Stoppenberg: Aus für die halbe Nikolausschule besiegelt?

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Bald so verwaist, wie auf unserem Foto: Zweigstelle Schwanhildenstraße. Die künftige Nutzung des Gebäudes ist „noch unklar“, heißt es im Presseamt der Stadt. Foto: Gohl
So jung war das Publikum im Ratssaal schon lange nicht mehr: In der vergangenen Sitzung des Stadtteilparlamentes für Katernberg, Stoppenberg und Schonnebeck besetzten zahlreiche Grundschüler den eng bemessenen Zuschauerraum. Ihre Eltern engagieren sich für den Erhalt der Zweigstelle der Nikolausschule an der Schwanhildenstraße. Allerdings kommt dieser Einsatz wohl zu spät.

Denn schon im Juni 2010 sprach sich der Stadtrat für die Aufgabe der Zweigstelle aus. Der Grund ist das Auslaufen der Wilhelmschule in der Nikolausstraße. Die benachbarte Nikolausschule darf sich ab dem kommenden Schuljahr in den freigezogenen Räumen breit machen, die Niederlassung an der Schwanhildenstraße wird demnach nicht mehr benötigt - so zumindest die Theorie der Verwaltung.

Eltern nehmen da bekanntlich einen anderen Blickwinkel ein. Sie sind weniger an Einsparpotenzialen interessiert, vielmehr an der Sicherheit ihrer Kinder. Denn die müssten ab dem Unterrichtsjahr 2013/14 einen längeren und vor allem gefährlicheren Schulweg in Kauf nehmen. Dies könne doch nicht im Sinne der Landes-Initiative „Kurze Beine, kurze Wege“ sein. Nicht nur deshalb sind die Elternsprecherinnen Claudia Möckl und Sandra Mehl überzeugt: „Die Situation ist eine andere als vor zwei Jahren.“

Ihr Protest führte sie zuletzt in das Stadtteilparlament, wo sie um die Unterstützung der Lokalpolitik warben. 2010 hatten sie die Schließung des Standortes ohne große Einwände zur Kenntnis genommen. Jetzt wagte sie zumindest einen kleinen Vorstoß: „Die Verwaltung soll den Raumbedarf unter Berücksichtigung der Inklusion (behinderte Kinder lernen mit nicht-behinderten, Anm. d. Red) neu prüfen lassen“, empfahl CDU-Sprecher Rudi Vitzthum. Wohlwissend, dass an der Nikolausstraße „nach Wort des Gesetzes genügend Räume“ vorhanden sind.

Vitzthums Gespür sollte nicht trügen - am Dienstag traf die Stellungnahme der Verwaltung ein. O-Ton der sieben Punkte umfassenden Argumentation: Am Beschluss von 2010 wird nicht gerüttelt.
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