Vergiftete Hundeköder im Stadtgebiet - Tierfreunde schlagen Alarm!

Tödlicher Happen: Solche, mit scharfen Klingen gespickten oder auch mit Gift versetzten Fleischstücke werden Tieren schnell zum Verhängnis. Foto: ms
Tierfreunde schlagen Alarm. Seit einigen Tagen melden immer mehr Hundehalter vergiftete Köder entlang der Spazierwege. Betroffen sind die Essener Stadtteile Freisenbruch, Burgaltendorf und „praktisch der ganze Essener Süden bis nach Hattingen-Dumberg und zur Schwimmbrücke, außerdem Niederwenigern, Velbert, Bochum und die Elfringhauser Schweiz“, berichtet Sonja Grüter.

Die Tierfreundin betreibt eine Hundeschule in Essen-Werden und bekommt fast täglich Meldungen über neue Giftköder.
Sie hat den Eindruck, dass der oder die Täter ihr Gebiet weiter ausbreiten. Erst am Dienstag seien neue Köder in Burgaltendorf aufgetaucht. Der oder die Täter spicken Fleischstücke mit Rasier- oder Teppichmesserklingen wie in Freisenbruch oder versetzen die Fleischbrocken mit Rattengift wie in Burgaltendorf und Hattingen. Dem Haustier droht ein grausamer Tod. „Wenn der Hund Gift aufgenommen hat, dann ist schnelles Handeln gefragt. Anzeichen sind ein maximal aufgeblähter Bauch und blutende Schleimhäute. Zu Beginn der Vergiftung sind stecknadelkopfgroße rote Punkte auf den Schleimhäuten auszumachen. Das Symptom steigert sich bis zu starken Blutungen in allen Ausscheidungen. Besonders gefährlich ist es, wenn die Halter den Zustand ihres Tieres mit einer harmlosen Magen-Darm-Infektion verwechseln. Letzte grassiert ja gerade. Bei Vergiftungen kann man unter Umständen noch etwas mit einer Dialyse oder mit Gerinnungsfaktoren machen“, weiß Sonja Grüter.
„Sind Rasierklingen aufgenommen worden, so ist Erbrechen des Hundes zu vermeiden. Am besten sofort einen Tierarzt aufsuchen! Ich rate den Leuten, gehen Sie lieber einmal mehr zum Arzt, als einmal zu wenig“, appelliert die Hunde-Expertin.
Grundsätzlich rät Sonja Grüter: „Lassen Sie Ihre Hunde nicht von der Leine! Generell sollte eine Maulschlaufe oder ein Maulkorb in den gefährdeten Orten getragen werden. Auf keinen Fall sollten Welpen frei laufen. Meiden Sie die betreffenden Straßen, in denen bereits Köder gefunden wurden und achten Sie darauf, was Ihr Hund mit dem Maul aufnimmt. Gott sei Dank konnte eine Hundehalterin in einem solchen Fall noch eingreifen und ihrem Hund den Köder abnehmen. Bei einer Berner Sennenhündin kam die Hilfe zu spät. Sie kämpft zurzeit ums Überleben und muss wahrscheinlich euthanasiert werden. Seit Anfang Dezember gibt es bereits sechs, durch tödliche Köder verur­sachte, bestätigte Todesfälle.“
Werden vergiftete Köder gefunden oder hat der Hund gar einen solchen aufgenommen, dann sollte unbedingt die Polizei verständigt werden. Den Weg zu den Ordnungshütern scheuen manche Hundehalter offenbar. „Bei der Essener Polizei ist kein erhöhtes Aufkommen an Anzeigen eingegangen“, berichtet der Essener Polizeisprecher Raymund Sandach. „Dabei handelt es sich um einen Straftatbestand, der zur Anzeige gebracht werden sollte“, so Sandach. Wer einen Köder findet, sollte diesen zur Gefahrenabwehr aufheben und sicher entsorgen oder besser noch als Beweismittel sicherstellen.
Sonja Grüter kann verstehen, wenn sich Nichthundehalter durch Hunde belästigt fühlen. Jedoch sei ein engeres Zusammenrücken unumgänglich. „Die städtischen Auslaufflächen werden stetig verkleinert. Hierdurch sind die Hundehalter gezwungen, auf Spazierwege auszuweichen. Jedoch ist ein Angriff auf das Leben der Hunde durch das Auslegen tödlicher Köder keine Lösung! Dies führt nur zu einer Verschärfung des Konflikts!“


An folgenden Orten wurden tödliche Köder gefunden:

Burgaltendorf:
- Am Fröhlinge
- Haverkamp
- Steinkohleplatz
- Kirchstraße
- Umliegende Felder

Niederwenigern:
- Am Deutschen (Ruhrpfad)
- Turmstraße

Freisenbruch:
- Freisenbruchstraße
·
Velbert:
- Langenberger Sender
·
Bochum:
- Am Neggenborn
- Bruchstraße
- Schwimmbrücke Dahlhausen

Elfringhauser Schweiz:
- Genaue Ortsangabe nicht bekannt
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15 Kommentare
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Heiko Müller aus Dortmund-City | 08.12.2011 | 14:17  
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Katharina Zupan aus Essen-Ruhr | 08.12.2011 | 16:10  
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Petra Broszeit aus Essen-Ruhr | 09.12.2011 | 07:30  
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