Demonstration am 26. August: Mit Braunkohleverbrennung nicht weiter den Klimawandel anheizen

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Protestplakat einer früheren Menschenkette gegen den landschaftsfressenden Braunkohletage im Rheinland.
 
Bei der Vorbereitung einer Menschenkette gegen die Braunkohletagebaue in Garzweiler und Hambach
Kerpen: Kerpen |

Am Braunkohle-Tagebau Hambach  - eine rote Linie gegen Kohle ziehen


In Essen am Geburtsort und Konzernstammsitz des RWE sollten wir uns in besonderer Weise um dessen Firmenpolitk kümmern, schließlich ist unsere Stadt auch einer der Großaktionäre dieses Energieriesen. Weiterhin besteht das RWE nicht nur aus seinen modernen Betriebsteil Innogy, der sich durchaus erfolgreich um erneuerbare Energien kümmert, sondern ebenso aus RWE Power, der auch in den nächsten Jahrzehnten die rheinischen Braunkohlelagerstätten abbauen will.
Wenn in den Gemeinden um Erkelenz oder Düren uralte Waldbestände wie der Hambacher Forst, jahrhunderte alte Dörfer und Kleinstädte, wie auch allerbeste Ackerfläche auf Nimmerwiedersehen in gigantischen Landschaftlöchern verschwinden sollen, kann dort niemand mehr von zukunftsgerichteter, effezienter Energieversorgung sprechen. Viel dreckiger als mit Braunkohleverstromung können wir unseren Strombedarf in Deutschland gar nicht decken. Glücklicherweise haben wir ja diverse andere Möglichkeiten, erheblich weniger umweltschädlich an Energie zu kommen.

Verheizte Heimat

Die Initiatoren des Aktionstages haben vor allem auch Sorge der wegen jetzt wieder besonders kohlelastig geänderten Energiepolitik der NRW-Regierung unter Minsterpräsident Laschet. Hier Auszüge aus dem Demonstrationsaufruf für den 26. August:

Schwarz-Gelb macht den Trump.


Die neue NRW-Landesregierung hat mit ihrem Koalitionsvertrag faktisch beschlossen, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen: CDU und FDP wollen die Windenergie ausbremsen, das Klimaschutzgesetz abschaffen und weiter uneingeschränkt Kohle abbaggern. Dabei befeuert gerade die Braunkohle den Klimawandel – und im rheinischen Revier wird mehr davon aus dem Boden geholt als irgendwo sonst in Europa.

Symbolische rote Linie am Grubenrand

Deswegen protestieren wir am 26. August gegen den Klimakiller Kohle: Der BUND, Greenpeace und andere Umweltverbände rufen zu einer Demo am Kohle-Tagebau in Kerpen-Buir auf. Direkt am Grubenrand ziehen Kohle-Gegner/innen mit langen Transparenten eine symbolische rote Linie. Ihre Forderung: Bis hierhin und nicht weiter – Kohleausstieg jetzt!

Mitten im Bundestagswahlkampf ist diese Botschaft besonders wichtig. Und unsere Chance auf Erfolg besonders groß. Denn auch, wenn Schwarz-Gelb in Nordrhein-Westfalen bremst – über die Zukunft der Kohlemeiler wird die neue Bundesregierung entscheiden.
Hier ist viel in Bewegung: Grüne und Linkspartei fordern bereits ein schnelles Ende. Selbst Kanzlerin Angela Merkel hat eingestanden, man müsse den Ausstieg „ins Auge fassen“. Jetzt ist es an uns: Je lauter unser Protest, desto eher bringen wir die neue Regierung dazu, die Kohlekraftwerke abzuschalten. Machen Sie mit und seien Sie Teil der roten Linie gegen die Kohle!

Ort: Kerpen-Buir (nahe Köln), Parkplatz Manheimer Bürge (Stadtplanlink)
Zeit: Samstag, 26. August, 12 Uhr

Bringen Sie gerne rote Kleidung, Fahnen und Transparente mit zur Aktion!

Mehr Informationen zur roten Linie finden Sie auf der Webseite des Aktionsbündnisses. http://www.bund-nrw.de/braunkohle

Mit "Ende Gelände“ friedlich die Kohle-Bagger stoppen

Zeitgleich zur roten Linie ist im Rheinland auch eine Aktion zivilen Ungehorsams geplant: Tausende Menschen wollen im Rahmen des Bündnisses „Ende Gelände“ friedlich die Kohle-Bagger im Tagebau blockieren. Campact hat sich gemeinsam mit dem BUND, Oxfam, den Naturfreunden Deutschlands und vielen weiteren Umweltverbänden solidarisch mit den Kohle-Blockierer/innen erklärt. Denn friedliche Aktionen zivilen Ungehorsams sind für uns ein essenzieller Bestandteil einer streitbaren Demokratie.

„Wir, die unterzeichnenden Organisationen, sind erschüttert über die Politik des Wegschauens und die existenzielle Gefährdung von weltweit Millionen Menschen durch den Klimawandel“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. „Wir können angesichts der bedrohlichen Klimakatastrophe nachvollziehen, wenn sich jetzt Menschen zum zivilen Ungehorsam gegen den Kohleabbau gezwungen sehen.“

Es wäre falsch, die Aktionen von „Ende Gelände“ mit dem illegitimen und schädlichen Randalierertum beim G20-Gipfel in Hamburg in Verbindung zu bringen – so wie dies einige Medien und das CDU-geführte Innenministerium von NRW bereits machen. Wenn die Aktionen friedlich und gewaltfrei sowie zuvor öffentlich angekündigt sind, sind sie wichtig und richtig. Im Aktionskonsens von „Ende Gelände“ heißt es hierzu: „Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten, von uns wird keine Eskalation ausgehen, wir gefährden keine Menschen. Wir werden mit unseren Körpern blockieren und besetzen.”
Wer mit Aktionen zivilen Ungehorsams die Kohle blockiert, tritt der Ungerechtigkeit, die die Verbrennung von Braunkohle mit sich bringt, mutig entgegen. Das verdient unseren Respekt – Respekt, den wir auch von den politischen und staatlichen Institutionen erwarten.

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