Bewegende Gedenkstunde zum Volkstrauertag in Kupferdreh

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Kranzniederlegung am Mahnmal im Kupferdreher Benderpark.
Essen: Bürgerschaft Kupferdreh | Trotz des schlechten Wetters haben sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Menschen am Mahnmal im Kupferdreher Benderpark zusammengefunden, um an der Gedenkstunde der Bürgerschaft zum Volkstrauertag teilzunehmen. Nach der Begrüßung durch den stv. Vorsitzenden der Bürgerschaft, Otto Grimm, lasen die beiden Jugendlichen Pia Schlichting und Jenny van Führen bezeichnende Sätze aus der Feldpost, aus Briefen der Soldaten im zweiten Weltkrieg vor. Mit bewegenden Worten brachten die Soldaten ihre Sorge und ihre Hoffnungen zum Ausdruck. Sie hatten nie wieder eine Gelegenheit, persönliche Worte an ihre Lieben, an ihre Familien zu richten. Sie sind im Krieg geblieben, gefallen, vermisst. Die Bundestagsabgeordnete Petra Hinz fragte die beiden Schülerinnen ganz direkt, warum sie an der Gedenkstunde mitwirken. Pia Schlichtings Antwort war verblüffend einfach: „Das ist wichtig, das ist doch eine gute Sache. Deshalb machen wir das!“ Gastredner der Bürgerschaft war in diesem Jahr Ridda Martini, der Leiter des örtlichen Asylbewerberheimes. Damit bekam die Gedenkstunde nicht nur einen lokalen Bezug, sondern auch Worte eines von den Krisen der Welt direkt betroffenen. So stellte der Syrer dar, dass allein in Essen Flüchtlinge aus rund 40 Nationen leben. Martini weiß aus vielen Gesprächen, warum die Menschen ihr Land verlassen, er weiß welche Odyssee die meisten von ihnen hinter sich haben. Doch wie sie sich in ihrer Heimat zuletzt gefühlt haben, dass weiß eigentlich niemand. Zumindest macht sich kaum jemand einmal Gedanken darüber. Also stellte er den Zuhörern solche Fragen einmal ganz direkt. „Wie mag sich der Familienvater fühlen, der das Haus verlässt, um Lebensmittel zu besorgen, der aber nicht weiß, ob er seine Familie noch einmal wiedersehen wird?“, „was fühlen die Menschen, wenn sie die Tür ihres Hauses schließen und wissen, dass sie nie wieder zurückkommen werden?“. Seine Heimat verlässt man ja nicht einfach so. Bewegende Worte, die zu denken geben. Volkstrauertag heißt für die Bürgerschaft Kupferdreh nicht umsonst nicht nur Gedenken, sondern auch Nachdenken. Auch über die aktuellen Geschehnisse in der Welt – überall.


www.buergerschaft-kupferdreh.de
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