CDU-Fraktion sieht Chancen und offene Fragen in der Bewerbung „UNESCO-Welterbe Zollverein und das Ruhrgebiet“ - Ein „Dekadenprojekt!“

Anzeige
Die CDU-Fraktion sieht Chancen, aber auch noch viele offene Fragen in der Ausweitung des UNESCO-Welterbes Zollverein auf die Kulturlandschaft Ruhrgebiet.

Die Diskussion dieses Themas stand im Mittelpunkt des Stadtgesprächs der CDU-Fraktion zur Industriekultur im Haus der Essener Geschichte. Der Direktor des Ruhr Museums, Prof. Theodor Grütter informierte über die Bewerbung, das UNESCO-Welterbe Zollverein auf das Ruhrgebiet zu erweitern, und die Folgen für die Stadt Essen. Der Antrag wurde jetzt vom Land als einziger Vorschlag aus NRW zur Aufnahme in die Tentativliste der UNESCO-Weltkulturerbe in Berlin eingereicht. Ob die Bewerbung erfolgreich ist, entscheidet sich voraussichtlich im Frühjahr 2014. Zurzeit arbeiten der Regionalverband Ruhr zusammen mit den Landschaftsverbänden und dem Land an der Ausarbeitung der Konzeption.


Für die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Susanne Asche (Foto), Anlass für offene Fragen: „Was bedeutet dieser Antrag für die Stadt Essen und für das Welterbe Zollverein, das bisher eine Alleinstellung einnimmt? Welche Folgen hätte der Welterbestatus für die anderen Zeugnisse unserer industriellen Vergangenheit wie die Kulturlandschaft Deilbachtal, den Malakowturm Zeche Carl und die Haldenlandschaft? Ist die Musealisierung wirklich im Interesse einer zukünftigen Entwicklung der Stadt und des Ruhrgebiets als Wirtschaftsraum?


In der vom Vorsitzenden des Historischen Vereins, Hans Schippmann moderierten Diskussion machten Prof. Theodor Grütter, die Leiterin des Instituts für Denkmalschutz und Denkmalpflege Essen, Dr. Petra Beckers und der Kulturdezernent Andreas Bomheuer deutlich, dass der Welterbestatus nicht einzelne Baudenkmäler, sondern die von der Kohle- und Montanindustrie geprägte Kulturlandschaft des Ruhrgebiets betreffe. Von einer Musealisierung des Ruhrgebiets könne keine Rede sein.


Die stellvertretende Kulturausschussvorsitzende, Barbara Rörig, fasst das Ergebnis so zusammen: „Die Bewerbung, das UNESCO-Weltkulturerbe auf das gesamte Ruhrgebiet auszudehnen ist ein Dekadenthema. Zudem ist es ein Zeichen für die Dichte an industrieller Kultur, für Solidarität und Kooperation in der Region und ein Wertzuwachs für das gesamte Ruhrgebiet. Wenn es gelingt, neue Entwicklungsimpulse für den Strukturwandel im Ruhrgebiet zu erreichen, ist allein der Prozess ein Gewinn unabhängig davon, ob die Bewerbung erfolgreich ist.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.