Kommentar: SPD-Demo eingePACKt & Flöpzelen gebunkt

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SPD-Mitgliedsbuch aus alten Zeiten

Hach, wie schön, Deutschland ist wieder das Land der Dichter. Man kümmert sich mit aller Kraft um Worte, die tief ins Gesinnungs-Mark oder den Arsch treffen. Darf man eigentlich noch Arsch sagen? Und wer gibt einem die Antwort? Google, Facebook, Twitter, Sandra Maischberger oder Günter?

Darf ich bitten, es ist Wortwahl…

Gestern ist da mal wieder richtig was schief gelaufen mit den Worten. Anstatt zu schreiben „Für eine offene Diskussion über eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen in Essen“ nutze man Worte wie „Integration hat Grenzen“ und „Der Norden ist voll“. Deutschlands Internet bebte und man sah Tausende in den verbalen Kampfeinsatz ziehen. Die großen Medien als Kriegsberichterstatter ließen nicht lange auf sich warten.

Man braucht viele Worte, um ein Wort zurückzunehmen

Es wurde scharf geschossen in den Medien und die Verursacher schienen in der Buchstabensuppe unterzugehen. Ein kurzes Auftauchen und ein leises Wort, das sich anhörte wie „Missverständnis“ wurde nahezu ignoriert und man schwang Wortknüppel wie „Nazi“, „Brandstifter“ oder „rechte Hetzer“.

Nazi, Nazi, Hatzi, Schatzi

Ja wat denn nu? Mir ist schon ganz schwindelig vor lauter Wortanalysewahn. Und mit Schwindel im Kopf lässt sich nicht gut denken. Auf der Internetkirmes drehen sich die Karussells viel zu schnell und für das besonnene, sanfte Wählen von Worten ist da keine Zeit.

„Tempo, Tempo, da hat jemand BRAUN gesagt“, schallt es durch den virtuellen Lautsprecher. Dass es um Bären oder Rasierer gehen könnte, spielt da erstmal eine untergeordnete Rolle. Hören, reagieren, tippen und schon schallt es wieder „LINKS abbiegen“. Hören, reagieren, tippen und löschen. War nur die Stimme vom Navi. Ist eben verwirrend im bunten 24/7-Buchstaben-Dschungel.
Übrigens: Günter nennt seinen Aus-Knopf am PC jetzt Liane.

Halligallischönefahrt, jetzt geht’s rückwärts

Vorwärts, rückwärts, links und rechts – man muss heute aufpassen, wohin einen die öffentliche Achterbahn schleudert. Aussteigen? Vorsicht, auch hier könnte man stolpern.


Reden ist Schweigen und Silber ist Gold

An der richtigen Stelle schweigen können, an der richtigen Stelle klar und besonnen formulieren, zu erkennen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und silberne Flöpzelen bunken, ja, das wäre schön.

Worte, Worte, nichts als Worte. (William Shakespeare)
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4 Kommentare
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 24.01.2016 | 18:38  
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 24.01.2016 | 18:58  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 24.01.2016 | 19:40  
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Dieter Böhm aus Essen-Nord | 25.01.2016 | 18:42  
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