Statement des Essener Sports für Respekt, Fairness, Miteinander – gegen HoGeSa und für eine friedliche Gegenkundgebung

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Illu: Essen stellt sich quer

"Essen ist rot, ist gelb, ist blau, ist schwarz, ist grün, ist weiss, ist lila, ist bunt!" – unter diesem Motto hat der Essener Sport ein gemeinsames Statement gegen die HoGeSa-Demonstration am 18. Januar veröffentlicht. Zugleich ist die Bekanntmachung ein Aufruf zu einer friedlichen Gegenkundgebung.

Am 2. Weihnachtstag hat das Bündnis „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) eine Demonstration für den 18. Januar in der Stadt Essen angemeldet. Wir – Vereine, Institutionen und Personen des Essener Sports – möchten dieser gewaltverherrlichenden, diskriminierenden und rechtsextremen Gruppe entgegentreten und so ein Zeichen gegen Gewalt, Fremdenhass und Ausgrenzung und für Menschlichkeit und Miteinander setzen.

Kein Platz für Gewalt

Der organisierte Sport steht seit Jahrhunderten als Paradebeispiel für Fairness, Miteinander und Integration. Sport ist geprägt durch einen respektvollen Umgang miteinander. Wir messen uns zwar im Wettkampf, doch wir bestreiten diesen nach den gemeinsam definierten Regeln. Wir wollen dabei zwar gewinnen, doch achten wir stets unseren sportlichen Gegner als Mensch. Natürlich gibt es auch im Sport zu lösende Probleme, natürlich gibt es auch bei uns Meinungsverschiedenheiten, natürlich diskutieren wir auch intensiv miteinander – aber der Sport und seine Werte stehen stets im Fokus. Fairness, Integrität und Respekt sind dabei die Werte, aus denen der Sport gewachsen ist. Dies gilt im sportlichen Wettbewerb auf dem Spielfeld, der Laufbahn oder im Boxring, dies gilt genauso für die Zuschauer.
Ungezügelte Gewalt hat im Sport keinen Platz, Ausgrenzung von Andersartigkeit ist im Sport inakzeptabel. In unseren Vereinen sind Menschen aller Altersgruppen, aller Religionen und aller Nationalitäten organisiert. Der Sport in Essen, im Ruhrgebiet, in Deutschland und in der Welt ist rot, ist gelb, ist grün, ist blau, ist lila, ist weiss – ist einfach bunt! Wir lieben unseren Sport und seine Werte, wir leben durch den Sport das vielfältige Miteinander aus, Sport ist Integration in Reinform.

Köln-Demo im Oktober

Die „Demonstration“ der Gruppierung HoGeSa in Köln am 26. Oktober 2014 hat – obwohl man sich „formal“ lediglich gegen Salafismus wendet – auf erschreckende Art und Weise die tatsächliche Gesinnung vieler Demonstrationsteilnehmer gezeigt. Es kam zu Gewalt gegen Menschen und Sachen, waren viele bekannte rechtsextreme Personen und Organisationen vertreten und wurden entsprechend teilweise auch rechtsextreme und damit ausgrenzende Parolen skandiert. Als selbsternannte „Hooligans“ wird dabei bewusst mit dem dieser Bezeichnung innewohnenden Gewaltpotential gespielt, wird vor allem Angst erzeugt.

Deckmantel für Diskriminierung

Unserer Ansicht nach bekennt sich ein jeder Teilnehmer solcher Demonstrationen aufgrund dieser genannten und bekannten Vorfälle zu entsprechendem diskriminierendem Gedankengut, schürt die Angst vor Andersartigkeit und grenzt sich nicht ausreichend gegenüber der Gewaltbereitschaft und Gewaltverherrlichung ab. Ein solcher Aufmarsch ist zwar möglicherweise durch das Demonstrationsrecht geschützt, doch stehen die Aussagen, Aktivitäten und Ziele damit den Werten unserer Gesellschaft und damit auch des Sports entgegen. Auch die nachvollziehbare Ablehnung jeglichen religiösen Fanatismus darf hier nicht als Deckmantel oder Rechtfertigung für derartig diskriminierende, menschenfeindliche und gewaltverherrlichende Äußerungen und Handlungen dienen.

Kein Platz für Gewalt

Als Vereine, Institutionen und Personen des Essener Sports fühlen wir uns daher verpflichtet, für die Grundgedanken des Sports einzustehen. Gewalt hat hier keinen Platz und wird ihn nie bekommen. Jeglichen Versuchen, Sport für ausgrenzende und diskriminierende politische Weltanschauungen zu missbrauchen, treten wir entschieden entgegen. Respekt, Fairness und Toleranz gilt es zu würdigen. Es ist uns wichtig deutlich zu machen, dass diese Werte bei aller Andersartigkeit nie zu vernachlässigen sind, dass diese Werte auch dann Gültigkeit besitzen, wenn man andere Meinungen vertritt. Sie sind für uns der gesellschaftliche Konsens, die Klammer, die unsere Gesellschaft zusammenhält und es uns ermöglicht, Sport zu treiben.

Aufruf zur friedlichen Gegen-Demo

Daher rufen wir, die Vereine, Institutionen und Personen aus dem Essener Sport dazu auf, sich dem breiten gesellschaftlichen Bündnis anzuschließen und am 18. Januar gemeinsam für die Werte der Menschlichkeit und des Miteinanders einzustehen und damit deutlich zu machen, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Essen in keiner Form willkommen sind. Wir schließen uns dem Aufruf von Herrn Oberbürgermeister Paß, mit ihm den Spitzen und Vertretern aller politischen Parteien und des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ an, und rufen zu einer friedlichen Gegenkundgebung auf, bei der wir gemeinsam zeigen wollen, dass in Essen kein Platz für rechtsextremes Gedankengut, für Ausgrenzung und Gewalt ist. Wir hoffen, dass sich möglichst viele Vereine, Institutionen und Personen aus dem Sport innerhalb und außerhalb Essens und weitere Organisationen der Zivilgesellschaft diesem Aufruf anschließen und gemeinsam mit uns ein Zeichen setzen. Wir freuen uns über jeden Verein, der diesen Aufruf über seine Medien teilt und an seine Mitglieder sendet. Wir freuen uns über jeden Sportler und Fan, der gemeinsam mit uns am 18. Januar friedlich für Menschlichkeit, für ein respektvolles Miteinander und für Toleranz einsteht.

Für den Essener Sport u.a. die Vereine: ETB Schwarz-Weiss Fußball, ETB Wohnbau Baskets Essen, FC Kray, Moskitos Essen, Rot-Weiss Essen, SG Essen-Schönebeck 19/68 e.V., TuSEM Essen und viele mehr, die Institutionen AWO-Fanprojekt Essen, ESPO (Essener Sportbund), Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen, SBG (Sportstätten Betriebsgesellschaft Stadt Essen mbH), SBE (Sport- und Bäderbetriebe Essen), als Personen u.a. Rainer Blaszik, Niklas Cox, Dr. Niels Ellwanger, Prof. Dr. Ulf Gebken, Dr. Uwe Harttgen, Heinz Hofer, Christian Keller, Michael Kurz, Frank Mill, Kevin Mill, Günther Oberholz, Wolfgang Rohrberg, Michael Rumrich, Jürgen Schmagold, Prof. Dr. Werner Schmidt, Dr. Jessica Süßenbach, Prof. Dr. Michael Welling, Willi Wißing und viele mehr, sowie die Sportredaktionen von Auf Asche, Lokalsportessen.de, RevierSport und viele mehr.
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