Kampmannbrücke: Startschuss für den Neubau

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„Wir haben uns viel Mühe mit dem Bauschild gegeben, damit die Menschen gut informiert sind!“, so Simone Raskob vom Umweltdezernat. Mit Recht sind alle Verantwortlichen stolz darauf. Es kann sich wirklich sehen lassen! Das Foto zeigt (v.l.): Ratsherr Dirk Kalweit, Dieter Schmitz, Fachbereichsleiter Amt für Straßen und Verkehr, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Umweltdezernentin Simone Raskob, Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel und Bezirksvertreterin Ursula Wöll-Stepez. Foto: Beisken
Von Sabine Beisken

Die Ruhrhalbinsel bekommt eine neue Brücke. Nun gab es den Startschuss für den Neubau, der im Juli 2019 fertig gestellt sein soll.

Essen liegt an der Ruhr und die Ruhrhalbinsel braucht ihre Verbindungen zum „Festland“, die Brücken sind „Lebensadern“, wie Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel immer wieder unterstreicht.
Oberbürgermeister Thomas Kufen, Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel sowie Vertreter der Stadt Essen, der Lokalpolitik und der Baufirma Köster trafen sich vor Ort auf Heisinger Seite an der Wuppertaler Straße.
Das Herbstwetter hielt so gerade noch, Wolken türmten sich bereits auf, aber es kam kein Regen. Die Feuerwehr hätte bei nassem Wetter ein Zelt aufgestellt, konnte aber unverrichteter Dinge wieder abrücken.
Oberbürgermeister Thomas Kufen fand passende Worte zum Abschied von der alten Brücke: „Was lange währt, wird endlich gut. Die Kampmannbrücke ist in die Jahre gekommen, wir haben uns schon gewundert, wie lange sie gehalten hat. Sie hat nun ihren Dienst getan. Die Planungsphase hat länger gedauert, als wir gedacht haben. Zehn Jahre haben wir gebraucht, bis wir den Knoten durchschlagen konnten. Nun wird die Verbindungsbrücke zwischen Kupferdreh und Heisingen erneuert.“

Langes Ringen um den Neubau

Auch Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel freute sich sichtlich über den nächsten großen Schritt im langen Ringen um den Brückenneubau und wünschte allen Beteiligten eine erfolgreiche Bauzeit ohne Hindernisse und Unfälle.
Von der Presse kam im Anschluss die Frage, wie sich der Bürger a) die lange Bauphase von 32 Monaten und b) die Kosten in Höhe von 12, 5 Mio. Euro erklären könne. Die Antworten von Umweltdezernentin Simone Raskob und des Fachbereichsleiters vom Amt für Straßen und Verkehr Dieter Schmitz waren detailliert und informativ. Es handele sich hier um eine komplexe Gesamtbaumaßnahme, für die drei längere Bauphasen notwendig seien. Begonnen werde zunächst mit dem Bau der Vorlandbrücke, für den 14 Monate veranschlagt seien. Es spiele an diesem speziellen Standort zudem eine erhebliche Rolle, dass besondere Regularien für hochwassergefährdete Gebiete und sogenannte FFH-Gebiete (Erg. der Redaktion: Fauna-Flora-Habitat-Gebiete, die für das Schutzgebietssystem „Natura 2000“ ausgewählt wurden. Quelle: www.ffh-gebiete.info), zu beachten seien.
Die Höhe der Kosten wurde vor allem damit erklärt, dass der Betrag von 12,5 Mio. Euro nicht nur den Bau der Hauptbrücke beinhalte, sondern auch die Errichtung der Vorbrücke, die Anhebung und Sanierung der Wuppertaler Straße sowie die Optimierung der Fahrradwege, Lärmschutzwände, Beleuchtung etc.
Außerdem verursache die Rücksichtnahme auf das Naturschutzgebiet natürlich weitere Zusatzkosten. Beispielsweise müssten Brückenteile außerhalb des Geländes gelagert und die Baufahrzeuge zur Betankung von der Brücke entfernt werden. Man glaube, dass das lange Warten sich aber lohnen werde und dass es eine ganz besondere Brücke werde.
Essen wird also um eine Attraktion reicher, der Bau der eleganten neuen Schrägseilbrücke steht kurz bevor (von einer komplexeren Hängeseilkonstruktion wurde aus Kostengründen seitens der Stadtverwaltung abgesehen.).

Künftig weniger von Hochwasser betroffen

Die Konstruktion teilt sich in eine sogenannte Vorlandbrücke auf Heisinger Seite und die Hauptbrücke. Die neue Kampmannbrücke wird mit einer deutlich erweiterten Durchfahrtshöhe von 4,7 m durchschiffbar sein und bringt damit den erheblichen Vorteil, dass die Brücke in Zukunft weniger von Hochwasser betroffen sein wird.
Auf einer großen, anschaulichen Bautafel ist eine Modellzeichnung der neuen Brücke zu sehen, nebst Namen und Adressen der Verantwortlichen.
Das ausführende Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner sbp ist äußerst renommiert, international tätig und Spezialist für filigrane Brückenbauten.
Am Bau der Brücke über die Gahlensche Straße in Bochum zum Beispiel waren sie mit Entwurf, Ausführungsplanung und Bauüberwachung maßgeblich beteiligt, in Zusammenarbeit mit dem berühmten Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner. Für ihre Brückenkonstruktionen errangen Schlaich Bergermann Partner zahlreiche nationale und internationale Preise, beispielsweise den Deutschen Brückenbaupreis 2014 und zwei französische Auszeichnungen für die Brücke zum Mont Saint Michel. Die Homepage der Ingenieure ist sehr sehenswert und die Architekturfotos bieten einen Augenschmaus der Extraklasse.
Dieter Schmitz drückte noch einmal seine Freude darüber aus, „so namhafte Spezialisten für die Neukonstruktion gewonnen zu haben.“

Alte Brücke war immer mehr ein Sicherheitsrisiko

Jahrelang war die alte Kampmannbrücke nur einspurig befahrbar und stellte immer mehr ein Sicherheitsrisiko dar. Jetzt begann der Abriss, man kann es sich irgendwie noch gar nicht vorstellen.
„Für mich ist das eine kleine Sache!“, so Klaus Reinholz von der Abrissfirma. „Wir haben zum Beispiel auch schon das Philipp-Holzmann-Hochhaus in Frankfurt abgerissen und in Bochum das Stadtgymnasium unter Wahrung der Fassade.“ Der Abbruch der Brücke wird schrittweise vorgenommen, Feld für Feld, von Kupferdreher Seite aus. „Für die erste Station werden wir ca. drei Wochen benötigen“, erklärt Reinholz.
Jetzt heißt es erstmal fast drei Jahre warten - das wird schon eine lange Durststrecke für viele, die Umwege in Kauf nehmen müssen, um von einem Ufer zum anderen zu kommen. Oder für alle diejenigen, die wieder Ruhe und Natur am Fluss genießen möchten. Aber gut Ding will ja bekanntlich Weile haben!
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