„Accordion con canto corale“

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Orchester- und Chorbesetzung in der Thomaskirche Essen am 06.10.2013
06.10.2013
Accordion con canto corale“ oder musikalisches querbeet mit und ohne Chor, so lautete das Motto eines gut einstündigen Konzerts in der Thomaskirche in Essen. Das Publikum durfte nicht nur auf einen abwechslungsreichen Reigen
verschiedener musikalischer Stilrichtungen gespannt sein, sondern auch darauf, wenn sich dabei Akkordeonmusik und Chorgesang bei einzelnen Titeln gegenseitig begleiten und ergänzen.

„Accordion“ stand für das Akkordeonorchester DA CAPO RUHR e.V.unter der Leitung von Andrè Lutter und Tobias Dalhof und „canto corale“ meinte den Kirchenchor der Thomaskirche unter der Leitung von Angelika Sauer. Es war eine Premiere in doppelter Hinsicht: DA CAPO RUHR debütierte zum ersten Mal mit einem Chor und umgekehrt der Chor zum ersten Mal mit einem Akkordeonorchester.

Ob getragene Töne oder rockig poppige Titel, ob Rudolf Würthners „Feierklänge“ oder „A Discovery Fantasie“ von Jan de Haans, ob in Gedenken an Karl-Heinz Gengler sein Werk „Romanze“ oder schottische Rhythmen mit „Highland Cathedral“, ob „The World of Music“ mit Hardrock-Elementen oder Hits des kanadischen Rocksängers Bryan Admas als „Summer of 69“ erklangen, es war wie ein stetes Wechselspiel ruhiger und wilder musikalischer Emotionen, zu denen auch die Kids von DA CAPO Ruhr mit ihrem eigenen Part beitrugen. Aus Vivaldis Vier Jahreszeiten erinnerten sie zu Herbstbeginn an den „Frühling“ oder demonstrierten mit ihren Instrumenten „Surfen macht Spass“.

Und wie sollte es erst klingen, wenn der Kirchenchor der Thomaskirche als „Gefangenen Chor von Nabucco“ von DA CAPO RUHR instrumental begleitet wird? Weder Giuseppe Verdi ahnte damals, dass dieser Titel aus seiner Oper „Nabucco“ bis heute unausgesprochen als heimliche italienische Nationalhymne gelten sollte, noch ahnten die Akteure des Konzerts, welche Begeisterung sie mit ihrer musikalischen Inszenierung beim Publikum auslösen würden. Die Zuhörer forderten lautstark dacapo und selbst am Ende des Konzerts, nach der wirklich letzten Zugabe, es war nichts zu machen. Das Publikum gab alles. Und selbst als unentwegtes rhythmisches Klatschen auch schliesslich dann auch noch stehend nicht den gewünschten Erfolg hatte, setzten sich alle kurzerhand geschlossen wieder hin. Erst, nachdem Chor und Orchester die „Hymne“ noch einmal und damit zum dritten Mal sangen und spielten, die Zuhörer selber mitsangen und sich rhythmisch dazu bewegten, durften die Künstler die musikalische Bühne verlassen. Es war schon ein seltenes und irgendwie bewegendes Erlebnis.

AF
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