Drei Bäume ergeben ein Denkmal - am falschen Platz?

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Eiche: Oberbürgermeister Reinhard Paß und Bernd Flügel als Vorsitzender des Kreisverbands Essen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald pflanzten sie gemeinsam mit Schülern des Leibniz-Gymnasiums am Stauderkreisel.

Buche, Eiche, Kiefer wurden auf einem Beet im Altenessener Stauderkreisel gepflanzt. Zusammen bilden sie ein Denkmal für die deutsche Wiedervereinigung. Das erschließt sich dem Betrachter nicht gleich. Dennoch: „Hauptsache Bäume“, mag man sagen, zumal nach dem Sturmtief. Der dafür ausgewählte Ort stößt jedoch auf Kritik.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) setzt bundesweit solche lebenden Einheitsdenkmäler. In Essen tat sie das unter Mithilfe von Oberbürgermeister Reinhard Paß sowie Schülern des Leibniz-Gymnasiums. Auszubildende von Grün und Gruga machten die Hauptarbeit, Baumstifterin ist Birgit Braun von der van Eupen-Stiftung.

So weit, so gut, wer protestiert in diesen Zeiten schon gegen Bäume. Und doch sah sich Bernd Flügel als Vorsitzender des Kreisverbands Essen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald veranlasst, in seiner Rede eine Bitte um Entschuldigung an die Repräsentanten der Bezirksvertretung V zu richten. Und zu beruhigen, die Bäume würden das auf der anderen Straßenseite angelegte Beet nicht beschatten.

Kritik kommt von Politikern


Eben jene Bezirksvertreter waren nämlich von der Standortwahl nicht begeistert, als sie davon erfuhren - zu spät erfuhren, um noch etwas ändern zu können. „Wir hätten einen anderen Standort ausgewählt“, sagt Bezirksbürgermeister Hans-Willi Zwiehoff (SPD) und verweist auf das gärtnerische Konzept am Stauderkreisel, in das die neuen Bäume nicht wirklich passen. Zwar habe sich auch die Bezirksvertretung schon Gedanken um ein Denkmal für den Kreisel gemacht, dabei aber mehr eine Skulptur im Sinn gehabt, etwa mit lokalem Bezug zur gleichnamigen Brauerei, die sich nur wenige hundert Meter entfernt befindet.

Deutlicher wird Michael Schwamborn. Der EBB-Ratsherr war seinerzeit als Bezirksvertreter an der Kreisel-Planung beteiligt und protestiert gegen Widersprüchliches: „Unser Wunsch nach Kunst auf dem Kreisel wurde abgelehnt, weil die den Verkehr unübersichtlicher gemacht hätte, wie es hieß. Und nun drei Bäume - sind die vielleicht durchsichtig?“

Passt nicht zum Gesamtkonzept


Bei frühzeitiger Information „hätten die ja in das Projekt mit eingebaut werden können“, mag Schwamborn zugestehen. So aber sei die Bezirksvertretung, die viele tausend Euro in die Gestaltung des Platzes investiert habe, schlicht übergangen worden. Ergebnis: „Der eigentliche Charme des Projektes geht damit doch kaputt.“
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