Königin der Gemüse gedeiht in Schonnebeck

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Ulrich Pabst musste über zwei Jahre Geduld haben bis zur ersten Schonnebecker Spargelernte.

Der über 800 Quadratmeter große Garten war für Ulrich Pabst ein entscheidender Grund, zur Matthias-Erzberger-Straße in Essen-Schonnebeck zu ziehen. Als Spargelbauer sah er sich da allerdings nicht, und doch ist er das jetzt. Wenn auch nur für den Eigenbedarf.

Das aufwändige Anhäufeln für Bleichspargel möchte sich der Schonnebecker nicht antun. Als Vertreter der Grünen im Bezirk VI Zollverein erntet er - die Anspielung sei erlaubt - Grünspargel.

Ulrich Pabsts Fläche setzt sich zusammen aus mehreren Abschnitten. Hinter dem typisch langgestreckten Reihenhausgarten überquert man einen Weg und gelangt auf eine Parzelle des Kleingärtnervereins e.V. Essen-Schonnebeck, die er samt einem weiteren Anhängsel gepachtet hat.

Bunte Kartoffeln, Kirchen und Kiwis


Mit der Nagelschere wird hier nicht geschnitten, aber was Nutzpflanzen angeht wäre Ulrich Pabst bei vielen Vereinsvorsitzenden gerne gesehen. Die Klage, dass in so mancher Parzelle Gemüse und Obst von Rasen und Ziersträuchern verdrängt werden, trifft bei ihm nicht zu. Dicke Bohnen, bunte Kartoffeln, Kirschen, Kiwis und mehr finden sich an der Matthias-Erzberger Straße. Und eben auch Spargel.
Vor über zwei Jahren gepflanzt, wird jetzt zum ersten Mal geerntet, denn auch die „Königin der Gemüse“ fordert die ohnehin wichtigste Eigenschaft eines Gärtners ein: Geduld.

„Die Wurzel sieht aus wie ein Oktopus“, berichtet Ulrich Pabst. Zwei Spaten tief musste er die Erde ausheben, um sie zu setzen - auf einer guten Schicht Kompost. Was nach einem Jahr austreibt, sieht nur aus wie Schachtelhalm, da würde das Bücken sich gar nicht lohnen. Im dritten Jahr aber treiben kräftige Spargelstangen aus der Erde.

„Die Wurzel sieht aus wie ein Oktopus“


Die benötigen keineswegs das vielzitierte sandige Erdreich, sie wachsen auf lehmigem Boden. Nach der Ernte schießt das Spargelgrün und bleibt bis zum Herbst. Pabst: „Die Pflanze braucht eine Ruhezeit, um Kraft zu sammeln. Wie bei einer Tulpenzwiebel.“ So soll es zehn Jahre lang gehen, erst dann müssten neue Pflanzen her.

Bis Johanni, also bis zum 24. Juni, hofft der Schonnebecker noch auf diverse Spargelmahlzeiten, zum Beispiel „in der Pfanne gebraten und mit Balsamico veredelt“. Sofern die Schnecken nicht schneller sind, vor denen auch das königliche Gemüse nicht sicher ist. Wie wir Menschen bevorzugen sie die Spitzen.


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Fotos: Renate Debus-Gohl
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