Gut eingewachsen sind die Mitmach-Gärten auf der Bonnekamphöhe

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Margret Ahlers umgeben von Wegwarte und Malve im Wildblumenbereich, der ein Tummelplatz für Insekten ist.
 
Im „Mitmachgarten“ auf der Bonnekamphöhe in Katernberg hilft ehrenamtlich Yevgeny Kirianov (l.) dem Biologen und Stiftungsvorstand Hubertus Ahlers - hier in einem Beet mit Mangold.

„Die Tomatenernte war im letzten Jahr besser.“ Kritisch mustert Hubertus Ahlers die Pflanzen im Gewächshaus. Insgesamt aber sind die Gärten der Bonnekamp-Stiftung gut eingewachsen. Weitere Sponsoren und Mitmacher werden gebraucht, um das Projekt langfristig auf, ja, festen Boden zu stellen.


Für den Gemüse-Fan ist schon der Anblick ein Genuss: Mangold, Salat, Erbsen gedeihen in den Beeten, nach Art der Bauerngärten sind Ringelblumen und Tagetes gleich nebenan. Die grüne Adresse auf dem Plateau der Bonnekamphöhe hat sich nicht nur unter den Nachbarn herumgesprochen, die sich Gemüse gegen eine Spende abholen. Auch Gastwirte nehmen die Produkte gerne ab. Regional und biologisch - auf diesen Geschmack kommen immer mehr Menschen.

Gemeinwohlarbeitsplätze entstehen


Doch das allein sichert den Fortbestand der Gärten an der Grenze zu Gelsenkirchen nicht. Hubertus Ahlers hat zu seinem Fachgebiet Biologie inzwischen jede Menge über Geschäftsführung, Sponsorenakquise und Lobbyarbeit gelernt. Nun sind wichtige Schritte getan, um die Zukunft zu sichern.
Gemeinwohlarbeitsplätze der Neuen Arbeit der Diakonie werden entstehen. Einer der künftigen Mitarbeiter hilft schon jetzt ehrenamtlich mit und entlastet bei der Arbeit an Hacke und Spaten. „Durch seine Anwesenheit hat auch der Vandalismus nachgelassen“, sagt Ahlers.

Stiftung sucht weitere Sponsoren


Die im letzten Jahr gegründete Stiftung hat die gesamte Fläche auf der Höhe gekauft. Zäune werden entfernt, Themenbereiche wie Heil- oder Färbergärten sollen entstehen. Auch die Zusammenarbeit mit Einrichtungen aus dem Umfeld will Hubertus Ahlers intensivieren.

Gelsenkirchener Umweltdiplom


Ferner ermöglicht die Einbindung ins Aktionsprogramm „Gelsenkirchener Umweltdiplom“ diverse Veranstaltungen für Kinder. Umweltpädagogik war von Anfang an ein Ziel in den Bonnekamp-Gärten, der Weg dahin ist mühsam. „Viele Kinder sind nur fünf Minuten lang in der Lage, sich zu konzentrieren“, beobachtet Ahlers. Da sei es hilfreich, sie „mal ganz ohne Agenda spielen zu lassen“. Austoben hieß das früher, und zum Beispiel im künftigen Brombeer-Labyrinth soll das noch besser möglich sein. Dass man im Leben aufpassen muss, lernt man gleich mit, denn es handelt sich nicht um die stachellose Sorte. Überbehütende Helikopter-Eltern schauen also lieber weg. Zugeständnisse an sie werden in den Gärten aber auch gemacht: Die Bienenstöcke stehen in sicherem Abstand.

Veranstaltungen für Kinder


Auch viele Erwachsene sind so weit von der Natur entfernt, dass sie selbst nach Anleitung bei der Ernte nicht nur die Bohnen pflücken, sondern die Pflanzen gleich mit ausreißen. Das könnte sich bessern, wenn der Plan gelingt, ein neues Gewächshaus zu errichten, das multifunktional ist. „Zum Beispiel Veranstaltungen zum Thema Slow Food“, kann sich Hubertus Ahlers dort vorstellen. Die beim Anblick der orangefarbenen Fleischtomate gestellte Frage: „Sind das Äpfel?“, wäre dann vielleicht auch nicht mehr zu hören.

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Sommerfest


Am 2. August von 15 bis 19 Uhr lädt die Bonnekamp-Stiftung zum Sommerfest „Solanade“ im Garten. Auf der Bonnekamp­höhe (am Ende der gleichnamigen Straße, unten parken!) geht es dann vor allem um Nachtschattengewächse wie Kartoffeln.
Interessierte finden Informationen unter www.bonnekamp-stiftung.net

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Fotos: Renate Debus-Gohl
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