AmpaCity: Essens Superkabel transportiert Strom effizienter als je zuvor

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Zogen nach 180 Tagen eine erste Zwischenbilanz im Projekt AmpaCity: (v.l.) Jürgen Reichardt, Westnetz, Prof. Dr. Mathias Noe, Karlsruher Institut für Technologie, Dr. Johannes Georg Bednorz, Nobelpreisträger, Dr. Joachim Schneider, Technikvorstand RWE Deutschland, Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Reinhard Paß, Oberbürgermeister, und Frank Schmidt, Geschäftsführer Nexans. (Foto: RWE AG)

Viel Strom nahezu verlustfrei transportieren, das war in der Energiewirtschaft 100 Jahre lang nur ein Traum. Mit dem Projekt AmpaCity ist er im Begriff wahr zu werden. Ein Anfang ist in Essen gemacht, nach 180 Tagen wurde jetzt eine positive Zwischenbilanz gezogen.

„Effizienz“ ist ein Wort, das man im Zusammenhang mit AmpaCity häufig hört. Genau die wird mit dem Supraleiterkabel erreicht, das in einem halben Jahr rund 10.000 Haushalte mit Strom versorgte. Zwar ist es nur einen Kilometer lang, doch in der Welt das bisher längste seiner Art. Zwischen zwei Umspann­anlagen ersetzt es mitten in Essen die herkömmliche 110.000-Volt-Leitung.

Nobelpreisträger würdigt Investoren um RWE


Am 30. April wurde das Supraleiterkabel in Betrieb genommen, und nach einem halben Jahr ist man bei RWE und den Projektpartnern mehr als zufrieden. Wirkliche „Kinderkrankheiten“ traten nicht auf, einige Probleme konnten im laufenden Betrieb gelöst werden, zum Beispiel beim Pfingststurm. Auch das hilft „auf dem Weg zur Marktreife“, wie Dr. Joachim Schneider, Technikvorstand RWE Deutschland, bilanziert.
Denn der Energiekonzern und die Partner (Kabelhersteller Nexans und das Karlsruher Institut für Technologie, KIT) wollen nicht nur investieren, sondern letztlich auch Gewinn machen. Und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie will nicht nur fördern (5,9 Millionen zu den insgesamt 13,5 Millionen Euro Projektkosten), sondern die Energiewende voran treiben.

Ministerium finanziert Projekt mit


Eine Energiewende, bei der der Begriff Effizienz bisher oft zu kurz kam, sagt Dr. Johannes Georg Bednorz. Der Nobelpreisträger für Physik hat mit Professor Alex Müller für die grundlegende Forschung in Sachen Supraleiter 1987 den Physik-Nobelpreis erhalten. Bei der Zwischenbilanz nannte Bednorz das Projekt AmpaCity ein „leuchtendes Beispiel“ und lobte Mut und Risikobereitschaft der beteiligten Unternehmen. Schließlich nütze eine Entdeckung allein wenig, wenn sie keine Nutzer finde.

Innenstadtring ist das Ziel


Wie geht es weiter mit Essens Superkabel, das mit besonderer Keramik und Kühlung auf minus 200 Grad Celsius idealer elektrischer Leiter wird? „Ziel ist ein Innenstadtring“, sagt Joachim Schneider. Der Probelauf soll bis 2016 fortgesetzt werden. Dann habe man genug Erfahrungen gesammelt, um das Ganze zur Marktreife zu bringen. Interessenten aus dem In- und Ausland geben sich bei RWE jetzt schon die Klinke in die Hand.
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