Bei der Polizei zählt vor allem Teamarbeit

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(Foto: Polizei NRW)
  Ich heiße Horst Schimans­ki, komme aus Duisburg und schaue gern Krimis ... - diese Kriterien reichen nicht aus, um sich bei der Polizei Nordrhein Westfalen um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. „Fernsehrollen sollte man ganz schnell vergessen, wenn man bei uns anfangen möchte“, erklärt Polizeihauptkommissarin Sonja Galatsch-Perrey. Als Einstellungsberaterin weiß sie worauf es ankommt, um in blauer Uniform Karriere zu machen.
„Wichtig ist zunächst einmal, zu wissen, dass Polizeiarbeit Teamarbeit ist“, erklärt die Hauptkommissarin. „Einzelgänger sind hier fehl am Platz.“ Auch „Fernsehkarrieren“ lassen sich bei der Polizei nicht direkt einschlagen. „Viele Mädels bewerben sich bei uns und wollen Hundeführerin oder Polizeipsychologin werden“, seufzt Sonja Galatsch-Perrey und lacht: „In Amerika ist es vielleicht möglich, Profiler zu werden, aber nicht hier bei uns.“
Wer in NRW eine Polizeikarriere anstrebt, der sollte gerne mit Menschen umgehen,kommunikativ, flexibel und leistungsbereit sein, korrekte Umgangsformen beherrschen, physisch und psychisch belastbar sein, zuverlässig und - ganz wichtig - über Teamgeist verfügen.
In NRW muss man zunächst einmal einen Bachelor Studiengang absolvieren. Er besteht aus der Theorie an der Fachhochschule, Training beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP NRW) und praktischer Arbeit bei den Polizeibehörden.
Das Studium dauert insgesamt drei Jahre: „Am Ende des ersten Ausbildungsjahres sind unsere Azubis dann bereits auf der Straße im Einsatz - natürlich in Begleitung eines anderen Beamten“, informiert Sonja Galatsch-Perrey.
Wichtige Dinge, die man können muss, um im Polizeialltag zu bestehen, sind zudem bestimmte Eingriffstechniken, Konfliktvermeidungsstrategien oder auch technische Dinge, wie das Beherrschen der Funk-Kommunikation. Auch Fahrsicherheitstraining wird angeboten.
Bei der Polizei bewirbt man sich immer ein Jahr im Vorraus für das darauffolgende Einstiegssemester. Stichtag ist in diesem Jahr der 2. Oktober. Studienbeginn wäre dann der 1. September 2014. Unter der Webadresse www.polizei.nrw.de findet man unter dem Bewerbe-Button eine Online-bewerbung, die es sorgfältig auszufüllen gilt. Weitere Einstellungsgespräche folgen. Genaues Lesen hilft hier bereits weiter, denn viele Bewerber schaffen bereits die erste Hürde des Anmeldebogens nicht ...
„2012 hatten wir über 8500 Bewerber in NRW, davon waren allerdings nur 6100 bearbeitungsreif. Nach dem Auswahlverfahren mit Reaktionstests, ärztlicher Untersuchung und Assessmentcenter blieben schließlich nur noch 2200 Bewerber übrig. Von diesen wurden dann die besten übernommen: 1477, um genau zu sein“, so Perrey.

Partner sichert einen bei Einsätzen

Im Alltag ist der Polizeidienst natürlich nicht so schillernd wie im Fernsehen, aber durchaus abwechslungsreich: Man arbeitet in wechselnden Teams und hat die Möglichkeit, im Streifendienst, in der Einsatzhundertschaft, aber auch bei Spezialeinheiten zu arbeiten. Je nach Typ und Eignung stellen sich Weichen für die jeweilige Karriere.
Mit kugelsicherer Weste ausgestattet ist man bei Einsätzen in der Regel gut geschützt. Ein Partner sichert einen zusätzlich bei allen Einsätzen. „Der Polizeiberuf ist nicht gefährlicher, als andere Berufe auch“, so die Polizeihauptkommissarin. „Man ist ja gut vorbereitet.“ Schlagstock, Pfefferspray, eine Waffe und Handschellen schützen einen zusätzlich - und müssen meist erst gar nicht zum Einsatz kommen.
Sonja Galatsch-Perrey selbst ist seit 1991 im Polizeidienst. Sie schätzt an ihrem Beruf vor allem „das Menschenorientierte“. Und - unter uns - sie hat doch bestimmt auch einen Lieblingskrimi ... Hat sie: „Großstadtrevier“ - und die Begründung folgt auf dem Fuße: „Weil es dort annähernd authentisch zugeht und auch alltägliche Fälle aus dem Polizeialltag dargestellt werden.“
Also vielleicht doch besser: Ich heiße Dirk Matthies und komme aus Hamburg ...
Alles weitere ist dann Schicksal und das, was jeder Bewerber selbst daraus macht.
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