„Pfui“: Rot-Weiss Essen verliert im Stadtderby gegen Kray 0:1

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Feierstimmung bei Kray: Zum zweiten Mal konnte der FC in dieser Spielzeit einen Sieg gegen Rot-Weiss verbuchen. Fotos: Gohl
 
RWE-Coach Fascher hofft, dass ein Treffer den Fluch der Negativserie bricht.

„Ein Torschuss. Unterkante Latte. Muss ich dazu noch was sagen?“, beschreibt Marc Fascher, Cheftrainer von Rot-Weiss Essen, bitter den einzigen Treffer der gestrigen Partie gegen den FC Kray. Der RWE mühte sich 90 Minuten redlich ab, doch das Leder landete nicht im Netz der Krayer. Von der Negativserie nach der Winterpause erbost, intonierten die Fans zum ersten Mal „Fascher raus“-Rufe.

Die Szenerie kennt man schon: Vor dem Gästeblock feiert der 1. FC Kray mit den wenigen angereisten Fans, auf der anderen Seite versucht die Elf von Rot-Weiss Essen verzweifelt, Abbitte bei den eigenen Anhängern zu leisten. So sah der Gipfel der Krise in der Hinrunde aus, Rot-Weiss unterlag dem Stadtrivalen damals mit 4:2. Auch am heutigen Abend startete die Mannschaft von Marc Fascher unter schlechten Voraussetzungen: Seit der Winterpause konnten die Hafenstraßen-Kicker aus drei Spielen gerade einmal drei Zähler mitnehmen. 8.756 Zuschauer reisten am gestrigen Freitagabend nach Bergeborbeck, um im Stadion Essen das Stadtderby zu verfolgen.

Nur ein Torschuss

In der ersten halben Stunde passiert so gut wie nichts, die Krayer scheinen am spielerischen Limit und Rot-Weiss drückt erbarmungslos. Die erste richtige Gelegenheit hat Marwin Studtrucker in der 27. Spielminute: Sein Kopfball nach Flanke von Tobias Steffen geht knapp am Kasten von Kray-Keeper Kunz vorbei. Eine Zeigerumdrehung später ist es Kevin Freiberger, der den Ball nicht richtig auf den Fuß kriegt und voll drüber zieht. Ohne Treffer und mit wenig Torszenen verabschieden sich die Teams in die Halbzeitpause.
In der zweiten Hälfte tut Rot-Weiss sich weiter schwer. In der 53. segelt Benjamin Baiers Freistoß ungefährlich in Kunz Arme, während Sven Krayer drei Minuten später aus nächster Nähe in der Abwehrreihe hängen bleibt. Direkt danach der Schockmoment: Nach einer Standardsituation landet die Kugel bei Ömer Akman, der aus der Entfernung das 1:0 für den FC Kray erzielt. Wie schon einige Male zuvor in dieser Saison ist der RWE wie erstarrt: Fehlpass folgt auf Fehlpass, selbst einfachste Ballannahmen wollen nicht gelingen. Erst in der 74. Minute gibt’s ein Lebenszeichen des RWE: Patrick Huckle flankt von links, das Leder prallt von Philipp Zeigers Kopf ins Toraus. Rot-Weiss setzt jetzt alles daran, den Ausgleich noch zu schaffen. Über Minuten verkeilen sich die Mannschaften im Strafraum von Kray, aber keiner der vielen Torschüsse bringt den Erfolg. Begleitet von lauten Pfiffen und „Pfui“-Rufen trottet das Team in die Kabine.

Fascher: Den Fluch brechen

„Das ist eine schwierige Phase. Wann fing die an? Am 23. Dezember“, versucht Marc Fascher die Ereignisse des Abends – und der letzten Wochen – zu sortieren. „Plötzlich fehlen ein Leistungsträger und ein Punkt.“ Cebio Soukou ist wegen der positiven Dopingprobe bis Ende der Saison gesperrt, Baier, Zeiger und Grebe konnten die von ihm hinterlassene kreative Lücke in den letzten Partien nicht füllen. „Bis zur Hinserie hatten wir die beste Offensive der Liga, jetzt haben wir ein Tor aus vier Spielen. Da weiß man, wo der Hase begraben liegt.“ Faschers Hoffnung ist deshalb, dass ein Treffer den Knoten zum Platzen bringt: „Wir müssen die Misere beenden, um diesen Fluch letztendlich zu brechen.“
Eine große Gelegenheit dafür bietet sich am kommenden Samstag, 7. März, um 15.30 Uhr in der Partie gegen Borussia Mönchengladbach II. Die Zwote der Fohlen ist heißer Aufstiegskandidant und steht mit 42 Zählern bei drei Nachholspielen mit zwei Punkten vor Rot-Weiss. Ein Sieg könnte den Abstand auf die Spitzengruppe deutlich verkürzen – und eine Niederlage?
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