Wie reden die Deutschen im Alltag?

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Anglizismen sind so üblich, wie das tägliche Brot.
Ist es jemand schon aufgefallen, wie wir uns in den letzten Jahren unterhalten? Nein? Man achte einmal auf auf die Fülle der Anglizismen, die wir ohne uns groß Gedanken zu machen, benutzen. Die mögliche Liste nimmt scheinbar kein Ende. Überprüfen sie es doch einmal – nein, „checken“ sie das ab. Sie glauben doch nicht etwa, dass es noch jemand gibt, der im Frühling sein Fahrrad aus dem Keller holt. Nein, dort befinden sich Mountain-, Trekking- oder Racingbikes, auf denen man seinen mehr oder weniger sportlichen Bedürfnissen nachkommt.

Je nachdem, wo man sich einer Tätigkeit widmet, findet diese entweder „outdoor“ oder „indoor“ statt. In einem Büro – ich meine natürlich „Office“ - gibt es keine Besprechungen mehr, sondern man ist im „Meeting“. Natürlich geht man nicht mehr zum Chef, wenn dieser ein Gespräch wünscht, sondern zum „Manager“. Der Kundenberater am Telefon ist zum „Call Center Agent“ mutiert. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber jene, die Pfandflaschen sammeln, nennt man „Collect Manager“, oder?

Sollte man Tage haben, wo man völlig müde und lustlos ist, dann ist man total „abgefuckt“ und muss sich ausruhen....besser gesagt „chillen“. Gelegentlich kommt es vor, dass ich eine Fotografin anrufe, die ich schon lange kenne. Die Auszubildende teilt mir dann mit, dass die Chefin leider nicht zu sprechen ist, weil sie in einer Schießerei verwickelt ist. Wer legt denn da gerade wen um? Ganz die Ruhe: Wenn sie Fotos macht befindet sie sich in einem „Shooting“. Ist also gar nicht gefährlich!

Die Klimaanlage im Auto gibt’s nicht mehr. Das Fahrzeug ist „Air Conditioned“...soviel Zeit muss sein. Sollte am Wochenende irgendwo eine Feier für die Öffentlichkeit stattfinden, dann geht man nicht zu einer Fete, nein, man besucht ein „Event“. Ein solcher Anlass schreit natürlich nach angemessener Kleidung. Immer diese Irrtümer – man wählt ein „Outfit“ das nicht gut, sondern total „stylish“ aussieht. Wie war das noch? Weil ich es mir wert bin!

Trifft man einen Kollegen auf der Straße sagt man nicht mehr „wie geht´s“, sondern „What´s Up?“ Klingt cool vor den Mädels! Wenn man wieder geht sagt man nicht ein popeliges Tschüss, sondern „See Ya“...extrem cool! Wenn man nicht geht, sondern fährt, kauft man sich keine Fahrkarte, sondern ein „Ticket“ und wenn man nicht weiß, wo man seine gültige Fahrerlaubnis kaufen kann, fragt man am „Service Point“ nach. Fehlt das Geld, geht man nicht an den Geldautomaten, sondern an ein „Terminal“.

Nun, am 25. Mai gehen wir (hoffentlich) alle zur Wahl. Meine Wahlbenachrichtigung ist schon eingetroffen. Ich bin es gewohnt, mein Kreuzchen in einer Schule, oder einer Kirche zu machen. Doch was musste ich lesen? „Area 66“ ! Ich machte vor Freude einen Luftsprung – prima, Arizona. Ich merkte erst später, dass ich da etwas verwechselt haben muss. Was für eine Ernüchterung! Aber wie soll man da auch noch den Durchblick behalten?

Falls sich der ein oder andere Leser nun fragen sollte, warum ich wegen eines solchen Themas so´n Willi mache, dann muss ich widersprechen, denn ich mache „voll den Hype“. Verstanden? Dann ist ja alles in Ordnung!
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10 Kommentare
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 30.04.2014 | 06:54  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 30.04.2014 | 06:55  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 30.04.2014 | 13:41  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 30.04.2014 | 13:42  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 30.04.2014 | 13:43  
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Thomas Ruszkowski aus Essen-Werden | 30.04.2014 | 16:18  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 30.04.2014 | 17:59  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 07.05.2014 | 20:25  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 08.05.2014 | 15:17  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 08.05.2014 | 15:26  
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