Auf den Hund gekommen - Zehn Jahre Hundebesuchsdienst der GSE

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Im Gerhard-Kersting-Haus der GSE darf zweimal im Monat mit Vierbeinern geschmust werden. Hunden und Menschen macht dies gleichermaßen Spaß. Hier "unterhält" sich Dagmar Kalkühler mit Funny. Foto: Debus-Gohl
Essen: Gerhard-Kersting-Haus |

"Klar darf sie das", ruft Kurt Welter, der auf der Pflegestation 1 des Gerhard-Kersting-Hauses lebt, als Schäferhündin Funny auf sein Bett springt. Er hört schlecht und mischt sich nicht gern unters Volk. Sein Zimmer ist sein Rückzugsort. Für Cajus, Funny und Fee macht er allerdings eine Ausnahme. Sie dürfen nicht nur neben ihm auf dem Bett Platz nehmen, sondern gleich den ganzen Raum für sich beanspruchen.

Die Vierbeiner des Hundebesuchsdienstes der GSE Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen Essen mbH haben viele Freibriefe bei den Bewohnern inklusive Heimleitung.
Tiere bereichern das Leben und manchmal bewirkt es bei einem Menschen in Sachen Wohlbefinden mehr, einem Hund über das Fell zu streicheln, als so manches Medikament es vermag. So auch im Gerhard-Kersting-Haus, direkt an der Grünen Mitte Essens, im Uni-Viertel gelegen.
Das Tierkonzept der GSE ermöglicht den Hundebesuch alle 14 Tage. Zunächst im Rahmen von Kaffee und Kuchen im Gemeinschaftsbereich der Senioreneinrichtung, im Anschluss dann auch auf den Zimmern, bei Bewohnern, die nicht mehr ganz so mobil sind.

Liebster Kampfhund auf der Welt


Die Idee des Hundebesuchsdienstes wurde vor zehn Jahren geboren. Gertrud Seel war als damalige zentrale Pflegedienstleiterin mit beteiligt und knüpfte den Kontakt zum Tierheim. Hier kam dann Ulrike Leibrich mit ins Spiel. Heute arbeitet sie in Bottrop mit Hunden, bleibt der Stadt Essen und der GSE aber verbunden.
Die Vierbeiner, die sie zum Ortstermin mitbringt, könnten unterschiedlicher nicht sein: Skippy ist mit zwei Jahren das jüngste Mitglied der fröhlichen Felltruppe.

Fell streicheln quasi auf Rezept


Die anderen sind eher gesetzteren Alters. Einige von ihnen haben sogar als Rettungshunde gearbeitet und besitzen besondere Fähigkeiten. Nach dem ersten Kontakt mit den älteren Damen und Herren der Einrichtung geht es dann ans gemeinsame Spiel.
Mit Leckerchen ausgestattet kann eigentlich nichts mehr schiefgehen - oder doch? Es raschelt im Bambusgebüsch des Innenhofes und die Hälfte der Fellnasen sind erstmal weg zum Fährte aufnehmen, verstecken und rumtoben. Nicht so Fee. Ihr hat es der kleine Springbrunnen angetan und laut bellend versucht sie, den Wasserstrahl endlich dingfest zu machen. American Stafford Cajus liebt es zu schmusen und kuschelt sich an Elisabeth Hohenstein, die 77-jährige Seniorin hat das sanfte Kraftpaket zu ihrem Liebling erklärt. "Er ist aber auch der liebste Kampfhund der Welt!" ist sich Frauchen Ulrike Leibrich sicher.
Ute Herrmann, Leiterin des Gerhard-Kersting-Hauses, ist zufrieden: "Vom Hundebesuchsdienst profitieren bei uns alle gleichermaßen - Mensch und Hund."
GSE-Initiatorin Gertrud Seel ist glücklich, vor zehn Jahren eine richtig gute Idee gehabt zu haben. Denn trotz Hosen voller Hundehaare und Leckerli-Schnodder strahlen nach 90 Minuten wirklich alle um die Wette.
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