Kampmannbrücke: Rats-SPD fordert, Stadt solle Neubau aus Eigenmitteln prüfen

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So soll die neue Kampmannbrücke einmal aussehen... Grafik: Stadt Essen
„Jetzt rächt es sich, dass die CDU-Vertreter im Planungsausschuss jahrelang eine Hinhaltetaktik bei der Kampmannbrücke gefahren sind. Der dringend notwendige Neubau hätte bereits realisiert sein können, wenn nicht immer wieder blockiert worden wäre. Jetzt sind die Landesfördermittel für dieses wichtige Infrastrukturprojekt weg und das Wehklagen groß“, empört sich Peter Dinkelmann, planungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Essen.

Die Kampmannbrücke stelle eine wichtige Verbindung der Ruhrhalbinsel zu den Stadtteilen auf der anderen Ruhrseite, insbesondere zu Heisingen, dar. „Schon seit Jahren sind bauliche Mängel bekannt, die zu einem nur noch behelfsmäßigen Betrieb geführt haben. Doch ein schnelleres Handeln hat die CDU immer wieder verhindert“, heißt es von Seiten der Rats-SPD.
„Der Landesregierung jetzt die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist scheinheilig. Schließlich hätten wir schon längst mit dem Ersatzbau fertig sein können. Man könnte den Eindruck gewinnen, die Christdemokraten hätten etwas gegen den Stadtteil Kupferdreh. Die Kampmannbrücke ist ja nicht der einzige Vorgang, bei dem die CDU auf der Bremse steht oder gestanden hat. Auch in der Frage der Wohnbebauung Phönixhütte oder bei der Rettung der Museumslandschaft Deilbachtal wird oder wurde alles getan, um rasche Lösungen zu verhindern“, fasst Rolf Reithmayer, Sprecher der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung VIII, zusammen.
Um insbesondere für die Menschen in Kupferdreh und der umliegenden Stadtteile eine Lösung zu finden, will die SPD-Ratsfraktion nun prüfen lassen, ob ein Neubau der Kampmannbrücke auch ohne die Landesförderung, zum Beispiel mit städtischen Eigenmitteln, möglich erscheint. „Wir wollen den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken, sondern pragmatisch nach Wegen suchen, wie es nun weitergehen kann. Wir hoffen, dass wir im nächsten Bauausschuss bereits erste Antworten von der Verwaltung bekommen können, welche Wege für einen zeitnahen Umbau noch bestehen könnten. In dem Zusammenhang werden wir auch den aktuellen Zustand der Kampmannbrücke hinterfragen“, so Manfred Tepperis, baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion.

In ihrem Antrag für die nächste Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am Donnerstag, 28. Februar, will die SPD-Fraktion im Rat der Stadt die Verwaltung bitten, folgende Fragen im Bau- und Verkehrsausschuss zu beantworten:
„1. Wie ist das derzeitige Gefährdungspotential für den Normal- und Schwerverkehr und insbesondere den Linienverkehr der EVAG einzuschätzen?
2. In welchen Intervallen wird derzeit der bauliche Zustand der Kampmannbrücke durch welche Methodik überprüft?
3. Welche weiteren Maßnahmen zur Sicherung der Brücke sind noch möglich und welche Auswirkungen hätten diese auf den Normal-, Schwer- und Linienverkehr?
4. Ist die unausweichliche und dringende Sanierung der Brücke auch ohne Fördermittel des Landes umsetzbar?“
Sollte die Frage 4 positiv seitens der Verwaltung beantwortet werden, soll diese darüber hinaus gebeten werden, „entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten durch den städtischen Haushalt so schnell wie möglich aufzuzeigen“.
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