Selbst um den 1€-Job kümmern, statt Drückeberger, Platte oder Wohnheim.

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Essen , Ruhr: Andrè Pietroschek |











Auf die Füße fallen, statt Platte oder Wohnheim.

© Andrè M. Pietroschek, alle Rechte vorbehalten


Obdachlosigkeit bzw. Wohnungslosigkeit, und auch Suchtprobleme sind schon lange keine Einzelfälle und auch kein Schuldbekenntnis mehr. Im Gedenken an die Leute, die mir geholfen hatten, verfasse ich mal meine Notiz hier:

Da niemand geboren wurde, um ungewaschen und dicht-gesoffen (oder zugeknallt mit Drogen) seine oder ihre Mitmenschen anzupöbeln; Ein Beispiel, welche Schritte es erfordert, vom Penner wieder zum Bürger und Arbeiter zu werden.

Sobald man HartzIV hat kommt einem, wenn wohnungslos, die Idee, sich erst ein mal in ein Wohnheim aufzumachen, recht schlau vor. Was Viele vorher nicht wissen: Man muss oft sein gesamtes HartzIV abtreten und soll dann, als Erwachsener oder Erwachsene, mit 25€ Taschengeld pro Woche klarkommen.

Damit hat man für Bewerbungen nahezu kein Geld und somit auch kaum eine Chance. Statt über das Jobcenter und das gemeine Wohnheim zu meckern bleibt einem aber eine Wahl, die funktioniert:

Geh zum Jobcenter, frag Sachbearbeiter/-In für Deine EGV (Eingliederungsvereinbarung)
nach einem freien Platz in einer Maßnahme, den berüchtigten €1,25,- Jobs! Oder “Soziale
Teilhabe/Teilnahme”

• Bonus-Tipp: Versuche nicht, Dich in einen Mini-Job zu mogeln, wenn Du gerade
unterschrieben hast, das Du dich um Unabhängigkeit vom Jobcenter, also Vollzeit-Job,
bemühst.
• Bonus-Tipp 2: Mach nicht auf krank und suchtkrank, wenn alle anderen auch noch
doppelt so krank arbeiten gehen müssen.

Damit verdient man zwar nicht sehr viel, doch es erleichtert garantiert die Wohnungssuche.
Zusätzlich gewöhnt man sich an frühes Aufstehen, sauberers Erscheinungsbild und
Umgangsformen, die man beim Überleben zwischen Junkies, Schlägern und Pennern halt vergessen hatte.

Die Miete direkt vom Jobcenter an den Vermieter oder die Vermieterin zu überweisen IST
eine gute Idee, denn so kann da gar nicht erst was durch eigene Schuld verbockt werden.

Man kann ein Darlehen für die Erstausstattung der Wohnung kriegen. Doch Diakonie und Caritas haben auch Adressen, die einem kostenlos helfen können, wenn es um Ausstatten der Wohnung geht. Das Darlehen wurde bis Sept. 2017 mit €40 monatlich vom HartzIV abgezogen.

Doch auch durch Ausgrenzung, Geldmangel und Isolation kann und wird das 'Durchhalten'
erschwert werden, also verballer die Kohle nicht heimlich für Drogen & Suff!

Mit einem Geringverdiener-Job eine Wohnung beziehen kann stressen. Lern mit Rückschlägen und Deinen Aggressionen auf "normale" Art umzugehen und mach am Arbeitsplatz NICHT ein auf Platte, Psycho oder Knasti, dann kannste auch gleich wieder auf Asphalt schlafen und auf Knast bzw. Irrenhaus hoffen.

Jetzt hängste also im Wohnheim, oder Deiner Wohnung, hast mindestens 30 Stunden Maloche pro Woche und Dein Privatleben ist bestenfalls beerdigt. Beerdigt, wenn Du schlau genug warst Leute, die Dich runterziehen, schon aus Deinem Leben zu verabschieden! (Siehe mein Profil, LINK Top 10)

Träum nicht von Fortbildungen oder Umschulungen, wenn Du keine schriftliche Zusage diesbezüglich vom Jobcenter bekommen hast.

Bewirb Dich auf Aushilfsjobs, Zeitarbeit, oder bemühe Dich um die Zeitverträge, die manche Maßnahme-Anbieter ermöglichen können.


Offensichtliche Nachteile der €1,25 Jobs:
– Man hat kaum Geld und muss trotzdem die ganze Bürokratie alleine bewältigen.
Einschreiben & Beglaubigungen kosten nervig oft echt viel.
– Man trifft oft Leute, die es viel besser haben, und muss trotzdem weiter sein eigenes
Dasein fristen. Gestörte, Hotel-Mama-Schwachsinnige und Andere mobben und ahnden
gerne mal in staatlich-ignorierter Selbstjustiz.
– Man muss stark genug sein, auf Suff & Drogen zu verzichten, wie alle echten
Erwachsenen in unserer Gesellschaft es sollen!

Vorteile der €1,25 Jobs:
• Man trifft Leute, die auch nicht vom Leben verwöhnt wurden.
• Man gewöhnt sich an das frühe Aufstehen, Benehmen, Alltag regeln und alleine
klarkommen.
• Man lernt mindestens einen Arbeitsbereich kennen und damit werden die Abschätzungen der eigenen Optionen realistischer und erwachsener.
• Man kriegt Hilfe beim Erstellen von Lebenslauf & Co. Manche kriegen auch
Bewerbungstraining umsonst.
• Man kriegt das Sozialticket (Monatskarte EVAG) kostenlos, kann also auch privat
durch die ganze Stadt gondeln.

Und es gibt inzwischen wirklich einen "Zentralrat der Asozialen in Deutschland". Ob selbiger Zentralrat wem nützt, vermag ich nicht zu beurteilen! 
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