Halber Platzsturm: Rot-Weiss Essen verliert 0:3 gegen Rödinghausen

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Konnte sich selten durchsetzen: Marcel Platzek war auf rechts bemüht, Verwertbares aus dem Langholz zu machen. Fotos: Gohl
 
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit: Erneut ist es gelungen, die Pforte zur Alten West zu knacken. Foto: Müller

Es war ein hässlicher Abend im Stadion Essen. Beim heutigen Regionalliga-Spiel Rot-Weiss gegen den SV Rödinghausen erreichte nicht nur das spielerische Auftreten der Heim-Mannschaft einen neuen Tiefpunkt, zusätzlich war wieder einmal das Tor zur Alten West auf. Nach Abpfiff verließen einige gewaltbereite Anhänger die Kurve, Teams und Offizielle mussten ihr Heil in der Kabine suchen.

„Fascher raus“-Rufe, Pfiffe, eine Front von Sicherheitskräften vor dem Kabineneingang: Mit Leidenschaft und Freude am Fußball hatte das Heimspiel von Rot-Weiss Essen am heutigen Abend nichts zu tun. Trotz der von den Anhängern heißersehnten Entlassung von Sportvorstand Dr. Uwe Harttgen in der vergangenen Woche sinkt die Zuschauerzahl stetig: Der offizielle Wert von 6.107 dürfte eine optimistische Schätzung sein.

Tiefpunkt

„Die erste Halbzeit war noch akzeptabel“, findet ein insgesamt ernüchterter Marc Fascher, Cheftrainer von Rot-Weiss. Tatsächlich schien es in den ersten 20 Minuten, als sei der Essener Elf durch die Entlassung des Sportvorstands eine Last von den Schultern gefallen. Die Mannschaft kombiniert frei - wie in den letzten Wochen so selten -, fast jeder Pass sitzt. Dann folgt ein harter Bruch und wieder verfällt der RWE in alte Muster. Gipfel des Zusammenspiels ist jetzt, wenn der gewohnte Ball auf rechts außen zufällig einen Abnehmer findet. Mit der einen oder anderen Chance, ohne Tore geht’s in die Kabinen.
In Hälfte zwei setzt der RWE den unsicheren Fehlpassreigen fort, bis es in der 58. Minute doch endlich knallt: Nach einer Ecke erzielt Rödinghausen-Kapitän Sören Siek die Führung. „Mit dem 1:0 haben wir uns den Zahn ziehen lassen“, resigniert Fascher. Einen völligen Aussetzer hat Rot-Weiss-Abwehrhüne Philipp Zeiger in der 70. Spielminute: Lässig setzt er den Rödinghausener Marius Blüter in Szene, der sich alleine vorm Tor bloß noch die Ecke fürs 2:0 aussuchen muss. Das 3:0 von Florian Rüter in der Nachspielzeit geht unter, weil nach dem zweiten Treffer der Gäste zum ersten Mal das noch aus der Pokalpartie gegen Duisburg bekannte Tor zur Alten West offenstand. In der letzten Viertelstunde ist das Gatter wieder zu, aber eine Gruppe teils vermummter bildet schon eine Front hinter dem Zaun. Nach Abpfiff bewahrheitet sich die böse Vorahnung und rund ein Dutzend Männer stürmen auf den Platz. Außer ein paar Banden kommt glücklicherweise niemand zu Schaden. Spieler und Offizielle verlassen sicherheitshalber den Platz, erneut endet ein Abend an der Hafenstraße mit Pfiffen und mieser Stimmung.

Nächstes Heimspiel: FC Kray

„Da merkt man eine gewisse Verunsicherung bei der Heim-Mannschaft. Kein Wunder, wenn man guckt, was hier passiert“, kommentiert Mario Ermisch, Trainer von Rödinghausen, Partie und Atmosphäre im Stadion. Das nächste Spiel bestreitet Rot-Weiss am 11. April auswärts in Verl, zurück vor die heimische Kulisse geht’s am 14.: Dann reist der FC Kray zum Niederrhein-Pokal-Halbfinale an. „Vielleicht kommt die Pause gerade goldrichtig“, schließt Fascher bitter. Ob die dritte Niederlage gegen den Lokalrivalen wirklich noch einen Unterschied machen würde, ist schwer zu sagen. Spaß macht es so jedenfalls keinen.
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