FREIHEITLICHE Gedanken ...

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ein Stern weist den Weg...
 
...der Morgen des HEILIGEN Abends 2015

Heiligabend-Messe
24.12.2015



Spät machten wir uns auf.
Längst schon dunkel und recht still war es.
Wir mussten die Schirme aufspannen, weil es regnete und kurz überlegten wir, ob wir wirklich durch dieses Wetter laufen wollten.
Ein HEILIGER Abend aber ohne einen Kirchgang, ohne die Worte eines Pfarrers, ohne diese andächtige Stille nachdem wir gut gegessen und geschlemmt hatten, nein, das wollte ich nicht!
Es waren doch nur ein paar Tropfen Regen und kein wütendes Unwetter…

Endlich angekommen hatte der Regen auch schon fast wieder ein wenig nachgelassen. Der Raum war schlicht aber stimmungsvoll genug geschmückt.
Es war gut klimatisiert und wohltuend warm und vor Allem trocken hier drin. Toiletten, gottseidank, gab es dort auch.
Kurz dachte ich an Jugend- und frühe Erwachsenen-Zeiten, wo wir bei den Kirchbesuchen immer verzweifelt geöffnete Toiletten im und am Gebäude gesucht hatten…
Wir nahmen Platz und tauchten sogleich in diese Stille und Ruhe ein;
betrachteten den Baum und als die Orgel zu spielen begann, wusste ich, nun beginnt wieder diese eine Stunde, in der ich kritische wie auch positive und hoffende Gedanken gleichzeitig zulassen musste.
Das ist so, seit einigen Jahren, wenn ich in der Heiligen Nacht eine Kirche, oder ein ähnliches „Gotteshaus“ betrete.

Freiheit.

Da war es, dieses Wort, dieses Eine, was vermutlich nicht nur mich schon das ganze Jahr 2015 hindurch begleitet hatte.

F R E I H E I T !



Was aber hat FREIHEIT mit der Geburt Jesu Christi´ zu tun?! Was haben Politik und gerade diese, „unsere Zeiten“ in denen wir leben, mit der Geschichte von damals zu tun, als da ein Mann für sich und vor Allem für seine hochschwangere Frau ein Nachtlager suchte?

Und was bitte hat Freiheit in der Institution Kirche zu suchen?

Ein Pfarrer und seine Fragen an die Gemeinde in der Heiligen Nacht!
Rasch waren meine doch etwas müden Geister wieder geweckt!
Da sprach tatsächlich Jemand von Freiheit in Zusammenhang mit der „Weihnachtsgeschichte“.
Nahm sich einfach die Freiheit heraus, einen christlichen Gottesdienst einfach einmal „anders“ zu begehen… und genau um diese Freiheit, selbst entscheiden zu DÜRFEN, wann ein Mensch welchen Weg beschreitet, ging es dann auch letztendlich!
Den Weg, den die Hirten nahmen, nachdem ihnen der Engel von diesem freudigen Ereignis erzählt hatte, sicher auch auf einer gemeinsamen, freien Entscheidung beruhend...
Josef war damals gar nicht wirklich bereit, für Frau und Kind zu sorgen!
Aber er hatte sich die FREIHEIT genommen, darüber nachzudenken und sich für eine Familie zu entscheiden!
Aber auch sich die Freiheit nehmen, zu vertrauen… in diesem Falle auf Gott!

Auch heute noch kann man, zumindest in unseren Breiten, weitestgehend FREI entscheiden! Das macht der Mensch da an der Kanzel auch deutlich. Ich hörte weiter gespannt zu und dachte dabei auch an die derzeitige, politische Situation in Europa.
An Menschen, die, egal wo, immer in Frieden und Freiheit leben wollen.
Ist das nicht ganz normal!?

Und genau das kommt gut hörbar und spürbar an, bei mir jedenfalls!
Natürlich wird zwischendurch auch die klassische Weihnachtsgeschichte erzählt, doch immer im Hinblick auf diesen freiheitlichen Gedanken!
Mal´ den wunderschönen großen Baum in der Kirche betrachtend, mal´ kurz in mich versunken, mit leicht geschlossenen Augen ging ich das Gehörte noch einmal durch und dachte zurück. Entscheidungen, die man getroffen hatte, hier oder da, dann und wann.
Ich gebe zu, man findet mich nicht (mehr) oft in einer Kirche, um einem Gottesdienst zu lauschen. Warum ich ausgerechnet immer wieder, und das eben auch FREI-willig und gerne zu Weihnachten immer wieder mache, hat eben genau damit zu tun!
Nicht, weil auch Atheisten das so machen, der Schwiegermutter zu liebe oder wem auch immer, weil es alle „so machen“...
Nein! Sondern ganz allein deswegen, weil ich hier die Wahl habe, immer, zumindest aber fast immer!
Ich selbst kann mich zu einer Sache bekennen, oder dagegen. Wann mache ich wo mein Kreuz, oder eben nicht. Wann „urlaube“ oder faulenze ich und wann arbeite ich und wieso, für wen und warum… sagen zu dürfen was ich möchte, die Freiheit zu haben, zu denken und zu fühlen, wie und was ich möchte, ja kann auch das ein christlicher Gedanke sein!?
Und gehe ich durch diesen Regen, um einen Gottesdienst mit zu erleben, einfach so, nicht weil es Jemand von mir erwartet, sondern weil ich es so will, oder bleibe ich bequem daheim im Trockenen, …
alles freie Entscheidungen!

Spreche ich das Glaubensbekenntnis nun mit, oder tue ich es nicht…
Selbst und frei entscheiden, vor einer Verantwortung zu fliehen oder eine solche zu übernehmen!
Diese Freiheit habe ich hier!

Diese will ich behalten, und schützen, und geschützt wissen.

So wie Josef sich einst entschieden hatte, bei seiner Frau Maria zu bleiben, um Gottes Sohn groß zu ziehen!
Dieser sollte Frieden und Freiheit bringen, für alle.

Der Gottesdienst endete, wie immer in der Heiligen Nacht, mit dem Lied „Oh du Fröhliche“! Jedes Mal singe ich laut und beherzt mit, unabhängig davon, wie viel Rotwein ich vorher getrunken haben mag. Es ist eine FREIE Entscheidung, die ich schon vor vielen Jahren getroffen habe, Ich singe es gern´ , dieses Lied, und denke (mir) dabei gern´ meine FREIHEITLICHEN Gedanken!

Danke für diese frische, fröhliche und doch nachdenkliche Predigt zugleich.
Danke für diese freie Rede.

Spät machten wir uns auf. Nach Hause.
Es war dunkel und noch stiller, als auf dem Hinweg.
Schirme benötigten wir nicht mehr.

Es war eine gute, schöne und vor Allem eine freie Entscheidung.



Text: AAT, Anfang Januar 2016
Fotos: AAT, 24.12.15
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