,Rose', der Retter in Rahm

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Sternekoch Frank Rosin (Mitte) mit dem Gastronomen-Ehepaar Anja und Uwe Zimmermann, die den TV-Koch-Retter für ihre Pizzeria um Hilfe baten. (Foto: Andrea Becker)

Bei der zehnten Staffel von ,Rosins Restaurant‘, die ab März auf Kabel 1 ausgestrahlt wird, bringt Sternekoch Frank Rosin eine Duisburger Pizzeria auf Vordermann. Location war beim Dreh dabei.

Man muss schon pfadfinderische Qualitäten haben, um die ,Pizzeria Piccolino‘ auf Anhieb in Rahm zu finden. Doch die versteckte Lage ist es nicht, die den kulinarischen Patienten kränkeln lässt, sondern eher die Inhaber Anja und Uwe Zimmermann, die die Pizzeria seit 2015 betreiben. Die gastronomischen Quereinsteiger hatten sich ihr Wirken leichter vorgestellt. Während Anja Zimmermann in der Vergangenheit als Verkäuferin tätig war, ging Gatte Uwe seinem Beruf als Klempner nach. Irgendwann zog das Ehepaar nach Rahm, die Gastronomie wurde bald frei und das Duo übernahm das Geschäft. Und damit begann das kulinarische Leiden der Beiden: Die Umsätze stimmten nicht, ebenso wenig das Marketing und auch das Speisenabgebot kam in Rahm nicht an. „Vor Weihnachten habe ich dann an einem Sonntag an Rosin geschrieben. Einen Tag später kam bereits eine Antwort“, so Uwe Zimmermann und von da ab nahmen die Dinge ihren Lauf. Gleich zweimal rückte der Dorstener samt 15-köpfigem Drehteam in Rahm an: Beim ersten Besuch kam es zunächst zur Ursachenforschung und der Frage, warum das Geschäft nicht läuft: Während das Ehepaar auf gluten- und lactosefreie Pizzen setzte und damit warb, waren die Geschmäcker der Kundschaft wohl anders gepolt. „Wenn ich zu medizinisch und gesund bin, wird das nicht gewünscht“, resümiert Rosin die Situation und weiter: „Beide haben nicht begriffen, ein Restaurant richtig zu betreiben.“ So offerierten sie den Gästen ein PastaGericht mit Lachs, serviert wurde jedoch Seelachs. Ein kulinarisches No-Go: „Wir waren auf dem falschen Weg, durch Frank Rosin sind wir auf dem richtigen Weg. Durch Franks Koch-Coaching haben wir verstanden, wie es geht und haben gemerkt, was wir falsch gemacht haben.“ Zweimal für je drei Tage stand ,Rose‘ den Duisburgern beim Kochen und Aufhübschung des dunklen Interieurs zur Seite, dennoch kann man in so einer kurzen Zeit keine Wunder erwarten. So lautet Rosins Slogan ,Hilfe zur Selbsthilfe‘: Was muss ich machen, um ein Unternehmer zu sein? Was macht eine gute Marke aus? Fragen und Antworten, die sich der zweifache Sternekoch in rund 27 Jahren Selbstständigkeit step by step selbst erarbeitet hat.
Von den rund 500.000 Restaurants in Deutschland werden 40 Prozent von Quereinsteigern betrieben. Ein Problem, das in diesem Berufsstand besonders gravierend ist. „Ich bin ja nicht der Allheilsbringer. Ich rate zur Hilfe zur Selbsthilfe.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, sich aus der Masse hervorzuheben: „Du kannst noch so gut sein, aber Du musst es verscheuern können. Ich erklärte ihm (Uwe Zimmermann, Anmerk. d. Red.), dass er eine Institution werden muss.“ Um das Geschäft auf Vordermann zu bringen, wurde vor allem gekocht, gecoacht, richtig kalkuliert und der Marketingbereich angeschoben. Fortan offeriert das Duo nun eine frische Küche und Spezial gerichte. „Der Standard muss gut sein, damit er immer gleich ist, das ist Markenbewusstsein“, weiß Rosin. Beim zweiten Besuch, bei dem auch die hiesige Presse anwesend sein durfte und beim Pressegespräch zugleich mitgefilmt wurde (!), kommen die Testesser nach der hoffentlich erfolgreichen ,Umwandlung‘ ein weiteres Mal zum Speisen und zur kritischen kulinarischen Bewertung. Der TV-Koch-Retter selbst hat bei diesem Einsatz ein gutes Gefühl: „Sie sind richtige Ruhrgebietler, persönlich und liebenswert. Ich wünsche ihnen viel Glück. Ich würde auch mit meiner Familie hinfahren. Es hat mir gut geschmeckt.“ Na, bei so viel Vorschusslorbeeren kann es ja was werden. Autorin: Andrea Becker
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