann zum damaligen Bezirksbürgermeister, denn er übernahm die aufwendige Korrespondenz“, sagt Petra Demel rückblickend und fährt fort: „Wir rannten bei Peter Valerius offene Türen ein.“

Die Akteure versuchten in Eigenregie, finanzielle Unterstützer zu akquirieren und fanden in der Sparkasse Essen einen Sponsor. Mit Unterstützung von Peter Valerius errichteten schließlich die Bewohner des Hauses Bruderhilfe die erste Boulebahn im Nordpark. Petra Demel: „Schnell fanden sich weitere Mitspieler und wir legten los.“

"Ela" vernichtete die Boulebahn

Und dann kam der Sturm Ela vor drei Jahren. „Er hat den Nordpark und unsere Boulebahn vernichtet“, erinnert sich Petra Demel mit Schaudern. Als ob das nicht schon traurig genug gewesen wäre, zerstörten die Aufräumfahrzeuge die Boulebahn schließlich vollends. „Wir waren damals sehr entmutigt“, sagt die Rentnerin.
Durch Eigeninitiative konnte die Bahn wieder einigermaßen bespielbar gemacht werden. Doch dann kam der nächste Schrecken: Die Boule-Anlage wurde von Autofahrern als Parkplatz zweckentfremdet! „Wir fotografierten und schrieben Verbotszettel“, berichtet Demel. Irgendwann konnte man die Parksünder erfolgreich vertreiben.
Es gibt schon weitere Pläne: „Boule-Tourniere gemeinsam mit dem Haus Bruderhilfe,“ verrät Petra Demel.

Info:

Auf der Boulebahn im Nordpark, gegenüber des bunt bemalten Trafohäuschens (zugänglich von Montag bis Sonntag) gibt es zwei Gruppen, die mittwochs und freitags (15 bis 17 Uhr) gemeinsam spielen. Interessierte, die sich einer der Gruppen anschließen möchten, können freitags einfach vorbeikommen.
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Marlies Bluhm aus Düsseldorf | 20.06.2017 | 22:01  
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