Falke und Habicht stellen sich vor: Greifvögel beim Pfadfinderstamm Eberhard Wittgen

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In manchen Augenblicken war der geduldige Gerfalke fast ganz von streichelnden Kinderhänden bedeckt.
 
Ein Gerfalke bringt es im Sturzflug auf eine Fluggeschwindigkeit von über 300 km/h.
Essen: Stephanus Gemeindezentrum | Gefiederte Besucher konnten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Stammes „Eberhard Wittgen“ in der letzten Gruppenstunde im Stephanus Gemeindesaal begrüßen. Falkner Detlef Schwack war gekommen, um die Kindern und Jugendlichen von seinen Greifvögeln zu erzählen. Mit dabei hatte er einen jungen Gerfalken, einen erwachsenen Habicht – und seinen treuen Hund Benny.

Aufmerksam folgen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder den spannenden Erzählungen des erfahrenen Falkners vom Leben mit den Greifvögeln. Zuerst präsentierte er einen jungen Gerfalken. Mit seinen knapp fünf Monaten ist er inzwischen schon ein wendiger Jäger der Lüfte und bereits ausgewachsen. Nebenbei erfuhren die Pfadfinder, dass Falken ungemein gut sehen können und auch großer Höhe pfeilschnell auf ihre Beute herabstürzen. Schon während des kleinen Vortrags hielten es die Kinder nicht länger aus und stellten Fragen zur Aufzucht der Tiere. Sie wunderten sich, dass Weiber – so die Bezeichnung für weibliche Greifvögel in der Falknersprache – deutlich größer sind als Terzel, die männlichen Greife. Was fressen sie? Haben sie Feinde? Detlef Schwack wusste auf alle Fragen Antworten.
Im Anschluss an den männlichen Gerfalken zeigte der Falkern den Kindern einen weiblichen Habicht, der größer war als der Falke und es auf eine Spannweite von fast 120 cm bringt. Mit dabei hatte der Falkner ein Federspiel, das wichtigste Übungswerkzeug für Greifvögel des hohen Fluges. Ein Falkner setzt diese Beuteattrappe zur Zähmung seines Vogels ein. Das Federspiel ist ein Stoff- oder Lederkissen, auf dem beiderseitig Vogelflügel befestigt sein können. Dieser Köder hängt an einer etwa 2 m langen Schnur, die der Falkner über seinem Kopf wie ein Lasso kreisen lässt. Auf dieses Zeichen kommt der Vogel zu seinem Falkner zurück. Denn zur Belohnung wartet dort ein Fleischstück auf ihn.

Vorsichtig Streicheln möglich

Spannender als alle Theorie fanden die Kinder den direkten Kontakt mit den Vögeln. Dabei erwies sich der kleinere Gerfalke geduldiger als der Habicht. Aber bei aller Neugierde blieben die Kinder vorsichtig, denn die scharfen Schnäbel und kräftigen Klauen flößten ihnen gehörigen Respekt ein. Wenn sich zu viele Kinder auf einmal näherten stieß der Falke einen schrillen Ruf aus und die Pfadfinder wussten, dass es dem Tier nun reicht and der Vogel seine Ruhe haben möchte. Immer wieder fragten die Zuhörer: Können wir die Vögel nicht fliegen lassen, aber Detlef Schwack stellte klar: Das ist hier drin viel zu gefährlich für die Vögel. Sie würden vor die Scheiben fliegen und sich verletzen.“ Darum stand für die Kinder schnell fest: „Der Falkner muss unbedingt noch mal wieder kommen und seine Begleiter im Freihen fliegen lassen. Das wäre klasse.“

Bewahrung der Schöpfung

Im Anschluss an eine Gruppenstunde, die wie im Flug verging, waren sich alle einig: „So macht Naturkunde Spaß!“ Der Besuch hatte wieder einmal gezeigt, dass direkte Begegnungen mit der Natur viel eindrucksvoller sind als alle Fakten in Büchern oder im Internet. „Darum wollen wir möglichst viele Experten zu uns einzuladen, die uns Großstädtern, die Natur näher bringen. Unvergessen sind die Besuche der Fledermaus ,Tübi‘ oder des zahmen Rotfuches ,Foxi‘“, berichtet Olaf Eybe, Stammesleitung. „Die Bewahrung der Schöpfung ist eines der Hauptanliegen der in der ganzen Welt aktiven Pfadfinderbewegung. Das erfahren unsere Pfadfinder auch bei der Pflege unserer großen Hecke oder bei der Arbeit im stammeseigenen Beerengarten“, berichtet Pfarrer Markus Pein, der ebenfalls der Stammesleitung angehört.

Natur und Gemeinschaft erleben

Wer neugierig geworden ist auf die Pfadfinderarbeit in Überruhr, sollte sich melden bei Pfarrer Markus Pein, Telefon 02 01/85 85 203. Die Gruppenstunden finden jeden Donnerstag – außer in den Ferien – von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr im Stephanus Gemeindezentrum (Langenberger Str. 434) statt.

Weitere Informationen

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Fakten über den Gerfalken

Der Gerfalke ist die weltweit größte Falkenart. Er lebt in den arktischen Regionen Eurasiens und Nordamerikas sowie in Grönland und besiedelt dort die Tundra. In Mitteleuropa ist er nur sehr selten als Wintergast zu beobachten und hält sich dann meist in Küstennähe auf. Der Gerfalke, horizontale Fluggeschwindigkeit von über 300 km/h die des Wanderfalken übertrifft wird seit dem Mittelalter als Beizvogel (Jagdfalke) sehr geschätzt. Die Körperlänge eines Gerfalken beträgt zwischen 48 und 61 Zentimeter. Die Spannweite beträgt zwischen 105 und 131 cm. Männchen wiegen 960 bis 1300 Gramm, Weibchen 1400 bis 2000 Gramm. Geschlechtsreif werden weibliche Gerfalken in ihrem zweiten oder dritten Lebensjahr. Der bislang älteste beringte Gerfalke, den man wiedergefunden hatte, war ein Männchen, das zwölf Jahre alt wurde. In Gefangenschaft werden sie über 20 Jahre alt

Fakten über Habichte

Habichte sind mittelgroße Greifvögel, die Körperlänge beträgt 46 bis 63 cm, die Spannweite 89 bis 122 cm. Das Gewicht liegt zwischen 520 Gramm bei den kleinsten Männchen und 2,2 Kilogramm bei den größten Weibchen. Das Weibchen ist etwa so groß wie ein Mäusebussard, das Männchen (Terzel) ist deutlich kleiner. Die Flügel sind relativ kurz, breit und an ihren Spitzen gerundet, der Schwanz ist relativ lang. Diese Merkmale sind typisch für die überwiegend waldbewohnenden Vertreter der Gattung, sie ermöglichen keine extremen Fluggeschwindigkeiten, jedoch eine hohe Wendigkeit auf engem Raum. Die Beine sind gelb, ebenso die Wachshaut des Schnabels. Die Iris der Augen ist bei Jungvögeln hellgelb; sie wird mit zunehmendem Alter immer stärker rötlich. Habichte ernähren sich in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet fast ausschließlich von kleinen bis mittelgroßen Vögeln (bis Entengröße) und Säugetieren (bis Hasengröße). Die Lebenserwartung beträgt 16 bis 20 Jahre.
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Jochen Menk aus Oberhausen | 21.11.2015 | 20:42  
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Kirsten Fischer aus Arnsberg | 21.11.2015 | 21:37  
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Günther Gramer aus Duisburg | 22.11.2015 | 10:40  
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