Bergbau- und Heimatmuseum Heisingen: Von Kumpeln und Heimat

Nach umfassendem Umbau öffnete das Heisinger Bergbau- und Heimatmuseum nun wieder seine Pforten. Die Wiedereröffnung fällt mit dem 30-jährigen Jubiläum des Paulushofs zusammen. In alter Pracht und mit neuen Zukunftsplänen macht der Museumskreis Geschichte nun wieder erlebbar.
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  • Nach umfassendem Umbau öffnete das Heisinger Bergbau- und Heimatmuseum nun wieder seine Pforten. Die Wiedereröffnung fällt mit dem 30-jährigen Jubiläum des Paulushofs zusammen. In alter Pracht und mit neuen Zukunftsplänen macht der Museumskreis Geschichte nun wieder erlebbar.
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Hier lebt Geschichte auf

Bergbau- und Heimatmuseum Heisingen ist wieder geöffnet und feiert 30-jähriges Jubiläum

Das Bergbau- und Heimatmuseum der Evangelischen Kirchengemeinde Heisingen am Stemmering 18 entstand 1984. Die Idee zu dem Museum hatte damals der mittlerweile verstorbene Pfarrer Werner Hamacher. Dahinter steckte die Absicht, an die Zeche Carl Funke und die Menschen, die dort arbeiteten, zu erinnern. Auch wenn der Start des Projekts eher holprig verlief, brachte Pfarrer Hamacher das Museum und den dazugehörigen Museumskreis auf den Weg. Heute - 30 Jahre später - kann man von einer Erfolgsgeschichte sprechen.

Das 30-jährigen Jubiläum und die Wiedereröffnung des Museums nach einem umfassenden Umbau feierte die Evangelische Kirchengemeinde Heisingen mit einem Gottesdienst in der Pauluskirche und anschließendem festlichen Empfang im Gemeindehaus des Seniorenheims Paulushof. Zu den Rednern an diesem Tage gehörte Renate Linder (Mitglied des Presbyteriums und des Museumskreises), die an die Anfänge des Museums erinnerte und auch die Rolle Hamachers nicht zu kurz kommen ließ. Sie dankte zudem allen Beteiligten aus Bürgerschaft, Presbyterium sowie Spendern und Helfern für die erfolgreiche Wiedereröffnung.
Günter Kirsten von der Heisinger Bürgerschaft, der sich selbst als „Rucksack-Heisinger“ bezeichnet, erinnerte ebenfalls an Pfarrer Hamacher und seine Leistung als Initiator. Er sowie auch Dr. Christian Fischer (Presbyterium) erwähnten lobend, dass das Bergbau- und Heimatmuseum zur Bewahrung der Geschichte beiträgt. Zuletzt bekam der Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp das Wort und informierte über die Ausstellung „Schlaglichter - Einblicke in die Archäologie in Heisingen“. Die Ausstellung ist bis zum 5. Dezember zu sehen und zeigt eine Auswahl wichtiger archäologischer Funde und Fundplätze in Heisingen.

„Das ist ein Löbbe-Hobel“

Im Anschluss an die Feierlichkeiten bekamen die Gäste die Möglichkeit, sich im Museum umzuschauen. Die Ausstellung ist in weiten Teilen so erhalten geblieben, wie sie vor dem Umbau bestand. Bei einem Rundgang konnte man hier erleben, wie die Geschichte im Museum wieder lebendig wird. So trafen vor dem nachgebauten Teilstück eines Stollens Richard Voigt und Dr. Frank Meyer aufeinander und kamen ins Gespräch. Beide Männer verbindet etwas mit diesem Teil der Ausstellung. Richard Voigt (Mitglied im Museumskreis) ist ehemaliger Bergmann von der Zeche Pörtingsiepen und arbeitete später auch als Elektriker auf den Zechen Carl Funke und Zollverein. Von ihm stammen zahlreiche Fotos, die in der Ausstellung gezeigt werden. Seine Sammlung von etwa 60.000 Negativen übereignete er dem Museum im Paulushof. Begeistert erzählte er von der Entstehung der Aufnahmen und den Schwierigkeiten, diese in den dunklen Stollen zu machen. Dr. Meyer indes schaute sich den ausgestellten Kohle-Hobel genau an. „Das ist ein Löbbe-Hobel,“ erklärt er. „Ich habe den Erfinder noch selbst kennengelernt. Mein Vater hat mich mitgenommen. Ich fand es einfach unglaublich, diese riesigen Zeichnungen zu sehen. Der Löbbe konnte gar nicht maßstäblich zeichnen und alle Pläne hingen da in Originalgröße.“

Im „Foto-Gang durch Alt Heisingen“ herrschte ebenfalls Hochbetrieb. Ilse Cram vom Museumskreis gab den Besuchern gerne Auskunft zu den ausgestellten Fotos, während Dr. Detlef Hopp im Saalgeschoss des Paulushofs die archäologischen Fundstücke präsentierte. Auf den von ihm selbst erstellten Tafeln werden Altgrabungen den Untersuchungs- und Forschungsergebnissen neuerer Zeit gegenübergestellt und ein Einblick in die moderne Stadtarchäologie gegeben.

Hürde des Umbaus gemeistert

Heisingens Geschichte lebt im Bergbau- und Heimatmuseum wieder auf! Das merkte man anlässlich der Wiedereröffnung und des Jubiläums deutlich. Nachdem der Museumskreis und alle Beteiligten die Hürde des Umbaus gemeistert haben, ruhen sie sich dennoch nicht aus. „Wir hoffen, dass wir unsere Arbeit erfolgreich fortsetzen können und es eine Win-win-Situation wird“, schloss Renate Linder ihre Rede, in der sie auch über zukünftige Projekte sprach. Geplant ist demnach eine Ausstellung mit dem Thema „Wer war Carl Funke?“; auch eine Ausstellung zum Thema Ruhrtalbahn ist laut Linder denkbar. Sie sprach auch von geplanten technischen Modernisierungen und fasste dabei die Möglichkeit einer Audioführung ins Auge, die es Besuchern außerhalb von Gruppen ermöglichen soll, das gesamte Museum auf eigene Faust zu erfahren.

Da das Bergbau- und Heimatmuseum keine öffentliche Förderung erhält, ist es immer auf die Hilfe und Unterstützung sowie die ehrenamtliche Initiative des Museumskreises angewiesen. Dieser trifft sich jeden letzten Mittwoch im Monat um 18 Uhr im kleinen Saal des Seniorenzentrums Paulushof. Geschichtsinteressierte sind jederzeit willkommen, sich dem Kreis anzuschließen.

Hintergrund:
- Das Museum ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
- Die Ausstellung ist in drei Teile gegliedert: Heimatgeschichte, Bergbaugeschichte und Wechselausstellungen im Galeriegang
- Führungen sind kostenlos. Um eine vorherige Anmeldung (mindestens eine Woche im Voraus) wird gebeten.
- Kontaktaufnahme möglich unter info@museum-heisingen.de oder 0201/40 60 66 (Renate Linder)
- Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Museums unter www.museum-heisingen.de erhältlich

Autor:

Nina Sikora aus Essen

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