Sonderzug nach Aachen: Das Spitzenspiel zwischen Alemannia und Rot-Weiss gibt's am Samstag ab 14 Uhr live im WDR

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Emotionsgeladen: Das Duell zwischen Alemannia Aachen und Rot-Weiss Essen verspricht erneut ein intensives Spiel zu werden. Archivfotos: Gohl
 
Bekannt für Einwürfe und Standards: Tim Hermes (re.) erzielte den Rot-Weiss-Treffer beim 1:1 in der Hinrunde.
 
Erster großer Erfolg für den RWE: Rot-Weiss-Kapitän August Gottschalk (li.) hält den DFB-Pokal in den Händen. Foto: RWE

Kein Spiel der Regionalliga-West hat bisher so viel Aufmerksamkeit erregt: Zum Rückrundenauftakt tritt im Aachener Tivoli am Samstag, 7. Februar, um 14 Uhr die Alemannia gegen Rot-Weiss Essen an. Mit 30.000 Fans ist nicht nur das Stadion ausverkauft, alle anderen Anhänger beider Mannschaften können den Kampf um die Tabellenspitze live im TV sehen.

„Ich glaube, dass es ein sehr intensives Spiel wird“, ahnt Marc Fascher, Cheftrainer von Rot-Weiss Essen, in Bezug auf die Partie gegen Alemannia Aachen. So sah das auch der Westdeutsche Rundfunk, der sich entschloss, das Traditionsduell live zu übertragen, genau wie die insgesamt 30.000 Fans, die ihre Mannschaften von den Rängen der Aachener Spielstätte anfeuern werden. Für die Anreise der 5.000 Gäste gibt es sogar einen Sonderzug vom Essener Hauptbahnhof.
Kein Wunder, denn heute geht es um viel. Derzeit trennt bloß ein Zähler den Tabellenführer der Regionalliga-West, Rot-Weiss Essen, vom direkten Konkurrenten Alemannia Aachen (oder andersrum, s. Kasten links). „Es wird ein Duell auf Augenhöhe, bei dem Kleinigkeiten entscheiden“, glaubt Marc Fascher.
Kann Rot-Weiss auf mittlerweile 13 Spiele ohne Niederlage zurückblicken, ist auch Aachen seit inzwischen 12 Spielen ungeschlagen. Große Stärke der Alemannen ist mit nur 13 Gegentoren die Abwehr, während der RWE vor allem mit der Offensive protzen kann: 41 Treffer sind Ligaspitze.

Punkteteilung in Unterzahl

Zuletzt trafen die beiden Teams im Hinrundenspiel an der Hafenstraße am 16. August aufeinander. Die über 12.000 Zuschauer im Stadion Essen sahen dabei eine flotte und kämpferische Partie, bei der Rot-Weiss 75 Minuten lang in Unterzahl war. Durch einen Freistoß von Tim Hermes gingen die Hafenstraßen-Kicker zunächst in Führung, erst in der 73. Minute gelingt Aachen durch Sahin Dagistan der Ausgleich.
„Ich glaube, dass wir ganz gut vorbereitet in das Spiel gehen“, kommentiert Fascher mit Blick auf die Winterpause. „Was dann passiert, kann keiner sagen.“ In der Vorbereitung hatte Rot-Weiss mit der Witterung zu kämpfen, ein Spiel fiel wegen schlechter Platzverhältnisse ganz aus, einige wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit veranstaltet. Bemerkenswert war hier vor allem die achtbare 0:1-Niederlage gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach.
Fascher zeigte in dieser Zeit Experimentierfreude und wechselte zur Halbzeit gerne die ganze Mannschaft aus. Zusätzlich hat sich der RWE in der Winterpause personell verstärkt. Neu dabei sind Björn Kluft und Kevin Freiberger, beide könnten heute auf dem Platz stehen. Unsicherheitsfaktor im Kader ist bloß Tim Treude: „Ansonsten sind alle einsatzfähig. Das ist gut, da habe ich die Qual der Wahl“, schmunzelt Rot-Weiss-Coach Fascher. Nervös ist der Cheftrainer nicht: „Es ist völlig egal, ob wir als erstes gegen den Zweiten antreten.“

