Rot-Weiss Essen: Mit Baier-Doppelpack ins Halbfinale

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Schießt Hönnepel-Niedermörmter im Alleingang ab: Mittelfeldmotor Benny Baier. Archivfotos: Gohl
 
Wie schon im Mai gegen Oberhausen: Nach Genesung und Halbfinal-Einzug hofft Leon Binder auf mehr intime Momente mit dem Niederrheinpokal.

Nach einem 2:0-Sieg gegen die SV Hönnepel-Niedermörmter im gestrigen Viertelfinalspiel des Niederrheinpokals 2015/2016 steht Rot-Weiss Essen unter den letzten Vier des Wettbewerbs. Über lange Phasen hielt der Oberligist aus Kalkar im Stadion Essen tapfer dagegen, am Ende reichte die Leistung aber nicht für einen Sieg. Die beiden Treffer (11. und 33.) gehen auf die Kappe von Mittelfeldmotor Benjamin Baier, den dritten hatte er in Hälfte zwei sogar auch auf dem Fuß.

Die SV Hönnepel-Niedermörmter ist ein Klub mit Charakter: Gekickt wird im Schatten eines ehemaligen Kernkraftwerk-Kühlturms, abgekürzt wird der Vereinsname mit Hö-Nie, weil er sonst in keine Tabelle passt, und der kampfeslustige Stier im Logo verspricht den Gegnern, dass der Acker am Niederrhein beben wird. Keine Furcht vor Favoriten zeigte Hö-Nie in den vergangenen Jahren. So kegelte der Oberligist in der Spielzeit 2012/2013 Rot-Weiss Essen mit 2:1 aus dem Niederrheinpokal, ein Jahr zuvor musste Rot-Weiß Oberhausen durch ein 5:6 im Elfmeterschießen seinen Finalplatz an den Klub aus Kalkar abgeben. Erst dort setzte es eine 3:2-Niederlage gegen RWE. Am gestrigen Sonntag war Hö-Nie wieder zu Gast an der Hafenstraße, nur 1.488 hartgesottene Zuschauer nahmen die winterlichen Temperaturen auf sich, um das Viertelfinale des Niederrheinpokals 2015/2016 zu verfolgen.

Eigentlich ganz ausgeglichen

Beherzt legt Rot-Weiss vor heimischer Kulisse los, früh greifen die Essener den Besuch aus Kalkar an. Das zahlt sich recht flott aus: Ecke für den RWE in Minute 11, als die Kugel bei Benjamin Baier landet, zieht der das Leder von der Strafraumgrenze zum 1:0 in den rechten Winkel von Tim Weichelts Kasten. Nach rund 20 Minuten ist aber erst einmal die Luft raus und Hö-Nie wagt sich in die Hälfte der Gastgeber. Daniel Boldts Kopfball (20.) wird wegen Aufstützens abgepfiffen, der Versuch, den zu weit vor seinem Tor stehenden Robin Heller zu überlupfen (23.), springt Richtung Eckfahne. „Dann hat uns der Bruder vom Augsburger – wie heißt er noch? Baier? – zwei so Dinger reingesetzt“ seufzt Georg Mewes, Trainer des SV Hönnepel-Niedermörmter. Kasim Rabihic legt mit flachem Pass für Baier auf, der mit dem nächsten Weitschuss auf 2:0 für Rot-Weiss Essen erhöht – diesmal ging’s aber ins linke Eck. Ein sattes Plus an eindeutigen Chancen erarbeitete Rot-Weiss sich in Halbzeit eins nicht, eigentlich war alles, das in gefährliche Nähe des Kalkarer Kastens kam, dann auch drin.
Die zweite Hälfte ist noch ein bisschen kälter und noch ein bisschen ausgeglichener. Ein bewährtes Konzept greifen Kevin Grund und Benny Baier in der 56. Minute auf: Grund flankt seine Ecke gleich auf den Mittelfeldmotor, der direkte Schussversuch bleibt in der Menge hängen: „Da war noch einer dazwischen“, zwinkert Doppeltorschütze Baier. Gegen Ende ist Hö-Nie sogar nah dran am Anschlusstreffer. Enes Bayram spielt auf Tarek Staude, der eingewechselte Kwadwo Amaoako pfeffert die Kugel voll gegen den rot-weissen Pfosten. Mit Abpfiff fliehen die Zuschauer flugs ins Warme.

Krisenspiegel Kray

„Vielleicht hätten wir ein Tor verdient gehabt, aber am Ende hat’s für den Sieg nicht gereicht“ zeigt Hö-Nie-Coach Mewes sich als guter Verlierer. Jan Siewert, Cheftrainer von Rot-Weiss Essen, ist mit dem Ergebnis ebenfalls im Reinen, allein die Chancenverwertung seiner Elf bereitet ihm weiterhin Kopfzerbrechen: „Das ist das große Manko dieser Saison: der Aufwand den wir brauchen, um Tore zu schießen.“
Potenzielle Halbfinalgegner für Rot-Weiss Essen sind jetzt Rot-Weiß Oberhausen, FC Kray sowie ETB Schwarz-Weiß Essen und der Wuppertaler SV, deren gestrige Partie abgesagt wurde. Ein Wiedersehen mit dem Lokalrivalen Kray gibt’s schon nächste Woche: „Da steht wieder ein Derby an, da wollen wir wieder konsequent auftreten“, mahnt Siewert. Das kann so oder so ausgehen: Ebnete der Sieg gegen Kray im Pokal als Trostpflaster für eine verkorkste Spielzeit den Einzug ins Finale, läutete der Stadtrivale in der Liga mit zwei Siegen an der Hafenstraße jeweils die große Krisenstimmung ein. Anpfiff im Stadion Essen am kommenden Freitag, 27. November, ist 19.30 Uhr.
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