Schließung der St. Josef-Kirche: Gemeinde gestaltet Zukunft nun selbst

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Die 1902 bis 1904 erbaute Pfarrkirche St. Josef wird am 24. November außer Dienst genommen.
Nach einem mehr als vierjährigen Beratungs- und Informationsprozess hat der Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, mit einem Dekret verfügt, dass die Kirche St. Josef in Kupferdreh am 24. November 2013 profaniert, d.h. geschlossen und außer Dienst genommen wird, weil sie „wirtschaftlich untragbar“ geworden ist.

Das vor mehr als 100 Jahren als „Notkirche“ errichtete Gebäude ist in einem so maroden Zustand, dass allein die nötigsten Sicherungsarbeiten mehrere hunderttausend Euro verschlingen würden.
Die Trauer über den Verlust des Kirchengebäudes ist groß. Dennoch verfallen die Kupferdreher Katholiken nicht in Resignation. Schon seit Monaten wird in verschiedenen Gruppen und Gremien überlegt, wie es mit der Gemeinde St. Josef nach der Schließung der Kirche weitergehen kann. Es gilt, die übrigen Kirchen und Kapellen der Gemeinde mehr zu nutzen, das Gemeindeheim zu sanieren und das Zusammenwachsen der drei Gemeindebezirke (Kupferdreh, Dilldorf und Byfang) zu befördern. Es werden Gespräche mit der Bezirksvertretung, der Evangelischen Gemeinde Kupferdreh, den Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel, der EVAG und anderen geführt.
Damit all diese Initiativen gut ineinandergreifen, hat sich ein „Runder Tisch“ gebildet, der von einem externen Gemeindeberater begleitet wird.

Gemeindewerkstatt am
1. Juni: Ideen erwünscht!

Am 1. Juni wird es eine ganztägige öffentliche „Gemeindewerkstatt“ geben, die es allen interessierten Bürgern ermöglichen soll, sich mit Ideen und Vorschlägen einzubringen.
Auf der Homepage der Pfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel (www.st-josef-ruhrhalbinsel.de) gibt es eine umfangreiche Dokumentation des Neugestaltungsprozesses. Auch hier können sich Gemeindemitglieder und andere einbringen. Gereon Alter, der als Pfarrer der Pfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel an nahezu allen Gesprächen und Beratungen beteiligt ist, zeigt sich beeindruckt von dem, was die Kupferdreher Gemeindemitglieder in kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben: „Das hätte ich vor einigen Monaten, als noch Enttäuschung und Empörung im Vordergrund standen, so nicht erwartet. Hier nimmt eine Gemeinde ihre Zukunft selbst in die Hand und entdeckt dabei immer mehr, wo ihre eigentlichen Schätze liegen.“
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