Muslimischen Gebetsraum am Campus Essen erhalten!

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(Foto: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de)

Linke beantragt Berichterstattung im Integrationsrat durch Hochschulleitung und Islamischen Studierendenbund

Die Ratsfraktion DIE LINKE bedauert die bevorstehende Schließung des muslimischen Gebets-raums am Campus Essen, von der die Betroffenen erst aus der Zeitung erfahren haben. In dem entsprechenden WAZ-Artikel vom 12. Februar 2016 mit dem diffamierenden Titel „Diskriminierung im Namen Allahs“ ist von einem sich ausbreitenden „fundamentalistischem Regime“ die Rede. Dem widerspricht die Hochschulleitung allerdings klar. Sie begründet die Schließung mit dem Vor-handensein von Moscheen in der Umgebung und einer akuten Raumnot.
„Der Gebetsraum, der schon seit über 20 Jahren im Gebäude der evangelischen und katholischen Theologie besteht, ist ein Zeichen für eine weltoffene Gesellschaft und gelebte Willkommenskultur. Dieses Angebot wird gut angenommen, wie der durchschnittliche Besuch von 250 bis 300 Perso-nen am Tag zeigt“, so Yilmaz Gültekin, Ratsherr und Mitglied im Integrationsrat. „Die Argumentation der Universitätsleitung, es gebe genügend Moscheen in der Umgebung, ist irreführend. Demnach müsste auch die evangelische Campuskapelle geschlossen werden, schließlich gibt es mehrere Kirchen in der Nähe. Auch das Argument der Raumnot können wir in der Form nicht nachvoll-ziehen, da der Raum nun in einen Raum der Stille umgewandelt und nicht dem direkten Lehrzweck zugeführt werden soll.“
Neben dem Umstand, dass im Vorhinein kein Gespräch mit den Betroffenen gesucht wurde, kriti-siert die Ratsfraktion DIE LINKE vor allem die mediale Berichterstattung rund um die Schließung des Gebetsraums.
„Die Behauptung, es gäbe eine Art fundamentalistisches Regime am Campus Essen, welches An-dersgläubige und Frauen einschüchtert, wurde von der Unileitung, dem AStA sowie dem Islami-schen Studierendenbund dementiert. Solche erfundenen Bedrohungsszenarien schaffen nur Ressentiments und belastet den sozialen Frieden, was Rechten wie der AfD, Pegida und Co. in die Hände spielt. Um hier Klarheit zu schaffen, beantragen wir eine Berichterstattung im Integrationsrat und fordern die Universitätsleitung dazu auf, ihren Beschluss zu überdenken.“ so Yilmaz Gültekin abschließend.
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