Neutralisiert: Rot-Weiss mit 0:1-Niederlage im Spitzenspiel gegen Alemannia Aachen

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Man of the Match: Torschütze Kevin Behrens (li.) war heute auffälligster Spieler. Archivfotos: Gohl
 
Für Stimmung war gesorgt: 30.313 Zuschauer ist Rekord für die vierte Spielklasse.

Abwehrstärke trifft beste Offensive: In einer chancenarmen Partie im ausverkauften Aachener Tivoli schlägt die Alemannia Rot-Weiss Essen mit 1:0 und klettert damit auf Rang eins der Tabelle der Regionalliga-West. Wie schon in der Hinrunde beendete der RWE das Spiel zu zehnt, entscheidend war das 1:0 nach einer Standardsituation.

Mit 30.313 Zuschauern stellte die Partie Aachen gegen Rot-Weiss einen europaweiten Rekord für die vierte Spielklasse auf, allein 5.000 Essener waren für das Spitzenspiel der Regionalliga-West nach Aachen gereist. Der Tabellenerste traf auf den Zweiten, die stärkste Offensive musste gegen die zweitbeste Defensive ran. Für Stimmung sorgten besonders die Rot-Weiss-Fans, wer das Spiel im Fernsehen verfolgte, fühlte sich gleich zuhause.

Vier Chancen, einmal Gelb-Rot

Rot-Weiss startet motiviert in die Partie, von Nervosität keine Spur. Schon in der 3. Spielminute bricht Marwin Studtrucker auf der rechten Seite aus, der Aachener Michael Lejan kann ihn nur durch ein Foul bremsen. Es folgt die erste dicke Chance: Nach Freistoß von Benjamin Baier landet der Ball auf Umwegen bei Linksfuß Tim Hermes, der das Leder aus 20 Metern Entfernung an die Latte knallt. Die Hafenstraßen-Kicker behalten das Heft in der Hand und mühen sich redlich gegen die gut stehenden Aachener ab, ohne dabei zwingend zu werden. Erst in der 39. wird’s wieder spannend. Die Alemannia lässt sich am Strafraum der Essener blicken, Zeiger klärt zur Ecke. Neuzugang Leon Binder verliert das anschließende Kopfballduell, Rot-Weiss-Keeper Niclas Heimann wähnt sich in Sicherheit und Kevin Behrens netzt zum 1:0 für die Alemannia ein. Mit dem einen Treffer geht’s in die Kabinen.
In Hälfte zwei ist noch weniger los als in den ersten 45. Spielminuten. Aachen mauert weiter, während Rot-Weiss im Aufbauspiel krankt. Viele Fehlpässe und Fouls bestimmen die Partie, keine der Mannschaften wirkt gefährlich. Schreckmoment für Rot-Weiss dann in Minute 71: Die Kugel zappelt im Netz der Essener, statt 2:0 gibt’s aber gelb für Behrens, der das Leder mit der Hand hinter die Linie bugsierte. Zwei Zeigerumdrehungen später ist der RWE nur noch zu zehnt. Richard Weber weiß sich gegen Behrens nur mit einer Notbremse zu helfen und geht mit Gelb-Rot vom Platz. In der Schlussphase erwachen die Hafenstraßen-Kicker aus der Schockstarre, die größte Gelegenheit hat Sven Kreyer in der 85. Spielminute. Der frisch eingewechselte Tobias Steffen spielt flach von links in den 16er von Aachen, Kreyer muss direkt nehmen und zieht knapp über den Kasten. Am Ende reicht es nicht mehr: Alemannia Aachen gewinnt das Rekordspiel mit 1:0.

„Ruhig bleiben“

Zufrieden kann Rot-Weiss zwar nicht sein, aber das Ergebnis ist nicht aller Tage Abend, findet RWE-Cheftrainer Marc Fascher: „Es sind noch 14 Spiele zu spielen. Ruhig bleiben.“ Tabellenführer ist jetzt Aachen mit 41 Punkten, der RWE steht mit 38 auf Rang zwei. Nicht vergessen darf man die Zweite von Borussia Mönchengladbach: Mit inzwischen zwei Nachholspielen und 36 Zählern steht das Team in Lauerstellung. Nächste Gelegenheit, Punkte auf den neuen, alten Spitzenreiter gutzumachen, hat Rot-Weiss am Freitag, 13. Februar, um 19 Uhr im Stadion Essen. Dann geht’s gegen die zweite Mannschaft des VFL Bochum.

Spiel überschattet

Überschattet wurde das Rekordspiel durch einen tragischen Todesfall. Auf der Fahrt im Einsatz-Zug nach Aachen erlitt ein 63-jähriger Rot-Weiss-Fan einen Herzinfarkt. Er konnte zunächst vor Ort reanimiert werden, verstarb jedoch hinterher im Mülheimer Krankenhaus. Rot-Weiss Essen hat den Angehörigen seine Anteilnahme ausgesprochen.
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