Radschnellweg Ruhr in Essen gefährdet

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Diskussion über das große Hindernis Gladbecker Straße das schleunigst überbrückt werden sollte.
 
Ulrich Pabst (ADFC/GRrüne) stellt den Tourverlauf vor

Taugt die Intercity-Route als Umleitung?

Der Weiterbau des RS1 im Essener Osten ist zurzeit ein umstrittenes Projekt. Wegen der längeren Fertigstellungszeit des RS1 im Bereich Eltingviertel (Brückenbau usw.), hat die Stadt eine Intercity-Route als Umleitung geplant. ADFC und GRÜNE unterzogen diese Ausweichstrecke nun einem Praxistest und führten am 3.Mai bei Nieselregen mit über 30 Teilnehmer*innen unter Leitung von Ulrich Pabst eine entsprechende Radtour durch. Mit dabei drei Ratsmitglieder aus dem Planungsausschuss: Christoph Kerscht und Ernst Potthoff (Grüne) und Jens Gröne (SPD) Fazit: Die Erprobung bestätigte die vorhandenen „Vorurteile“: die Umleitung schlägt einen zu großen Bogen und kann aufgrund ihrer Führung über Teile des normalen Straßennetzes keine größeren Kapazitäten an Radler*innen aufnehmen. Das Dilemma fängt schon dort an, wo es von der Universitätsstraße über eine Fußgängerampel über die Gladbecker Straße geht. Auf der anderen Seite geht es dann auf einen schmalen Gehweg weiter, der zu Vorlesungszeiten und durch einen Imbiss stark frequentiert wird- eigentlich eine Schiebestrecke für Radfahrer*innen bis zur Blumenfeldstraße.Der Anschluss ist verheerend!

Große Koalition will RS1 auf Eis legen
ADFC wie Grüne sind aber entsetzt über den neuen Antrag zum Thema „Machbarkeitsstudie "Eltingviertel/Viehofer Platz", von SPD und CDU. Er lautet konkret: Die Verwaltung wird beauftragt, die städtebaulich weitestgehende Variante prioritär zu verfolgen, bei der der komplette Wegfall des ehemaligen Bahndamms realisiert wird.
Dieses Thema überlagerte die Bewertung der Umleitung, weil sie die Fortführung des RS1 in Essen gefährdet. Das machten Teilnehmer*innen der Radtour drastisch klar. GRÜNE halten nicht nur die Vorfestlegung (ohne gründliche Beratung) auf die Variante ohne Bahndamm für falsch. Wir stören uns auch an dem Vorgehen mit der Brechstange entgegen der interfraktionellen Absprachen im Planungsausschuss.
Dagegen setzten die Fahrradverbände die Forderung
1. nach einem schnellstmöglichen Bau der Brücke über die Gladbecker Straße und den Anschluss an die Berneroute.
2. die Errichtung eines einfachen Weges mit wassergebundener
Decke auf dem Bahndamm, als schnelle, kostengünstige Direktverbindung in
Richtung Frillendorf / Kray / Bochum. Die Übergangslösung ermöglicht eine zeitnahe Benutzung des RS1.

Der Planungsprozess im Eltingviertel wird durch das Vorgehen von SPD und CDU aufgehalten und auf unbestimmte Zeit verzögert.
Der neue unausgegorene Vorschlag von SPD und CDU Ratsfraktion bewirkt einen faktischen Baustopp. Ohne Bahndamm wird der RS1 in diesem Bereich nur mit großen Gefällestrecken und nicht kreuzungsfrei zu verwirklichen sein. Das ignorieren CDU und SPD in ihrer Geringschätzung des bundesweiten Pilotprojekts RS1 einfach. Wir lehnen dieses Vorgehen der Großen Koalition entschieden ab!
Die Intercityroute als Umleitung könnte so zu einer Dauerlösung werden. Der anwesende Ratsherr Gröne (SPD) bemerkte dazu: „Wir lassen das alles auf uns zukommen“ und stieß mit seiner Haltung auf wenig Gegenliebe.

Die Intercityroute keine Alternative

Umleitungen für den Radverkehr sind selten. Das Umleitungen Umwege bedeuten ist normal. Bei der Intercityroute steht der Umweg aber in keinem Verhältnis zum Ertrag. Für Ortskundige usw. ist es einfacher, sich andere Wege zu suchen. Der Einstieg in die Umleitung ist suboptimal. Positiv ist aber, dass die Stadt sich überhaupt derartige Gedanken gemacht hat, wie der Radverkehr ab Uni Richtung Osten geführt werden kann. Allzu oft wird das bei Baumaßnahmen, die Radrouten betreffen, „vergessen“, was berechtigte Kritik nach sich zieht. Dass bereits mit einem längeren Vorlauf an einer Umleitung für den RS1 gebastelt wurde, ist insofern durchaus lobenswert, aber das Ergebnis ist bescheiden und vor dem Hintergrund, dass der RS1 im Eltingviertel nicht voran kommt, verheerend.
Die Intercity-Route ist vermutlich das beste, was die Essener Straßen und Radwege neben der geplanten RS1-Trasse hergeben. Leider ist selbst das noch immer so schlecht, dass ein Befahren mit Gruppen schwierig ist, z.B. im Bereich Kray. Auch ein zügiges Vorankommen für Alltagsradler ist kaum möglich, was die Gruppe bei der heutigen „Testfahrt“ leidvoll erfahren musste. Dies unterstreicht noch einmal die Wichtigkeit des RS1, der in diesem Bereich zu einer immensen Verbesserung der Radverkehrs-Infrastruktur führen wird.

Ulrich Pabst und Joachim Drell (GRÜNE)

Link zum Beitrag von Velocity-Ruhr zum verheerenden Vorschlag von SPD und CDU bezüglich des RS1 im Eltingviertel von Simon Knur
http://velocityruhr.net/blog/2017/05/02/weiterbau-...
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