Starkregenfälle im Ruhrtal

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Das Regenrückhaltebecken am 8. August 2010 bei Starkregen
 
Im günstigsten Fall fließen die Wassermassen aus dem Wald ab
Je weiter das Jahr in Richtung Sommer rückt, je größer ist wieder die Gefahr von zum Teil schweren Gewittern mit Starkregenfällen, Hagelschlag und Sturmböen. Die Bedingungen für die Definition "Unwetter" werden, so ist schon jetzt klar, wieder mehrfach erfüllt sein.

Starkregenfälle werden immer dann zu einem großen Problem, wenn sich Gewitterzellen nur langsam bewegen und sich praktisch nur eng begrenzt ausregnen können. Die Feuerwehren und Rettungsdienste können ein Lied davon singen, denn sie werden in solchen Situationen permanent in zahllosen Einsätzen beansprucht.

Die Langenberger Straße in Überruhr ist berüchtigt, wenn es um Folgeschäden durch Unwetter geht. Ganz unten im Ruhrtal sammeln sich die erheblichen Wassermassen und überfluten Straßen, Keller und Gärten. Im Jahr 2003 fielen zum Beispiel 38 Liter pro Quadratmeter in nur 30 Minuten. Die Schäden waren erheblich und die Aufräumarbeiten dauerten mehrere Tage.

Als Folge daraus wurde im Wald neben der Langenberger Straße ein Regenrückhaltebecken erbaut. Die Anwohner quittierten diese Maßnahme mit zum Teil großer Dankbarkeit, denn der Schutz hatte sich in der Vergangenheit bewährt. Dennoch kommt es bei Starkregenfällen immer wieder zu temporären Überflutungen in Höhe der Hausnummer 255, denn die Kanalistation, die dort in den 1960er Jahren war, ist aufgegeben worden.

Nun weisen Schilder auf die möglichen Überflutungen hin, damit die Verkehrsteilnehmer gewarnt sind. Dennoch gibt es einige Autofahrer, die sich mit zu hoher Geschwindigkeit in die Falle bewegen und erschrocken abbremsen.

Wenn der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung für Essen verkündet, so kann es passieren, dass zum Beispiel Kupferdreh in Wassermassen ertrinkt und in Überruhr kaum ein Tropfen fällt. Eng begrenzte regionale Prognosen sind noch nicht zu machen. So kommt es immer wieder zu bösen Überraschungen. In Süddeutschland traf es einen Ort mit 30 Liter pro Quadratmeter in nur 10 Minuten.

Das die Unwetterereignisse im Vergleich zur Vergangenheit agressiver geworden sind, ist gut bekannt und belegt. So kann es auch, ähnlich wie im Jahre 2003, erneut Überruhr treffen. Das Beispiel aus Süddeutschland würde an der Langenberger Straße zur Katastrophe führen, denn selbst die von den Anwohnern ergriffenen Schutzmaßnahmen wären weitgehend ohne Wirkung.

Es ist davon auszugehen, dass selbst das Regenrückhaltebecken bei einem solch brutalen Phänomen überfordert wäre. Die Rechnung ist einfach. Wenn 1 Liter Regen pro Quadratmeter auf Überruhr fällt, so bekommt der Ort 6,72 Millionen Liter Wasser ab. Bei einem Starkregen von 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde (ab dieser Zahl spricht man von Starkregen), bekäme es Überruhr also mit der 25-fachen Menge Wasser zu tun. Niemand möchte hier nun tiefere Gedankengänge anstellen, wenn es um die aus Süddeutschland genannte Zahl geht. Diese Zahl ist aber nicht unmöglich.

Es macht also, auch wenn man nichts verhindern kann, Sinn, die kommenden Warnlageberichte des Deutschen Wetterdienstes im Sommer 2013 aufmerksam zu verfolgen.
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