Reiterstellwerk an der Rheinischen Bahn am Viehofer Platz erhalten

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Vermutlich durch Brandstiftung beschädigt- das Reiter-Stellwerk -ein Industriedenkmal!
Essen: Viehhofer Platz |

Erhalt des Stellwerkes muss trotz Brandschäden denkmalfachlich geprüft werden


Für die kommende Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Stadtplanung beantragt die grüne Ratsfraktion eine Überprüfung der Denkmalwürdigkeit des Reiterstellwerkes an der Rheinischen Bahn am Viehofer Platz. Dazu erklärt Walter Wandtke, Sprecher für Denkmalschutz der grünen Ratsfraktion:

„Die Fragen von Denkmalschutz und Erhalt bemerkenswerter Bauwerke in Essen dürfen nicht von Brandstiftern gelöst werden. Gerade jetzt braucht das Stellwerk am Viehofer Platz schnell eine fachlich fundierte Untersuchung über seinen Denkmalwert und den Aufwand der Wiederherstellung des Gebäudes. Erster Schritt muss zumindest die Sicherung des Gebäudes vor weiteren Zerstörungen sein.

Zum Glück scheint die Brandstiftung nur den oberen Teil des Gebäudes mit der Holzkon-struktion des Dachstuhls geschädigt zu haben. Die Basis mit dem Mauerwerk und die besondere Stahlkonstruktion des Stellwerks wirkt unzerstört.

Der vorschnelle Abriss durch den Eigner Deutsche Bahn würde die Chance zerstören, das Reiterstellwerk als Wahrzeichen und kleinen Treffpunkt für die Zukunft des Eltingviertels herauszustellen. Wenn jetzt erfreulicherweise mit Hilfe von Investoren Millionen Euro in die Sanierung dieses Quartiers fließen sollen, müsste es auch gelingen, Sanierungsmittel für das Stellwerk zu finden.
Das Reiterstellwerk ist in der weiteren Region das einzige verbliebene technische Bahngebäude dieser Art. Als markanter Blickfang bietet es einen wichtigen Blick zurück in die industrielle Vergangenheit Essens.“

Der Antrag der GRÜNEN:

Einleitung des Prüfverfahrens zum Denkmalschutz für das Reiterstellwerk an der Rheinischen Bahn - Höhe Altenessener Str./Viehofer Platz

Sehr geehrter Herr Rotter,
die grüne Fraktion beantragt, der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung beschließt:

Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Essen wird beauftragt zu prüfen, ob das 1920 als elektromechanisches Stellwerk „Essen Nord/Ost - Eno“ in Betrieb genommene und seit November 2006 stillgelegte „Reiterstellwerk“ an der „Rheinischen Bahn“ als ein Baudenkmal im Sinne des § 2 NRW-Denkmalschutzgesetz einzustufen ist und folglich gemäß § 3 NRW-Denkmalschutzgesetz in die Denkmalliste der Stadt Essen einzutragen ist.

Begründung:

Das als „Reiterstellwerk“ über den Gleisen ausgeführte ehemalige Stellwerk Essen Nord Ost („Eno“) ist in der weiteren Region das einzige verbliebene technische Bahngebäude dieser Art und ein markanter Bau-stein der technisch-industriellen Geschichte der Stadt Essen. Das von der Firma Siemens & Halske ge-baute Stellwerk besaß nicht nur für den störungsfeien Ablauf des früheren Bahnbetriebs der Strecke Mül-heim-Heißen - Essen-Kray Nord - Gelsenkirchen grundsätzliche Bedeutung.
Bis heute hat das Stellwerk „Eno“ Stadtbild prägende Bedeutung und markiert über dem Bahndamm thro-nend seit 95 Jahren die klassische Grenze zwischen dem Stadtzentrum und dem von Industrie bestimm-ten Nordteil der Stadt. Im Zusammenspiel mit dem Beginn der Altenessener Straße, der verbliebenen Brückenanlage und einiger vom Bombenkrieg verschonter Wohnhäuser der vorherigen Jahrhundertwende auf der Nordseite des Damms kann hier ein Eindruck davon erhalten werden, wie wichtig der Eisenbahn-güterverkehr für Essen als Kohle- und Stahlstadt des 20. Jahrhunderts war. Das ist umso wichtiger, da diese historische Trennlinie der Stadt im Bereich des sonstigen nord-westlichen City-Randes durch den vollständigen Rückbau der früheren Bahnanlagen und die Siedlungen des neuen „Universitätsviertels“ optisch kaum mehr nachvollziehbar ist.
Das Reiterstellwerk hat in jüngster Vergangenheit vermehrt Vandalismusschäden verzeichnet und ist zum unerwünschten Übernachtungsort avanciert. Am 22. April 2015 wurde der Dachstuhl durch einen Brand erheblich beschädigt. Daher ist schnelles Handeln geboten, um dieses Gebäude vor weiteren Vandalis-musschäden, ungeschützten Witterungseinflüssen oder dem gänzlichen Abriss als kurzfristige „Siche-rungsmaßnahme“ zu schützen.
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