Avci nicht zu halten - RWE schlägt Bergisch Gladbach mit 4:1

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Wasserball war vor vier Wochen, jetzt wird im Stadion wieder Fußball gespielt. Auch wenn es beim 4:1-Erfolg der Rot-Weißen über Bergisch Gladbach nicht immer ganz rund lief.

Der gastgebende Tabellenfünfte der Regionalliga West begann gut, bereits nach sechs Minuten lag er in Front. Kerim Avci erzielte im Fallen nach Vorarbeit von Kevin Grund das 1:0. Anstatt aber nachzulegen, agierten die Bergeborbecker erst mal abwartend. So durften die abstiegsbedrohten Gäste ihre Scheu vor der Kulisse (7.112 Zuschauer) ablegen. Mit freundlicher Unterstützung kamen sie zu ersten Torgelegenheiten. Man merkte den Essenern an, dass die Vorbereitung auf den (Wieder-)Restrundenstart eher suboptimal verlaufen war. Ungenaue Abspiele und Probleme mit dem holprigen Rasen waren in der ersten Hälfte mehrfach zu beobachten.

„Wir fallen immer wieder zurück in alte Muster“, bemängelte Innenverteidiger Vincent Wagner nach dem Abpfiff. Deshalb durften die Gladbacher erst den Pfosten, zur Mitte der ersten Halbzeit dann ins Schwarze treffen: 1:1 durch Andre Schimalov – ein bis dato gerechtes Resultat, mit dem es in die Pause hätte gehen können. Wäre da nicht Kerim Avci gewesen. Mit Schulterproblemen zwischenzeitlich an der Bank behandelt, nahm er den Ball mit dem Rücken zum gegnerischen Kasten an, um ihn dann sehenswert über SV-Keeper Sven Forsbach hinweg zu schnibbeln. „Vincent hat mir zugerufen, dass ich Zeit habe. Da hab ich's einfach probiert“, kommentierte der Schütze seinen zweiten von drei Treffern.

Denn Avci stellte in Halbzeit zwei auch den 4:1-Endstand her. Zuvor hatte Cebio Soukou - mit der frischen Vertragsverlängerung im Rücken – seinen zweiten Saisontreffer erzielt. Drei Avci-Treffer, wann gab's die zuletzt? „In einem Testspiel kürzlich. Drei Tore in einem Pflichtspiel? Das muss in der B-Jugend gewesen sein“, mutmaßte der Mann des Tages. Auch sein Trainer, Waldemar Wrobel, geriet für seine Verhältnisse ins Schwärmen: „Ich find' Avci gut!“. Um dann die Presse in die Pflicht zu nehmen: „Jetzt lasst es aber gut sein. Nicht, dass wir ihn wieder einfangen müssen. So groß ist das Lasso nicht, das wir hierfür benötigen.“

Dank der Leistungssteigerung war der Sieg am Ende verdient. Vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen, angesichts des Gladbacher Widerstands in den ersten 45 Minuten. Andererseits: Weniger Schlampigkeit in der Ausführung von Kontern – und die Essener hätten einen deutlichen Kantersieg einfahren können.

Das sah auch Gästetrainer Dietmar Schacht ein, der eine deutliche Warnung an die „Schlaftabletten“ in seinem Team richtete: „Um die Klasse zu halten, benötigen wir noch sieben oder acht Siege. Es bleiben uns noch fünfzehn Spiele. Wenn ich sehe, dass die Zweitvertretung des MSV Duisburg (Platz 15 vor diesem Spieltag) Viktoria Köln mit 3:0 schlagen kann, dann frage ich mich, wen wir eigentlich hinter uns lassen sollen.“
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