Stark aus der Sommerpause: Alte Baustellen und neue Themen gab‘s in der BV V

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Nach Pfingststurm Ela bestand Handlungsbedarf, in den kommenden Jahren wird aufgestockt: Der Kaiser-Wilhelm-Park. Archivfoto: Gohl
 
Hässlicher Nebeneffekt der Taubenbrut unter der Altenessener A42-Autobahnbrücke: Kadaver der Tiere liegen schonmal auf dem Gehweg. Archivfoto: Müller

Neue Bäume für den Park, drei Kameras für die Bezirkssportanlage und Unterstützung für Flüchtlinge: Mit einem bunten Strauß an Themen meldete sich am Dienstag die Bezirksvertretung V aus der Sommerpause zurück. Schwerpunkte waren sowohl gute Nachrichten für den Bezirk, wie das neue Konzept für den vom Pfingststurm verwüsteten Kaiserpark oder eine Aufwertung der Einrichtung an der Hülsenbruchstraße, als auch eher schlechte Kunde, wie die Kapitulation vor der Taubenkot-Problematik an der Altenessener ­Straße.

Ein umfassendes Konzept für den durch Pfingststurm „Ela“ ramponierten Kaiser-Wilhelm-Park stellten Grün und Gruga sowie das Entwicklungsbüro Danielzik und Leuchter vor. Die Verantwortlichen sehen Kahlschlag und Schäden als gute Gelegenheit, gleich den gesamten Bestand des Kaiserparks zu überdenken und aufzuwerten. Von den 376 Bäumen des Parks wurden durch Ela 94 ganz zerstört, 40 stark beschädigt. Als Ersatz gibt es 63 neue Bäume, die nun durch Gehölze und Sträucher ergänzt werden. Der frische Wuchs orientiert sich dabei am alten Bestand. Das gesamte Zukunftskonzept für den Park ist auf mehrere Jahre ausgelegt, die Realisierung der Maßnahmen hängt dabei von der Haushaltslage ab. Bereits beschlossene Sache sind die 63 Bäume, sie wurden als erster Schritt noch für diesen Herbst ausgeschrieben und werden aus Mitteln der Bezirksvertretung V sowie zusätzlichen Ersatzgeldern finanziert.

Zicke, Zacke, Tauben-K ...

Ernüchternd sind die Reaktionen der Verantwortlichen auf Verunreinigungen an der A42-Autobahnbrücke über die Altenessener Straße. In den Winkeln des Bauwerks haben sich seit langem Tauben eingenistet, befeuert wird deren Anwesenheit durch einen Tierfreund, der die Vögel Nacht für Nacht füttert – der Nord Anzeiger berichtete Anfang Juni über die Problematik. Zwar finden die Fütterungen der Tiere seitdem weniger regelmäßig statt, aber die Kotspur bleibt und auch die Tauben nisten dort weiter.
Abhilfe schaffen würden Gitter oder Plexiglas als Schutzmaßnahme, Straßen.NRW vertröstet dafür auf das Jahr 2017, wenn sowieso eine Sanierung im Rahmen von „Deckenloses AK Essen-Nord Altenessen“ stattfindet. Abweichend von der Regel reinigt der Landesbetrieb dort statt zwei- sogar satte sechsmal im Jahr. Ebenfalls nicht in der Pflicht fühlen sich die Essener Entsorgungsbetriebe (EBE): „Auch bei einer intensiven Reinigung des Bereiches kann keine dauerhafte Besserung hergestellt werden, da die Tauben diesen Bereich in kurzer Zeit wieder verschmutzen“, beißt sich die Katze in den Schwanz. Vor 2017 lohnt das Entfernen der Kotspur also erst gar nicht, bis dahin müssen sich Passanten und Kinder auf ihrem Schulweg an den Anblick gewöhnen.

Mit Oppa über den Zaun

Mehr und mehr aus dem Ruder geriet im Laufe des letzten Jahres die Situation an der frisch sanierten Bezirkssportanlage Bäuminghausstraße. Unter anderem wurden die Tore zur Anlage mit Klebstoff verschlossen, auf dem Rasen grüne Glassplitter gestreut und selbst im Vereinsheim des dort beheimateten TuS Helene gab es in nur kurzer Zeit zwei Einbrüche. Allein durch die gescheiterten Einstiegsversuche entstand dort ein Sachschaden von 10.000 Euro, entwendet wurden dabei rund 50 Trikots und Hosen aller Größen. Zudem wird die Anlage auch zu später Stunde Platz von Drogenmißbrauch oder mitternächtlichen Fußballspielen. An einem Sonntagnachmittag hat Hannes Goetz, 1. Vorsitzender des TuS Helene 1928, über 20 Personen beim Kick auf der abgeschlossenen Anlage erwischt. Zutritt verschaffen sich die Eindringlinge dabei entweder über die Bäuminghaus- oder die Hövelstraße, dort sind die Zäune gerade einmal 2,10 Meter hoch. „In der Vergangenheit haben wir sogar erlebt, dass alte Männer über den Zaun gehoben wurden, nur um die 2,50 Euro-Eintrittsgeld zu sparen“, berichtet Goetz fassungslos.
Auf Anfrage der verschiedenen Vereine, die die Anlage nutzen, sollen jetzt drei Videokameras auf dem Gelände installiert werden, jeweils eine an einem der verschiedenen Flutlichtmasten. Dadurch soll das gesamte Areal im Blick bleiben. „Für mich ist noch unklar, welche Reaktionen da jetzt kommen werden, wer überhaupt dafür zuständig ist“, bemerkt Goetz. Die an der Bezirkssportanlage installierten Kameras sollen ähnlich wie die Überwachung einer Tankstelle funktionieren, ein Band läuft 24 Stunden und wird gelöscht, solange es keine Auffälligkeiten gibt.

Mittel für Flüchtlinge

Die vielleicht beste Nachricht der Sitzung: Spiel- und Sportgeräte für Kinder aus Mitteln der Bezirksvertretung erhält jetzt die Flüchtlingseinrichtung an der Altenessener Hülsenbruchstraße. Ursprünglich hatte die Evangelische Kirchengemeinde lediglich einen Antrag über rund 2.500 Euro zur Unterstützung eines Festes eingereicht, jetzt möchte die Bezirksvertretung die Einrichtung sogar mit insgesamt 5.000 Euro unterstützen: „Da ist nämlich gar nichts“, weiß Theodor Jansen, Fraktionsvorsitzender SPD in der BV V. Am 1. September werden sich die Kinderbeauftragten der BV vor Ort mit der Diakonie treffen, um beurteilen zu können, was hier am sinnvollsten entstehen kann. Bis Ende September sollen dort einige Spiel- und Sportgeräte bereitstehen, heißer Favorit sind Basketball-Körbe. Aber: „Das ist erstmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, resümiert Jansen.
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