Wie aus dem Nichts: Katernberger will OB-Kandidat der CDU werden

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Der Katernberger Friedhelm Kölsch hat seinen Hut in den Ring geworfen: Für die CDU will er Oberbürgermeister der Stadt Essen werden.

Bisher konnte Essens CDU um den Kandidaten Thomas Kufen ent­spannt zuschauen, wie sich auf Seiten der SPD zwei Bewerber für das Oberbürgermeisteramt - Reinhard Paß und Angelika Kordfelder - gegenseitig ausbremsen. Doch jetzt erhält auch Kufen Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Große Anspannung dürfte dennoch nicht aufkommen.

Per Mail an die allgemeine Adresse der Essener CDU hat Friedhelm Kölsch am Montagvormittag seine Bewerbung gesandt, anderthalb Stunden später die Medien informiert. Da die Politik sich zu wenig bewege, wolle er jetzt für mehr Bewegung sorgen - vor allem im Kampf gegen Arbeitslosigkeit.

Friedhelm Kölsch sagt der Arbeitslosigkeit den Kampf an


„Es war meine alleinige Entscheidung“, erklärt der Mann aus Katernberg, der wie aus dem Nichts auftaucht: „Ich war in den letzten Jahren eher passives Mitglied der CDU.“
Geboren 1956 in Berlin und in Hessen aufgewachsen, lebte Friedhelm Kölsch von 1973 bis 1982 in Essen, später in Gelsenkirchen. 2005 zog er wieder nach Essen: „Meine Eltern hatten da ein Haus.“
In der Nachbarstadt hat sich Kölsch schon in den 1990er Jahren mit einem Konzept versucht, das er nach wie vor propagiert: „Deutschland rockt sich neu“. Kölsch: „Das hieß erst ‚Arbeit für alle‘, aber das hörte sich nicht so spannend an.“ Nicht so spannend fanden wohl auch Parteifreunde das Ganze, denn sein „Erfinder“, wie er sich in sozialen Medien nennt, fand wenig Anklang in seiner Partei.

Erfinder von 'Deutschland rockt sich neu'


Friedhelm Kölsch aber blieb seinen Zielen treu, zumal die wirtschaftliche Situation seiner Einschätzung nach besser wäre, wenn man früher auf ihn gehört hätte. Fragt man den Mann, der auf dem Parteitag im März gegen den Landtagsabgeordneten Thomas Kufen antreten will, was er konkret gegen Arbeitslosigkeit tun will, so spricht er von einem Früherkennungssystem, basierend auf Informationsaustausch zwischen Arbeitgebern, Schulen und anderen Einrichtungen. Dazu solle die moderne Informationstechnik genutzt werden. Regionale Beschäftigungsbilanzen würden benötigt, damit der Einzelne „auf Knopfdruck sehen kann, wie ist meine Beschäftigtensituation etwa in Katernberg“.

Euro-Skepsis und Warnung vor zu viel Zuwandererung


Dabei will Kölsch Druck auf Arbeitgeber ausüben, damit sie mehr Arbeitsplätze einrichten. Gerade auf lokaler Ebene sei zu wenig getan worden: „Zollverein ist toll, aber davon können nicht genügend Menschen leben. Außerdem kann man nicht ganz Katernberg zum Museum machen. “ Zugleich müsse die Politik die Zuwanderung bremsen: „Es ist keine Lösung, wenn 100 Arbeitsplätze entstehen, zugleich aber 500 Menschen zuwandern.“
Spätestens jetzt kommt die Euroskepsis des Bewerbers durch, die er mit der immensen Schuldensteigerung seit 1989 begründet und die Europa zerreiße. So gesehen hätte er nichts gegen eine Rückkehr zur D-Mark.

Als überzeugter Christ der CDU treu


Das alles scheint Friedhelm Kölsch eher zum Parteilosen zu prädestinieren. Warum also bleibt er bei der CDU? „Ich bin überzeugter Christ“, sagt der Mann aus dem Essener Norden. Eine Gesellschaft ohne Gott ist nicht vorstellbar. „Die Bibel erzieht uns in allen Dingen zum Guten. Das hat einen gesellschaftlichen Wert.“
Rechnet sich Friedhelm Kölsch Chancen auf dem CDU-Parteitag aus? Sein Gegenkandidat ist nicht nur Mitglied des Landtags, sondern wird als Bewerber um das Amt des Oberbürgermeisters vom Kreisvorstand der Partei vorgeschlagen. Kölsch: „Ich würde nicht antreten, wenn ich mir nicht Chancen ausrechnete.“
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2 Kommentare
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Bernd Schlieper aus Essen-West | 07.01.2015 | 00:02  
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 22.01.2015 | 08:49  
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