Kleine Sporthalle mit großer Wirkung

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Eine Wärmepumpe lässt in der neuen Halle die Heizung laufen. (Foto: Stadt Essen / Peter Prengel)
 
Auch Oberbürgermeister Reinhard Paß kam zur Einweihung der neuen Sportstätte. (Foto: Stadt Essen / Peter Prengel)

Durch die Eröffnung einer neuen Halle auf der Sportanlage Lohwiese rückt die Verwirklichung der Neuen Mitte Karnap näher: Denn nun beginnen die Arbeiten am Sigambrerweg. Doch zunächst stand die Einweihung der neuen Sportstätte durch Oberbürgermeister Reinhard Paß an. Auf dem Gelände an der Lohwiese folgen weitere Sanierungsmaßnahmen.

In Zukunft, meint Josef Simon, Vorsitzender des TV Karnap 04, müssten die Karnaper vom Zentrum knapp 400 Meter weiter zu ihrer neuen Sportstätte laufen. Doch das sei wohl der einzige Wermutstropfen, der nach nur achtmonatiger Bauzeit mit der der neuen Fitnesshalle bleibe: „Ich glaube, die neue Halle ist gut gelungen“, sagt er und verweist auf die moderne Glasfassade, die den Blick zu den Sportplätzen öffnet.
Zukünftig können Mitglieder des TV Karnap 04 auf knapp 170 Quadratmetern trainieren, Sportgeräte werden in einem 30 Quadratmeter großen Abstellraum verwahrt. Josef Simon lobt die gute Zusammenarbeit mit Oberbürgermeister Reinhard Paß und erinnert an das Versprechen der Stadt: „Kein Abriss, bevor eine neue Turnhalle gebaut wird“. Das wurde bereits 2011 in einem Briefwechsel zugesichert. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sind sich alle einig.

Keine Turn-, sondern eine Fitnesshalle

„Die neue Gymnastikhalle wird modernen Ansprüchen gerecht“, eröffnet der Oberbürgermeister und verweist auf gut versteckte Technik – bei bis zu Minus 19 Grad Außentemperatur lässt eine Wärmepumpe Heizung und Warmwasseraufbereitung laufen. Das garantiere „ökonomische und ökologische Wärmeversorgung“. Die vor Ostern gefundene Fliegerbombe konnte den Bau nicht aufhalten. „Der Wegfall der Schulturnhalle am Sigambrerweg machte es notwendig, eine neue und moderne Gymnastikhalle zu bauen.“
Diese ähnelt nicht nur äußerlich der Turnhalle an der Dürerschule in Borbeck. Beiden sei ein „bedarfsorientiertes“ Konzept gemeinsam, meint CDU-Ratsherr Klaus Diekmann, der den Ausschuss der Sport- und Bäderbetriebe leitet und vom „Borbecker Modell“ spricht.

Nicht nur Fitnessübungen, Tischtennis und Kinderturnen, sondern auch Volleyball wird es schon bald geben. „Unser Turnverein ist so vielfältig wie seine Mitglieder“, heißt es beim TV Karnap 04.
Mit dem Neubau möchte Reinhard Paß das „vielfältige Breitensportangebot“ im nördlichsten Stadtteil fördern - wohnortnah. Allerdings ist die nun eröffnete Halle keine „richtige“ Turnhalle – zumindest streng genommen. „Man spricht hier von einer Gymnastik- oder Fitnesshalle“, erklärt Udo Bayer, Fraktionsvorsitzender des Essener Bürger Bündnis (EBB). Und verweist auf das Baurecht in NRW.
„Der Bau der Gymnastikhalle beruht auf einem Deal“, erklärt Udo Bayer, dessen Bürger Bündnis den Kontakt zur Ten Brinke Industrie- und Gewerbebau GmbH herstellte. „Die Stadt Essen überträgt dabei Grundstücksflächen am Karnaper Markt an die Ten Brinke Gruppe“ - im Gegenzug für Bauleistung und Planung (der Nord Anzeiger berichtete).
Besondere Herausforderung sei, allen Interessen der zukünftigen Nutzer der Sporthalle gerecht zu werden, sagt der Essener Architekt Bernhard Synoracki. „Die Baukosten von 650.000 Euro hat die Ten Brinke Gruppe übernommen“, sagt Udo Bayer.

Feierstunde war „nicht die letzte“

Mit dem Beginn der ersten Abrissarbeiten an der Karnaper Straße an der Ecke Sigambrerweg seit März rücke auch die Fertigstellung näher – ab Anfang 2015 soll die „5000 Quadratmeter große Neue Mitte“ dann zum Leben erwachen, so der Zeitplan. Mit Supermarkt und mehr erhofft sich auch Ten Brinke einen Impuls – über den Stadtteil hinaus. Die Grundsteinlegung erfolgte im Rahmen eines Bürgerfestes am heutigen Freitag.

Doch zunächst gehen die Sanierungsmaßnahmen an der Lohwiese weiter – mit städtischen Mitteln, die man durch den Vertrag sparen konnte. Ein Kunstrasenplatz wird errichtet – inklusive Flutlicht. Damit der Ball dort bald rollt, veranschlagt man 518.000 Euro. Auch die Umkleidekabinen werden saniert. Die Sportanlage steht dann für den Schulsport zur Verfügung. Deshalb ist auch Josef Simon sicher: „Diese Feierstunde war bestimmt nicht unsere letzte.“
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