Wenn Kinder in Not geraten

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VKJ Wirbelwind veranstaltet „1. Hilfe Kurs am Kind“

Das Familienzentrum Wirbelwind des Vereins für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten Ruhrgebiet e.V. (VKJ), Liebrechtstraße 4-6, veranstaltete einen 1. Hilfe Kurs in dem Interessierte lernen, wie sie Kindern in Notsituationen helfen können. Doch nicht nur die Erste Hilfe bei Kindern wurde thematisiert auch allgemeine Ratschläge für Ersthelfer standen auf der Tagesordnung.

Durch den Kurs führte Ralf Rahn, der seit über zwanzig Jahren im kommunalen Rettungsdienst tätig ist. Seit fünfzehn Jahren schult er medizinisches Personal in Kinderrettung. Seine Devise lautet: „Man muss an die Front gehen“. Im Ernstfall sind nämlich nicht immer sofort geschulte Rettungskräfte vor Ort, sondern zumeist Laien. Je mehr Menschen über erste Hilfe Bescheid wissen, um so mehr in Not geratenen Menschen kann in den ersten wichtigen Minuten geholfen werden.
Fast alle der zehn Teilnehmer sind selbst Eltern. Tina Lüersen, Mutter von zwei Kindern im Alter von drei und fünf Jahren, begründet ihre Entscheidung dieses kostenlose Angebot des VKJ wahrzunehmen so: „Es gibt Unfallsituationen bei denen man tätig werden muss und nicht mehr die Zeit hat in ein Krankenhaus zu fahren. Was ist wenn einer meiner Kinder etwas verschluckt und akute Erstickungsgefahr besteht? Da muss ich handeln können.“ Es sind Vorstellungen wie diese, worüber die meisten Eltern wohl lieber nicht nachdenken möchten und so herrschte auch in der Gruppe zunächst betretendes schweigen als Ralf Rahn zu Beginn des Kurses erzählt: „ Bei einem Kurs waren junge Eltern dabei, deren Kind gerade mal vier Wochen später den sogenannten plötzlichen Kindstod erlitten hat. Durch das was die Eltern in diesem Kurs gelernt hatten konnten sie ihr Kind retten und sogar wiederbeleben, noch bevor der Notarzt ankam.“
Ralf Rahn betont jedoch, dass er niemanden zum perfekten Retter ausbilden möchte. Sein Ziel ist es die Teilnehmer auf Notsituationen vorzubereiten und die Fähigkeiten zu vermitteln, die Zeit zu überbrücken bis der Notarzt eintrifft. In erster Linie ist ihm daran gelegen auf den psychosomatischen Stress vorzubereiten, der in solch einer Notsituation entsteht. „Die Angst nehmen, den Respekt behalten“, lautet deshalb auch sein Motto für den Kurs. Vier Stunden lang gab er Tipps zu allen möglichen kleineren und größeren Notfällen vom Mückenstich bis hin zur Bewusstlosigkeit und Atemstillstand bei Kleinkindern und Erwachsenen. „Wenn ein Kind schreit, dann können sie sich entspannen“, belehrte er seine Kursteilnehmer. Auch wenn das auf den ersten Blick absurd erscheint, so ist es doch logisch, denn „wenn Kinder schreien ist alles gut, dann haben sie genug Luft im Körper“. Immer wieder hielt er die Teilnehmer dazu an einfach zu denken. „Wie bringe ich ein Kind in eine stabile Lage?“ ,fragte er in die Runde, nachdem die stabile Seitenlage für Erwachsene geübt wurde. Die Antwort ist denkbar einfach: „Mit dem Fliegergriff! Den kennen alle Eltern.“.

„Die Angst nehmen, den Respekt behalten“

Nebenbei klärte Ralf Rahn auch über gängige Mythen auf „Die Zunge zu verschlucken ist nicht möglich“ und „auch bei einem Genickbruch ist die stabile Seitenlage richtig und wichtig“.
Die Leiterin des VKJ Wirbelwind Sonja Ahrens ist glücklich derartige Kurse anbieten zu können, denn „Eltern bilden hilft letztlich den Kindern und den Kindern zu helfen ist eine der Hauptaufgaben eines Familienzentrums.“ Deshalb wird der Kurs „1. Hilfe am Kind“ nicht der letzte seiner Art und weiterhin fester Bestandteil des Kursprogramms des Kinderhaus Wirbelwind sein.
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 04.05.2014 | 23:28  
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