Tempolimit überbewertet? - 2,5-jähriger Feldversuch auf A45 war eher ein Fehlversuch -

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Am Samstag (18.07.15) berichtete die WAZ, dass ein 2,5-jähriger Feldversuch auf der A45 beendet wurde. Das Ergebnis lautet: "Tempolimit bringt nichts für den Lärmschutz".

Wie wirkt sich ein Tempolimit auf die Lärmbelästigung der Anwohner aus? In einem Feldversuch sollte das geprüft werden (u.a. WAZ, Januar 2013). Die Lärmpegelspitzen, die durch schnelle Fahrzeuge erzeugt werden, sollten bei dem Versuch im Fokus stehen.

Nun ist der Feldversuch beendet und die WAZ (18.07.15) gibt plakativ das Ergebnis bekannt: "NRW: Tempolimit bringt nichts für den Lärmschutz".

Hauptverursacher für den Lärm: LKW. Diese dürfen bereits maximal 80 km/h fahren, ein Tempolimit führt hier ins Leere. Soweit so gut.

Wie kann das Ergebnis lauten "Tempolimit bringt nichts für Lärmschutz", wenn das Tempolimit gar nicht eingehalten wurde?


Außerdem soll "ein Tempolimit keine wesentlichen Änderungen der Schall-Emissionen" bewirken. Das heißt, die PKW und Motorräder tragen nur einen unwesentlichen Teil zum Lärm bei, unabhängig vom gefahrenen Tempo. Dieses Ergebnis ist für die Betroffenen erstmal sehr überraschend. Andererseits aber auch nicht, denn weiter heißt es, ein Großteil der PKW- und Motorradfahrer hat sich bei dem Versuch gar nicht an das Tempolimit gehalten.

Das Ergebnis müsste hier also eher lauten: "PKW- und Motorrafahrer ignorieren Tempolimit" und die Frage, die man sich infolgedessen stellen müsste: "Was können wir tun, damit ein Tempolimit in Zukunft eingehalten wird?".

Bereits vorhandene Tempolimits für den Lärmschutz sollen nicht entfernt werden. Ein weiterer Punkt, der zu einer Mehrklassengesellschaft im Lärmschutz führt:

- Lärmvorsorge (einklagbarer Anspruch auf deutlich geringere Grenzwerte)

- Lärmsanierung (freiwillige Leistung des Bundes, deutlich höhere Grenzwerte)

- Neu: Tempolimit nur für "Bestandskunden"

- Bundesland (?) - Andere Länder andere Vorgehensweisen zum Schutz der Bürger -

Es wird sich wohl erst dann etwas ändern, wenn sich die Betroffenen landes- und bundesweit organisieren und ihre Forderungen mit Nachdruck kommunizieren.
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