Notdienstreform: Sanierung nicht auf Kosten Schwacher

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(Foto: S. Hofschlaeger/pixelio.de)

Stattdessen lokale und regionale Lösungen schaffen

Die Ratsfraktion DIE LINKE. kritisiert die geplanten Dienstobergrenzen für Kinder- und Jugendärzte im Notdienst.
„Diese Reform bedeutet eine schlechtere Versorgung für unsere Kinder und Jugendlichen in Es-sen“, so Ursula Lötzer, für DIE LINKE im Sozialausschuss. „Die Essener Bürgerinnen und Bürger sowie die Politik und Ärzte haben deutlich gemacht, dass sie die bestehende Struktur der Notfall-praxen erhalten wollen. Durch die Rücknahme der Schließungspläne für Essen war dieses Enga-gement auch erfolgreich. Nun soll aber auf Kosten der schwächsten gespart werden. Wie die Ärz-tekammer Nordrhein fordern auch wir, dass sich Reformen auf Regionen mit unsicherer Versor-gung richten müssen, ohne dadurch gewachsene Strukturen wie in Essen zu gefährden. Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat die Notdienstreform abgelehnt, da dadurch die Gesundheitsversorgung für Kinder und Jugendliche verschlechtert wird.“
Nach ursprünglichen Plänen sollten die Notdienstzeiten in Essen um 50% reduziert werden. Statt-dessen wurden jetzt Dienstobergrenze für Kinder- und Jugendärzte im Notdienst auf 68 Std. pro Jahr und Arzt festgelegt. In Regionen mit besonderem Bedarf darf diese Grenze um 15% über-schritten werden. Für Essen ist dies trotzdem nicht ausreichend, da die Kinder- und Jugendärzte hier ca. 90 Std. jährlich leisten müssen, um das bestehende Angebot aufrechtzuerhalten.
„Die Notdienstpraxis für Kinder am Elisabeth-Krankenhaus ist mit bis zu 350 Kindern an Wochen-enden besonders stark nachgefragt und damit ausgelastet. Gerade hier sind Einschnitte nicht hin-nehmbar. Dies würde dazu führen, dass Eltern auf Ärzte, die nicht auf Kinder spezialisiert sind, oder auf Krankenhäuser ausweichen würden. Letztere schreiben jetzt schon rote Zahlen, da sie schon viele Patienten behandeln, die eigentlich in die Notfallpraxen gehören, wodurch auch die Arbeit der Krankenhäuser beeinträchtigt wird,“ so Wolfgang Freye, Oberbürgermeisterkandidat für DIE LINKE, abschließend.

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