Tohuwabohu in der Tabelle

Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen spielen im Tivoli um Rang eins der Regionalliga-West - obwohl gerade niemand so genau weiß, wie die Tabelle aussieht. In der Winterpause war der RWE Spitzenreiter, doch schon zu diesem Zeitpunkt hatte die Zweite von Borussia Mönchengladbach mit 36 Punkten nur zwei Zähler weniger als Rot-Weiss - dafür aber ein noch ausstehendes Spiel. Verwirrender wurde die Situation durch Doping-Sünder Cebio Soukou: Wegen des Vorfalls im Spiel gegen die Sportfreunde Lotte erhält der RWE einen Punktabzug, solange kein Einspruch eingelegt wird. Da diese Möglichkeit noch besteht, ist das Urteil des Fußballverbandes Niederrhein heute nicht wirksam - und Rot-Weiss Spitzenreiter. Vielleicht ein gutes Omen.

Erst-Kontakt: RWE holt den Pokal

Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen kennen sich gut: In mittlerweile 47 Partien - verteilt auf die verschiedensten Spielklassen - mussten die beiden Mannschaften gegeneinander antreten. Zum ersten Mal trafen Rot-Weiss und Aachen im Finale des DFB-Pokal in der Spielzeit 1952/53 aufeinander - den Pott holte damals Rot-Weiss.
Kurios waren schon die Rahmenbedingungen. Der DFB-Vorstand hatte wenig Interesse am Ausgang der Partie im Düsseldorfer Rheinstadion und besuchte stattdessen das englische Cup-Finale in London. Den Pokal musste hinterher Pressewart Alfred Ries an Mannschaftskapitän August Gottschalk überreichen.
Die Partie vor 30.000 Zuschauern war bis zum Schluss spannend. Nach einer halben Stunde verwertete „Penny“ Islacker einen 40-Meter-Pass von Abwehrspieler Willi Köchling zur 1:0-Führung. In der zweiten Halbzeit setzten die Rot-Weissen nach und erhöhten in der 51. Minute durch Helmut Rahn nach Vorarbeit von August Gottschalk auf 2:0. Den Anschlusstreffer besorgte nur fünf Zeigerumdrehungen später der baldige Bundestrainer Jupp Derwall. Die Aachener drängten bis zum Schluss auf den Ausgleich, aber nach 90. Minuten konnte Rot-Weiss den ersten großen Erfolg der Vereinsgeschichte feiern.

Gegen Gewalt: Stellungnahme beider Fanorganisationen

Nicht nur auf dem Platz geht es zwischen Aachen und Rot-Weiss gewöhnlich heiß her, auch gewaltbereite Fans machen gerne Schlagzeilen. So kam es in der Spielzeit 2013/2014 zu Ausschreitungen zwischen Anhängern der Alemannia und der Bundespolizei im Essener Hauptbahnhof, 21 Menschen wurden verletzt.
Sorgen über eine Eskalation gibt es bei 5.000 angereisten Fans von Rot-Weiss Essen auch dieses Mal. Deshalb veröffentlichten die Fan- und Förderabteilung (FFA) Rot-Weiss Essen e.V. und die Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs (Fan-IG) e.V. schon im Vorfeld ein Statement gegen Gewaltbereitschaft: „Die Aggressivität gehört - natürlich im Rahmen der Fußballregeln - nur auf den Platz.“ Stattdessen gilt es auch für die Anhänger beider Teams, die Möglichkeiten der Partie zu sehen: „Dieses Spiel sollte eine Plattform für Traditionsklubs und ihre vielen, großartigen Fans sein - und nicht für einige wenige, die sich am Rande des Sports selbst profilieren wollen.“
Der Appell an die sportliche Fairness findet hoffentlich Gehör, damit bei dieser Live-Übertragung eines Rot-Weiss-Spiels keine Pyros die Sicht vernebeln.

Wie man sieht: Spannung ist garantiert, das Spitzenspiel kann man ab 14 Uhr live im WDR mitverfolgen.
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