Mehr Ausbildungsstellen für Essen

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Franz Roggemann (IHK), Stephanie Herrmann (Agentur für Arbeit), Andrea Demler (Agentur für Arbeit), Dieter Hillebrand (DGB) und Wolfgang Dapprich (Kreishandwerkerschaft) (v.l.) freuen sich über die positive Trendwende. Foto: Nils Krüger
Essen: Agentur für Arbeit |

Die Ausbildungsbilanz zeigt eine positive Trendwende. Es gibt mehr Ausbildungsstellen und Verträge als im Vorjahr. Trotzdem besteht Handlungsbedarf für die Zukunft.

Dieses Jahr konnte die Agentur für Arbeit zusammen mit Vertretern der IHK, Kreishandwerkerschaft und DGB eine erfreuliche Nachricht für den Ausbildungsmarkt mitteilen. In 2016/2017 haben sich 4044 Jugendliche und Schulabgänger bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 107 mehr Bewerberinnen und Bewerber als im Vorjahr. Doch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist ebenfalls um 353 Stellen auf 3779 gestiegen. Damit liegt das Verhältnis von Bewerbern und Ausbildungsstellen mit 0,93 deutlich über den NRW-Landesschnitt (0,81). Und auch bei den gemachten Ausbildungsverträgen konnte eine Steigerung festgestellt werden. Insgesamt wurden mit 3232 Verträgen 113 mehr als im Vorjahr abgeschlossen. Vor allem das Handwerk legt mit 112 zusätzlichen Verträgen deutlich zu. "Die Betriebe scheinen erkannt zu haben, dass der Fachkräftemangel am Besten durch eigene Ausbildung beseitigt werden kann," resümiert Wolfgang Dapprich, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Probleme trotz guter Entwicklung

Angesichts dieser Bilanz sieht Andrea Demler, Leiterin der Agentur für Arbeit, den Negativtrend der letzten Jahre durchbrochen. Doch trotz dieser angenehmen Entwicklung gibt es einen Dämpfer. Auch die Zahlen an unversorgten Bewerbern und unbesetzten Stellen sind weiter angestiegen. Über 300 Stellen konnten nicht besetzt werden. „Dies ist keine Zahl, auf der wir uns ausruhen dürfen,“ merkt Andrea Demler trotz der positiven Gesamtentwicklung kritisch zu der Bilanz an.Obwohl viele Stellen unbesetzt geblieben sind, fanden 180 Bewerber ebenfalls keine passende Stelle. Für dieses Missverhältnis machen die Anwesenden in erster Linie „Passungsprobleme“ verantwortlich. Diese entstehen einerseits durch abweichende Ausbildungswünsche der Bewerber und andererseits durch nicht erfüllte Anforderungsprofile seitens der Betriebe. „Wir sehen, dass wir hier etwas tun können, in dem wir gezielt unversorgte Bewerber mit Ausbildungsbetrieben zusammenführen,“ meint Andrea Demler.


Auszubildende und Betriebe zueinander führen

Um den zukünftigen Auszubildenden eine bessere Vermittlungschance zu bieten, gibt es die Möglichkeit über eine Einstiegsqualifizierung (EQ) in Ausbildungsberufe und Betriebe hineinzuschnuppern. Die Zeit dieser Langzeitpraktika von 6 bis 12 Monaten kann mit der folgenden Ausbildungszeit verrechnet werden. Allerdings liegt die Vergütung mit 231 Euro weit niedriger als in einer angefangenen Ausbildung. Trotzdem sieht Demler in diesen Praktika ein geeignetes Konzept denen, die noch keine Ausbildungsstelle finden konnten, einen angenehmen Einstieg in die „richtige“ Ausbildung zu ermöglichen. „Das ist eine echte Chance,“ meint Franz Roggemann, Geschäftsführer der Aus- und Weiterbildung der IHK.Mit Blick auf die zukünftigen Entwicklungen fordert Andrea Demler mehr Flexibilität seitens der Auszubildenden und mehr Offenheit der Betriebe sich auf die Ausbildungssuchenden neu einzustellen. Vor allem bei kleineren Betrieben sinkt die Ausbildungsbeteiligung. „Das nächste Ausbildungsjahr muss noch einmal deutlich zulegen, um dem kommenden Bedarf gerecht zu werden,“ kündigt Andrea Demler an.
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